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Handwerk & Produktion

Elektroniker als Servicetechniker

Servicetechniker mit elektronischer Ausbildung installieren, warten und reparieren technische Anlagen beim Kunden vor Ort – von Aufzügen und Kältetechnik über Produktionsmaschinen bis zu Sicherheits- und Gebäudetechnik. Der Arbeitstag besteht aus Fahrten, Fehlersuche und Dokumentation.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker als Servicetechniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.500 € 54.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt an der Tarifbindung: in Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Werte deutlich über denen kleiner Servicefirmen ohne Tarif. Dazu kommen bei Außendiensteinsätzen Zulagen für Rufbereitschaft, Überstunden und Auslöse, die das monatliche Einkommen um mehrere Hundert Euro erhöhen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker als Servicetechniker?

Servicetechniker sind dort, wo eine Anlage nicht mehr läuft. Sie fahren zu Kunden – in Produktionshallen, Krankenhäuser, Supermärkte, Bürogebäude oder zu Privathaushalten –, nehmen Maschinen und Steuerungen in Betrieb, führen Wartungen nach Prüfplan durch und suchen Fehler, wenn etwas ausgefallen ist. Dazu gehört das Messen von Spannungen und Strömen, das Auslesen von Fehlerspeichern in SPS-Steuerungen, das Prüfen von Sensoren, Antrieben und Frequenzumrichtern, der Tausch von Bauteilen und Platinen sowie das Aufspielen von Software- und Firmwarestände.

Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation und Papier: dem Betriebsleiter erklären, warum die Anlage stillsteht, Ersatzteile bestellen, Prüfprotokolle nach DGUV Vorschrift 3 ausfüllen, Arbeitsberichte im Tablet erfassen, Angebote für Folgearbeiten anstoßen. Wer im Außendienst arbeitet, plant seinen Tag mit dem Disponenten und sitzt oft zwei bis vier Stunden im Servicefahrzeug.

Wie wird man Elektroniker als Servicetechniker?

Der übliche Weg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist als Elektroniker für Betriebstechnik, für Automatisierungstechnik, für Geräte und Systeme oder als Mechatroniker. Danach folgt der Einstieg in den Service, häufig zunächst als Zweiter im Team, bis die Anlagenkenntnis sitzt. Servicetechniker ist keine eigene Ausbildung, sondern eine Einsatzform – Hersteller schulen intensiv auf ihre eigenen Produktreihen.

Quereinstiege gelingen aus verwandten Elektroberufen, aus der Instandhaltung eines Industriebetriebs oder nach einer Umschulung mit Kammerabschluss. Ohne elektrotechnische Qualifikation geht es nicht, weil das Arbeiten an unter Spannung stehenden Anlagen die Befähigung zur Elektrofachkraft verlangt. Wer weiter will, macht den Industrie- oder Handwerksmeister, den staatlich geprüften Techniker oder wechselt in Applikation, Vertrieb oder Serviceleitung.

Was der Beruf verlangt

Die Belastung liegt weniger im Heben als in der Unruhe. Fahrtzeiten, wechselnde Baustellen, Übernachtungen bei weiter entfernten Einsätzen und Rufbereitschaft an Wochenenden gehören in vielen Firmen dazu. Wenn eine Produktionslinie steht, entsteht Druck: Ausfallkosten laufen, und der Kunde stellt sich neben den Techniker. Fehlersuche ohne Schaltplan, an alten Anlagen, deren Dokumentation verschwunden ist, ist Alltag.

Körperlich fordert der Beruf Arbeiten in Schaltschränken, auf Leitern, in Aufzugschächten, in Kälte und Hitze. Dazu kommt die Verantwortung: ein Fehler an einer Schutzeinrichtung kann Menschen gefährden. Wer Ordnung, ruhige Räume und feste Arbeitszeiten braucht, ist im Service falsch. Wer selbständig arbeiten und Probleme lösen will, findet hier viel Freiheit.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Elektrofachkräfte fehlen bundesweit, Anlagen werden komplexer und vernetzter, Wartungsverträge sichern Herstellern und Servicebetrieben laufende Aufträge. Besonders gesucht sind Techniker in Gebäudeautomation, Kälte- und Klimatechnik, Ladeinfrastruktur, Medizintechnik und Anlagenbau. Mit Erfahrung und Zusatzqualifikationen entstehen Wege in die Inbetriebnahme im Ausland, in die technische Beratung oder in die Führung eines Serviceteams.

Aufgaben

  • Anlagen und Maschinen beim Kunden in Betrieb nehmen
  • Störungen eingrenzen und Bauteile, Platinen oder Sensoren tauschen
  • Wartungen nach Prüfplan und Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchführen
  • Steuerungen parametrieren, Firmware und Software aktualisieren
  • Messungen an elektrischen Anlagen vornehmen und protokollieren
  • Arbeitsberichte, Prüfprotokolle und Ersatzteilbedarf dokumentieren
  • Kunden in die Bedienung einweisen und Nachfolgearbeiten empfehlen
  • Rufbereitschaft und Notdiensteinsätze abdecken

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung in einem Elektro- oder Mechatronikberuf
  • Befähigung als Elektrofachkraft, Kenntnisse der VDE-Normen
  • Führerschein Klasse B, Bereitschaft zu Reisen und Montageeinsätzen
  • systematisches Denken bei der Fehlersuche, auch unter Zeitdruck
  • Umgang mit Kunden, verständliche Erklärungen ohne Fachjargon
  • Schwindelfreiheit, Arbeiten in engen Räumen und wechselnder Umgebung
  • Grundkenntnisse in SPS-Programmierung und technisches Englisch von Vorteil

Wo man arbeitet

  • Servicebetriebe und technische Dienstleister
  • Maschinen- und Anlagenbauer mit eigenem Kundendienst
  • Hersteller von Aufzügen, Kälte-, Klima- und Gebäudetechnik
  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Medizintechnik- und Laborausrüster
  • Energieversorger und Betreiber von Ladeinfrastruktur

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, etwa als Elektroniker für Betriebstechnik, für Automatisierungstechnik oder als Mechatroniker, abgeschlossen mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Der Einsatz im Service folgt danach und wird durch Herstellerschulungen aufgebaut. Aufstieg über den Meister oder den staatlich geprüften Techniker in zwei bis vier Jahren, meist berufsbegleitend.

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