Was macht ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?
Der Arbeitstag beginnt meist im Betrieb oder direkt auf der Baustelle. Auf einem Rohbau werden Leerrohre gelegt, Dosen gesetzt, Leitungen gezogen und Unterverteilungen aufgebaut. Später kommen Schalter, Steckdosen, Leuchten, Rauchwarnmelder und Netzwerkdosen dazu. Im Bestand geht es häufiger um Fehlersuche: Ein Stromkreis fällt aus, ein FI-Schalter löst aus, eine Heizungssteuerung reagiert nicht. Dann wird mit Messgerät, Schaltplan und Erfahrung eingegrenzt, bis die Ursache gefunden ist.
Dazu kommen Anlagen, die vor zwanzig Jahren kaum eine Rolle spielten: Photovoltaik mit Wechselrichter und Speicher, Wallboxen für Elektroautos, Wärmepumpen-Anschlüsse, KNX-Bussysteme, Gegensprechanlagen, Brandmelde- und Sicherheitstechnik. Jede Anlage wird nach Fertigstellung geprüft, gemessen und dokumentiert – Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, Schutzleiterdurchgang. Wiederkehrende Prüfungen von Anlagen und Betriebsmitteln sind ein eigener Arbeitsbereich, ebenso Wartungsverträge bei Gewerbekunden.
Wie wird man Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?
Über eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren im Elektrohandwerk, mit Berufsschule und Betrieb. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe überwiegend mit mittlerem Abschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Wichtig sind Mathematik und Physik, weil Berechnungen zu Leitungsquerschnitt, Spannungsfall und Schutzmaßnahmen zum Handwerk gehören. Die Ausbildung endet mit einer gestreckten Gesellenprüfung.
Quereinstieg ist möglich, aber nicht formlos: Wer als Elektrofachkraft arbeiten will, braucht eine anerkannte Qualifikation. Für Umsteiger gibt es die Umschulung über die Arbeitsagentur, die Externenprüfung nach ausreichender Berufspraxis oder – für begrenzte Tätigkeiten – die Qualifikation als elektrotechnisch unterwiesene Person. Zulieferarbeiten ohne Fachkraftstatus dürfen andere übernehmen, das Arbeiten an der Anlage nicht.
Was der Beruf verlangt
Körperlich ist die Arbeit fordernd. Über Kopf bohren, in Kriechkellern und Dachböden arbeiten, Leitern und Gerüste, Staub, Kälte im Rohbau, schwere Kabeltrommeln. Rückenprobleme und Beschwerden in Schultern und Knien sind verbreitet. Farbfehlsichtigkeit kann zum Problem werden, weil Aderfarben unterschieden werden müssen.
Die zweite Anforderung ist Sorgfalt unter Zeitdruck. Fehler an einer elektrischen Anlage können tödlich enden, und die Verantwortung für die eigene Arbeit liegt bei der Fachkraft persönlich. Die fünf Sicherheitsregeln sind kein Lehrbuchwissen, sondern täglich anzuwenden. Gleichzeitig sind Baustellen eng terminiert, andere Gewerke warten.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Frühbeginn ist üblich. In Betrieben mit Störungsdienst kommen Rufbereitschaft, Wochenend- und Nachteinsätze dazu. Montagearbeit mit Übernachtung kommt vor, vor allem im Industrie- und Anlagenbau. Kundenkontakt gehört dazu, auch in unaufgeräumten Wohnungen und mit ungeduldigen Bauherren.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es absehbar. Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und Sanierung des Altbaubestands binden mehr Fachkräfte, als ausgebildet werden. Wer gearbeitet hat und sauber arbeitet, findet praktisch überall eine Stelle.
Entwicklungswege führen über den Vorarbeiter und Obermonteur zum Meister, der zur Betriebsgründung und Ausbildung berechtigt. Alternativen sind der staatlich geprüfte Techniker, die Spezialisierung auf Gebäudeautomation, Photovoltaik, Prüfservice oder Sicherheitstechnik sowie der Wechsel in Planungsbüros, Facility Management, Industriewartung oder den technischen Vertrieb. Mit Meisterbrief ist ein Studium der Elektrotechnik auch ohne Abitur möglich.