Was macht ein Elektrokonstrukteur EPLAN P8?
Am Anfang steht meist ein Lastenheft oder eine Anfrage aus dem Vertrieb: eine Sondermaschine, eine Förderanlage, eine Prozesslinie. Daraus entsteht am Rechner die komplette elektrotechnische Dokumentation. Mit EPLAN Electric P8 werden Stromlaufpläne gezeichnet, Betriebsmittel gekennzeichnet, Klemmen- und Kabelpläne abgeleitet, Schaltschrankaufbauten geplant und Stücklisten für den Einkauf erzeugt. Dazu gehört die Auswahl von Bauteilen: Schütze, Sicherungen, Frequenzumrichter, Sicherheitsrelais, Sensorik. Leitungsquerschnitte werden berechnet, Schutzmaßnahmen festgelegt, Sicherheitskreise nach der geltenden Norm ausgelegt.
Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung. Die Mechanikkonstruktion liefert Einbausituationen, die Steuerungsprogrammierung braucht Adresslisten und Ein-/Ausgangsbelegungen, die Schaltschrankfertigung meldet zurück, was so nicht verdrahtbar ist. Häufig kommen Änderungen mitten im Projekt, teils noch während die Anlage schon gebaut wird. Wer im Anlagenbau arbeitet, betreut Projekte oft bis zur Inbetriebnahme und pflegt Rotstiftänderungen aus der Montage in die Unterlagen ein.
Wie wird man Elektrokonstrukteur EPLAN P8?
Es gibt keinen Ausbildungsberuf mit diesem Namen. Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik, Betriebstechnik oder Geräte und Systeme und danach über die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik. Ebenso verbreitet ist ein Bachelor in Elektrotechnik, Mechatronik oder Automatisierungstechnik. Meister im Elektrohandwerk finden ebenfalls den Weg in die Konstruktion.
EPLAN selbst wird selten in der Ausbildung vermittelt, sondern in Kursen des Herstellers, bei Bildungsträgern oder im Betrieb. Wer aus der Montage oder Inbetriebnahme kommt und Schaltpläne lesen kann, hat gute Chancen auf einen Quereinstieg, weil Praxiswissen über Verdrahtung und Fehlersuche im Konstruktionsbüro wertvoll ist. Kenntnisse in Normen wie DIN EN 60204-1, der Maschinenrichtlinie und in der Datenbankpflege von Artikelstämmen zählen mehr als das reine Zeichnen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend sitzend am Bildschirm, meist in Tagschicht und mit Gleitzeit. Belastend sind Termindruck vor Auslieferungen, viele parallele Projekte und Änderungen, die kurzfristig eingearbeitet werden müssen. Fehler in einem Schaltplan zeigen sich erst in der Fertigung oder bei der Inbetriebnahme und kosten dann Geld, entsprechend hoch ist der Anspruch an Genauigkeit. Wer sich mit klein-klein und langer Dokumentationsarbeit schwertut, wird damit Mühe haben. Im Anlagenbau kommen Reisen zu Kunden und Inbetriebnahmen im Ausland dazu, in anderen Betrieben gibt es davon fast nichts. Englisch wird für internationale Projekte und Normentexte gebraucht.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Maschinen- und Anlagenbau, Schaltanlagenbau, Gebäudetechnik und Energietechnik suchen durchgehend Konstrukteure, und viele erfahrene Kräfte gehen in den kommenden Jahren in Rente. EPLAN ist im deutschsprachigen Raum der Marktstandard, entsprechende Kenntnisse sind zwischen Branchen gut übertragbar. Entwicklungswege führen zur Projektleitung, zur Teamleitung Elektrokonstruktion, in die technische Standardisierung, zur Sicherheitsfachkraft für Maschinensicherheit oder in Richtung EPLAN-Administration mit Makro- und Artikeldatenpflege. Homeoffice-Anteile sind in diesem Beruf verbreitet, weil die Arbeit weitgehend am Rechner stattfindet.