Was macht ein Elektroniker als Servicetechniker?
Servicetechniker sind dort, wo eine Anlage nicht mehr läuft. Sie fahren zu Kunden – in Produktionshallen, Krankenhäuser, Supermärkte, Bürogebäude oder zu Privathaushalten –, nehmen Maschinen und Steuerungen in Betrieb, führen Wartungen nach Prüfplan durch und suchen Fehler, wenn etwas ausgefallen ist. Dazu gehört das Messen von Spannungen und Strömen, das Auslesen von Fehlerspeichern in SPS-Steuerungen, das Prüfen von Sensoren, Antrieben und Frequenzumrichtern, der Tausch von Bauteilen und Platinen sowie das Aufspielen von Software- und Firmwarestände.
Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation und Papier: dem Betriebsleiter erklären, warum die Anlage stillsteht, Ersatzteile bestellen, Prüfprotokolle nach DGUV Vorschrift 3 ausfüllen, Arbeitsberichte im Tablet erfassen, Angebote für Folgearbeiten anstoßen. Wer im Außendienst arbeitet, plant seinen Tag mit dem Disponenten und sitzt oft zwei bis vier Stunden im Servicefahrzeug.
Wie wird man Elektroniker als Servicetechniker?
Der übliche Weg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist als Elektroniker für Betriebstechnik, für Automatisierungstechnik, für Geräte und Systeme oder als Mechatroniker. Danach folgt der Einstieg in den Service, häufig zunächst als Zweiter im Team, bis die Anlagenkenntnis sitzt. Servicetechniker ist keine eigene Ausbildung, sondern eine Einsatzform – Hersteller schulen intensiv auf ihre eigenen Produktreihen.
Quereinstiege gelingen aus verwandten Elektroberufen, aus der Instandhaltung eines Industriebetriebs oder nach einer Umschulung mit Kammerabschluss. Ohne elektrotechnische Qualifikation geht es nicht, weil das Arbeiten an unter Spannung stehenden Anlagen die Befähigung zur Elektrofachkraft verlangt. Wer weiter will, macht den Industrie- oder Handwerksmeister, den staatlich geprüften Techniker oder wechselt in Applikation, Vertrieb oder Serviceleitung.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung liegt weniger im Heben als in der Unruhe. Fahrtzeiten, wechselnde Baustellen, Übernachtungen bei weiter entfernten Einsätzen und Rufbereitschaft an Wochenenden gehören in vielen Firmen dazu. Wenn eine Produktionslinie steht, entsteht Druck: Ausfallkosten laufen, und der Kunde stellt sich neben den Techniker. Fehlersuche ohne Schaltplan, an alten Anlagen, deren Dokumentation verschwunden ist, ist Alltag.
Körperlich fordert der Beruf Arbeiten in Schaltschränken, auf Leitern, in Aufzugschächten, in Kälte und Hitze. Dazu kommt die Verantwortung: ein Fehler an einer Schutzeinrichtung kann Menschen gefährden. Wer Ordnung, ruhige Räume und feste Arbeitszeiten braucht, ist im Service falsch. Wer selbständig arbeiten und Probleme lösen will, findet hier viel Freiheit.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Elektrofachkräfte fehlen bundesweit, Anlagen werden komplexer und vernetzter, Wartungsverträge sichern Herstellern und Servicebetrieben laufende Aufträge. Besonders gesucht sind Techniker in Gebäudeautomation, Kälte- und Klimatechnik, Ladeinfrastruktur, Medizintechnik und Anlagenbau. Mit Erfahrung und Zusatzqualifikationen entstehen Wege in die Inbetriebnahme im Ausland, in die technische Beratung oder in die Führung eines Serviceteams.