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Gesundheit & Pflege

Servicetechniker Medizintechnik

Servicetechniker für Medizintechnik installieren, warten und reparieren medizinische Geräte in Kliniken, Praxen und Laboren. Sie sorgen dafür, dass Beatmungsgeräte, Röntgenanlagen oder Dialysemaschinen sicher und gesetzeskonform funktionieren.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Servicetechniker Medizintechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.100 € 4.800 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.000 € 6.200 € 60.000 €

In kommunalen und kirchlichen Kliniken richtet sich die Vergütung nach TVöD-K beziehungsweise AVR, meist in den Entgeltgruppen 7 bis 10; bei Herstellern und in der Industrie gelten häufig die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie, die spürbar höher liegen. Rufbereitschaft, Außendienstpauschalen und Zertifikate für Großgeräte wie MRT oder Linearbeschleuniger machen einen erheblichen Teil des tatsächlichen Einkommens aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker Medizintechnik?

Der Arbeitstag beginnt oft mit der Einsatzliste: ein defektes Ultraschallgerät in einer Praxis, die fällige sicherheitstechnische Kontrolle an zwanzig Infusionspumpen einer Station, die Inbetriebnahme eines neuen CT im Krankenhaus. Servicetechniker der Medizintechnik installieren Geräte, führen Wartungen nach Herstellervorgaben durch, suchen Fehler in Elektronik, Mechanik, Hydraulik und Software und tauschen Baugruppen aus. Sie messen Ableitströme, prüfen Schutzleiter, kalibrieren Sensoren und dokumentieren jeden Schritt im Medizinproduktebuch oder in der Instandhaltungssoftware.

Ein großer Teil der Arbeit ist Vorschriftenarbeit. Das Medizinprodukterecht, die Betreiberverordnung und die Prüfnormen geben vor, was wann geprüft wird und wie es belegt sein muss. Dazu kommt der Umgang mit Menschen: Pflegekräfte und Ärztinnen in die Bedienung einweisen, erklären, warum ein Gerät gesperrt bleibt, mit dem Hersteller-Hotline telefonieren, Ersatzteile beschaffen. Wer im Außendienst arbeitet, ist viel im Auto unterwegs und betreut ein Gebiet von mehreren hundert Kilometern.

Wie wird man Servicetechniker Medizintechnik?

Es gibt keinen einzelnen vorgeschriebenen Weg. Häufig ist die Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme, zum Mechatroniker oder zum Elektroniker für Betriebstechnik, ergänzt um Herstellerschulungen und Berufserfahrung. Ein zweiter Weg führt über die Ausbildung zum Fachinformatiker oder Industrieelektriker mit anschließender Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Medizintechnik. Auch ein Bachelorstudium Medizintechnik oder Elektrotechnik führt in den Beruf, oft in Positionen mit mehr Projekt- und Beratungsanteil.

Quereinstieg aus der Industrieelektronik, der Kfz-Mechatronik oder der IT ist möglich, wenn technisches Grundverständnis vorhanden ist. Die Gerätekenntnis vermitteln Hersteller in Produktschulungen, die über Jahre weiterlaufen. Ohne diese Zertifikate darf an vielen Systemen nicht gearbeitet werden.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist stark reguliert und dokumentationsintensiv. Wer Papierkram und Normen als lästig empfindet, wird unzufrieden. Fehler haben Gewicht: An einem falsch gewarteten Beatmungsgerät hängt ein Patientenleben, entsprechend ist die Sorgfaltspflicht hoch.

Die Arbeitszeiten sind meist regulär, aber viele Stellen umfassen Rufbereitschaft oder Einsätze am Wochenende, weil OP-Säle und Großgeräte nur außerhalb des Betriebs stillgelegt werden können. Im Außendienst kommen Reisezeit und Übernachtungen dazu. Körperlich ist die Arbeit gemischt: leichte Feinarbeit an Platinen, aber auch schwere Bauteile, Arbeiten unter Tischen, in engen Technikräumen oder in Röntgenbereichen. Der Kontakt mit Patientenumgebungen verlangt Hygienedisziplin und ein gewisses Maß an Nervenstärke, wenn auf der Intensivstation gearbeitet wird, während Betten belegt sind.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot. Kliniken bauen Geräteparks aus, die Digitalisierung bringt vernetzte Systeme, und die Prüfpflichten fallen unabhängig von der Konjunktur an. Fachkräfte mit Herstellerzertifikaten für Großgeräte wie MRT, CT oder Linearbeschleuniger sind besonders gesucht.

Entwicklungswege führen in die Leitung einer Krankenhaus-Medizintechnikabteilung, in die Applikationsberatung, den technischen Vertrieb, das Qualitätsmanagement oder die Zulassung von Medizinprodukten. Ein berufsbegleitendes Studium oder die Weiterbildung zur Medizinprodukteberaterin öffnet zusätzliche Türen.

Aufgaben

  • Medizingeräte installieren und in Betrieb nehmen
  • Wartungen und sicherheitstechnische Kontrollen nach Herstellervorgabe durchführen
  • Fehler in Elektronik, Mechanik und Software eingrenzen und beheben
  • Messwerte prüfen, Geräte kalibrieren und justieren
  • Prüfungen und Reparaturen rechtssicher dokumentieren
  • Anwenderinnen und Anwender in die Gerätebedienung einweisen
  • Ersatzteile disponieren und Herstellersupport einbinden
  • Rufbereitschaft und Notfalleinsätze bei Geräteausfällen übernehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene technische Ausbildung, meist Elektronik oder Mechatronik, oder Technikerabschluss beziehungsweise Studium der Medizintechnik
  • Kenntnisse im Medizinprodukterecht und in den einschlägigen Prüfnormen
  • Sorgfalt und Bereitschaft zu lückenloser Dokumentation
  • Führerschein Klasse B, im Außendienst zwingend
  • Englischkenntnisse für Servicehandbücher und Herstellersupport
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft, Wochenendeinsätzen und Reisetätigkeit
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeiten in engen Technikräumen und an schweren Geräten

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Universitätskliniken
  • Herstellerfirmen für Medizintechnik im Außendienst
  • Technische Dienstleister und Wartungsunternehmen
  • Arztpraxen, Labore und Dialysezentren
  • Sanitätshäuser und Homecare-Versorger

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem Elektro- oder Mechatronikberuf, gefolgt von Herstellerschulungen im Betrieb. Alternativ führt eine zweijährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Medizintechnik oder ein Bachelorstudium Medizintechnik in den Beruf. Die Produktzertifikate der Gerätehersteller werden berufsbegleitend erworben und regelmäßig aufgefrischt.

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