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Bau & Immobilien

Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Wohnhäusern, Gewerbebauten und Industriegebäuden - von der Verteilung über Beleuchtung bis zur Gebäudeautomation. Sie arbeiten auf Baustellen, in bewohnten Gebäuden und im Störungsdienst.

31 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb den Tarifvertrag des Elektro- und Informationstechnischen Handwerks anwendet oder gar den Metall- und Elektro-Tarif der Industrie, der deutlich höher liegt; Industrie und Energieversorger zahlen meist mehr als kleine Handwerksbetriebe. Dazu kommen regionale Unterschiede zwischen West und Ost sowie Zuschläge für Bereitschaft, Montage und Überstunden, die das reale Monatseinkommen spürbar anheben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?

Der Beruf umfasst alles, was in einem Gebäude mit Strom zu tun hat. Auf Neubaustellen werden Leerrohre gesetzt, Kabel gezogen, Verteilerschränke bestückt, Steckdosen und Schalter montiert, Beleuchtungsanlagen angeschlossen. Dazu kommen Rauchwarnmelder, Klingel- und Sprechanlagen, Netzwerkverkabelung, Photovoltaik mit Wechselrichter und Speicher, Wallboxen für Elektroautos sowie Steuerungen für Heizung, Lüftung und Jalousien über KNX oder ähnliche Bussysteme.

In Bestandsgebäuden geht es häufiger um Sanierung und Instandhaltung: alte Leitungen ersetzen, Zählerplätze umbauen, Fehler in einer Anlage suchen, die niemand dokumentiert hat. Nach jeder Arbeit stehen Messungen an - Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, Wirksamkeit der Fehlerstromschutzschalter - und ein Prüfprotokoll. In der Industrie und bei größeren Betreibern gehören wiederkehrende Prüfungen ortsfester Anlagen und Betriebsmittel zum Alltag.

Wie wird man Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?

Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Handwerk, seltener in der Industrie. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; in der Praxis stellen die Betriebe überwiegend mit mittlerem Abschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Der Unterricht in der Berufsschule verlangt Mathematik und Physik auf brauchbarem Niveau, weil Spannungsfall, Leitungsquerschnitte und Schutzmaßnahmen gerechnet werden.

Quereinstieg ist möglich, aber nicht formlos: Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur Elektrofachkräfte ausführen. Wer aus einem anderen Beruf kommt, braucht eine Umschulung, eine verkürzte Ausbildung oder eine Externenprüfung bei der Handwerkskammer. Für begrenzte Aufgaben gibt es die Qualifikation zur elektrotechnisch befähigten Person, die den vollen Abschluss aber nicht ersetzt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Über Kopf bohren, in Schächten und Kriechkellern arbeiten, Kabeltrommeln schleppen, auf Leitern und Gerüsten stehen, Staub, Zugluft und Rohbaukälte. Knie und Schultern spüren das nach Jahren. Auf der Baustelle ist Zeitdruck normal, weil andere Gewerke warten. Bei Kunden im Haus zählt sauberes Auftreten, weil man in Wohnungen und Büros arbeitet, in denen Menschen leben und arbeiten.

Gefährlich wird es, wenn Konzentration nachlässt. Die fünf Sicherheitsregeln beim Freischalten sind kein Formalismus, und Arbeiten unter Spannung ist die Ausnahme, nicht die Routine. Viele Betriebe haben Bereitschaftsdienste für Störungen, dazu wechselnde Einsatzorte mit Fahrzeiten. Wer Ordnung im Kopf und Geduld beim Suchen mitbringt, kommt weiter als jemand, der schnell fertig sein will.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und bleibt es voraussichtlich: Wärmepumpen, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und Sanierungen binden mehr Fachkräfte, als ausgebildet werden. Fachkräfte finden im Regelfall ohne lange Suche eine Stelle, auch in ländlichen Regionen.

Entwicklungswege gibt es mehrere: Vorarbeiter oder Obermonteur, Servicetechniker für Gebäudeautomation, Meisterprüfung mit der Möglichkeit zum eigenen Betrieb, Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder zum Elektrofachplaner. Wer sich auf Bussysteme, Photovoltaikspeicher oder Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 spezialisiert, arbeitet weniger im Rohbau und mehr am Messgerät.

Aufgaben

  • Leitungen und Leerrohre verlegen, Kabel ziehen und anschließen
  • Verteiler und Zählerschränke aufbauen, Sicherungen und Schutzschalter montieren
  • Beleuchtung, Steckdosen, Schalter und Sprechanlagen installieren
  • Photovoltaikanlagen, Speicher und Ladepunkte anschließen
  • Gebäudeautomation über KNX oder vergleichbare Bussysteme einrichten und parametrieren
  • Anlagen messen, prüfen und Prüfprotokolle erstellen
  • Störungen suchen, Bauteile tauschen, Altanlagen instand setzen
  • Arbeit dokumentieren, Material bestellen, Aufmaß für die Abrechnung nehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder vergleichbare Qualifikation als Elektrofachkraft
  • Sicheres Rechnen und technisches Verständnis für Schaltpläne und Messwerte
  • Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, keine Einschränkung bei Arbeiten über Kopf
  • Sorgfalt und Sicherheitsbewusstsein beim Umgang mit Spannung
  • Führerschein Klasse B für wechselnde Einsatzorte
  • Freundlicher Umgang mit Kunden in bewohnten Gebäuden
  • Bereitschaft zu Bereitschaftsdienst oder gelegentlicher Montage, je nach Betrieb

Wo man arbeitet

  • Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
  • Anlagenbau und technische Gebäudeausrüstung
  • Industrieunternehmen mit eigener Instandhaltung
  • Wohnungsgesellschaften und Facility-Management-Dienstleister
  • Stadtwerke und öffentliche Gebäudeverwaltungen
  • Fachbetriebe für Photovoltaik und Ladeinfrastruktur

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Elektrohandwerk mit Berufsschulunterricht und Abschluss als Gesellin oder Geselle beziehungsweise Facharbeiter. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich. Danach stehen Meisterprüfung, Technikerschule oder Spezialisierungen in Gebäudeautomation und Energietechnik offen.

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