Was macht der Empfang?
Der Empfang ist die Stelle, an der Besucher, Anrufe, Sendungen und Fragen ankommen. Wer hier arbeitet, begrüßt Gäste, Bewerber, Handwerker und Lieferanten, prüft Termine, stellt Besucherausweise aus und informiert die zuständigen Ansprechpartner. Am Telefon werden Anrufe entgegengenommen, Anliegen kurz erfasst und weitervermittelt oder selbst beantwortet. Dazu kommt eine Menge Verwaltung: Post sortieren und verteilen, Kurierdienste beauftragen, Besprechungsräume buchen und für Getränke sorgen, Büromaterial bestellen, Reisen und Taxis organisieren, Rechnungen vorbereiten, Zutrittskarten verwalten.
In Hotels heißt die Stelle Rezeption und umfasst Check-in und Check-out, Zimmervergabe, Abrechnung und Beschwerden. In Arztpraxen und Kliniken kommen Terminvergabe, Versichertenkarten und Patientenunterlagen hinzu, in Kanzleien und Beratungshäusern eher Repräsentation und Fristenpost. Groß ist der Unterschied auch zwischen einem Einzelplatz, an dem eine Person alles allein macht, und einem besetzten Empfang in einem Konzern mit mehreren Schichten.
Wie wird man Empfangsmitarbeiterin oder Empfangsmitarbeiter?
Es gibt keine eigene Ausbildung für den Empfang. Üblich sind kaufmännische Abschlüsse, vor allem Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, dazu Hotelfachleute, Kaufleute im Einzelhandel oder Medizinische Fachangestellte. Viele kommen als Quereinsteiger aus Verkauf, Gastronomie oder Service, weil dort dieselben Fähigkeiten gebraucht werden: freundlich bleiben, schnell zuhören, Ordnung halten. Betriebe erwarten in der Regel einen mittleren Schulabschluss, sichere Rechtschreibung, Übung mit Outlook und Office und je nach Haus verhandlungssicheres Englisch. Dienstleister, die Empfangsdienste für Unternehmen übernehmen, stellen auch ohne passenden Abschluss ein und schulen selbst.
Was der Beruf verlangt
Der Empfang ist ein Platz, an dem man nicht verschwinden kann. Man sitzt sichtbar, wird ständig unterbrochen und muss zwischen Telefon, Gast und E-Mail wechseln, ohne den Faden zu verlieren. Wer eine Aufgabe lieber in Ruhe zu Ende bringt, empfindet das als anstrengend. Freundlichkeit ist Teil der Arbeit, auch gegenüber Menschen, die verärgert, gestresst oder unhöflich sind. Gepflegtes Auftreten und Kleiderordnung sind meist Vorgabe.
Die Arbeitszeiten liegen im Büro oft in festen Schichten von früh bis abends, weil der Empfang durchgehend besetzt sein muss. Im Hotel gehören Wochenende, Feiertage und Nachtdienst dazu. Die Bezahlung ist in diesem Berufsfeld eher niedrig, besonders bei externen Dienstleistern, und Aufstieg ist am Empfang selbst kaum vorgesehen. Wer bleibt, muss mit begrenzter Anerkennung leben, obwohl die Stelle für den Ablauf eines Hauses wichtig ist.
Aussichten
Empfangsstellen werden weiter ausgeschrieben, allerdings verändert sich die Aufgabe. Digitale Besucheranmeldung, Self-Check-in und zentrale Telefonzentralen ersetzen einfache Tätigkeiten, dafür wachsen die Assistenz- und Verwaltungsanteile. Gefragt sind Leute, die zusätzlich Reisekosten abrechnen, Facility-Themen koordinieren oder Fremdsprachen beherrschen.
Wer sich entwickeln will, wechselt typischerweise in die Team- oder Geschäftsführungsassistenz, ins Office Management, in die Personaladministration oder im Hotel in die Leitung der Rezeption. Weiterbildungen zur Fachwirtin für Büro- und Projektorganisation oder ein Sprachzertifikat öffnen diese Wege. Der Empfang ist damit für viele weniger Endstation als Einstieg ins Büro.