Elektroniker / Mechatroniker
Elektroniker und Mechatroniker bauen, installieren und reparieren elektrische Anlagen und Maschinen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik zusammenspielen. Sie arbeiten in Industriebetrieben, im Handwerk und im Kundendienst.
22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektroniker / Mechatroniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.600 € | 55.200 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie oder nach TV-V liegen die Werte deutlich über dem, was kleine Handwerksbetriebe zahlen. Schicht-, Rufbereitschafts- und Montagezulagen können das Monatsentgelt spürbar erhöhen und sind in den genannten Zahlen nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektroniker oder Mechatroniker?
Elektroniker und Mechatroniker halten Technik am Laufen. Konkret heißt das: Kabel ziehen und Klemmen auflegen, Schaltschränke nach Plan bestücken, Sensoren und Antriebe montieren, Steuerungen parametrieren und in Betrieb nehmen. Wenn eine Anlage stillsteht, suchen sie den Fehler - mit Messgerät, Schaltplan und Programmiergerät. Oft ist unklar, ob die Ursache mechanisch, elektrisch oder in der Software liegt; genau diese Grenze zu überbrücken ist der Kern des Mechatronikerberufs.
Der Alltag unterscheidet sich stark nach Einsatzort. In der Industrie geht es um Instandhaltung von Produktionslinien, um geplante Wartungen und um Störungen, die sofort behoben werden müssen, weil jede Stunde Stillstand Geld kostet. Im Handwerk und im Gebäudebereich stehen Installationen, Prüfungen nach DGUV V3 und Kundenanlagen im Vordergrund. Im Servicebereich kommen Reisen zu Kunden, Dokumentation und Einweisungen hinzu. Dazu gehört immer Papierarbeit: Prüfprotokolle, Stundenzettel, Materialbestellungen, Änderungen im Schaltplan nachtragen.
Wie wird man Elektroniker oder Mechatroniker?
Üblich ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren. Die Berufsbezeichnungen sind dabei eine ganze Familie: Elektroniker für Betriebstechnik, für Automatisierungstechnik, für Energie- und Gebäudetechnik, für Geräte und Systeme sowie Mechatroniker. Betriebe stellen meist mit mittlerem Schulabschluss ein, in der Industrie oft mit Fachabitur oder Abitur; ein guter Hauptschulabschluss mit solider Mathematik und Physik kann reichen. Die Ausbildung endet mit einer gestreckten Abschlussprüfung vor der Industrie- oder Handwerkskammer.
Quereinstieg ist möglich, aber selten ohne Abschluss. Wer aus einem verwandten Metallberuf kommt, kann eine Umschulung über die Arbeitsagentur machen oder die Externenprüfung ablegen. Ohne Nachweis der Elektrofachkraft darf man an elektrischen Anlagen nicht selbstständig arbeiten - das ist keine Formalie, sondern Haftungsrecht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Über Kopf montieren, in Kabelkanälen knien, Maschinen in engen Nischen zugänglich machen, schwere Motoren bewegen. Dazu Lärm, Öl, Kühlschmierstoff, Zugluft in Hallen oder Kälte auf Baustellen. Wer in der Instandhaltung arbeitet, kommt kaum um Schichtdienst und Rufbereitschaft herum, weil Anlagen nachts und am Wochenende laufen. Störungen kommen zum ungünstigsten Zeitpunkt, und der Druck, eine Linie schnell wieder anfahren zu lassen, ist real.
Elektrische Gefahr bleibt ein Thema. Fünf Sicherheitsregeln, Freischalten, Messen - das muss sitzen, auch nach zwölf Stunden. Wer schlampig arbeitet, gefährdet sich und andere. Verlangt wird außerdem die Bereitschaft, ständig nachzulernen: Bussysteme, Antriebstechnik, Steuerungsprogrammierung und Diagnosesoftware ändern sich schneller als das Handwerkszeug.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und sinkt nicht. Automatisierung, Gebäudetechnik, Netzausbau, Ladeinfrastruktur und Windkraft binden Fachkräfte, gleichzeitig gehen geburtenstarke Jahrgänge in Rente. Wer den Abschluss hat, findet in der Regel schnell eine Stelle und kann den Arbeitgeber wechseln, wenn die Bedingungen nicht passen.
Entwicklungswege gibt es mehrere: Industriemeister Elektrotechnik oder Elektrotechnikermeister, geprüfter Techniker an einer Fachschule, Spezialisierung auf Servicetechnik, Automatisierung oder Prüfwesen. Mit Meisterbrief ist ein eigener Betrieb möglich, mit Fachhochschulreife oder Meister auch ein Studium der Elektrotechnik. Der Weg vom Schaltschrank in die Planung oder Projektleitung ist gangbar, dauert aber Jahre.
Aufgaben
- elektrische Anlagen, Schaltschränke und Maschinen montieren und verdrahten
- Steuerungen in Betrieb nehmen und Parameter einstellen
- Störungen an Produktionsanlagen suchen und beheben
- Wartungen und wiederkehrende Prüfungen nach Vorschrift durchführen
- mechanische Bauteile, Antriebe und Sensoren austauschen und ausrichten
- Messungen vornehmen und Prüfprotokolle erstellen
- Schaltpläne lesen, Änderungen dokumentieren
- Kunden und Bediener in Anlagen einweisen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf oder als Mechatroniker
- Nachweis als Elektrofachkraft für selbstständiges Arbeiten an Anlagen
- technisches Verständnis, sicheres Lesen von Schalt- und Montageplänen
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit elektrischer Gefahr
- körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit je nach Einsatz
- Bereitschaft zu Schichtdienst, Rufbereitschaft oder Montageeinsätzen
- Führerschein Klasse B, im Kundendienst meist Voraussetzung
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Elektrohandwerksbetriebe
- Maschinen- und Anlagenbau
- Kundendienst und Servicefirmen
- Energieversorger und Netzbetreiber
- Gebäudetechnik und Facility Management
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, etwa als Mechatroniker oder Elektroniker für Betriebstechnik. Sie endet mit einer gestreckten Abschlussprüfung vor der Industrie- oder Handwerkskammer. Umschulungen für Erwachsene dauern meist zwei bis zweieinhalb Jahre und führen zum gleichen Abschluss.
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