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IT & Software

SPS-Programmierer

SPS-Programmierer entwickeln und testen die Steuerungssoftware für Maschinen und Anlagen, meist auf Basis von Siemens TIA Portal, Step 7 oder Codesys. Sie nehmen die Anlagen beim Kunden in Betrieb und suchen Fehler in Hard- und Software.

13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als SPS-Programmierer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.700 € 5.500 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.800 € 7.500 € 69.600 €

Am stärksten wirken Tarifbindung und Reisebereitschaft: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Grundgehälter deutlich über denen kleiner nicht tarifgebundener Systemhäuser, und Inbetriebnehmer im Auslandseinsatz kommen über Auslöse, Reise- und Wochenendzulagen oft auf mehrere Hundert Euro monatlich zusätzlich. Regionale Unterschiede zwischen Süddeutschland und dem Osten sind erheblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein SPS-Programmierer?

SPS steht für speicherprogrammierbare Steuerung – der Rechner, der in einer Produktionsanlage Ventile schaltet, Antriebe fährt und Sensorwerte auswertet. SPS-Programmierer schreiben diese Steuerungsprogramme. Sie lesen Schaltpläne und Lastenhefte, legen Signallisten an, programmieren Betriebsarten, Verriegelungen und Störmeldungen und bauen die Bedienoberflächen an Panels oder Leitsystemen. Gearbeitet wird in Kontaktplan, Funktionsplan, Anweisungsliste oder strukturiertem Text, zunehmend auch objektorientiert mit standardisierten Bausteinbibliotheken.

Ein großer Teil der Arbeit ist Inbetriebnahme. Im Büro entstandener Code trifft an der Anlage auf falsch verdrahtete Klemmen, verkehrt eingebaute Endschalter und Mechanik, die anders reagiert als gedacht. Der Programmierer arbeitet dann mit Laptop am Schaltschrank, prüft Signale einzeln durch, korrigiert Programm und Parameter und begleitet die Anlage bis zur Abnahme. Dazu kommen Dokumentation, Übergabeschulungen für das Bedienpersonal und später Ferndiagnose, wenn im Betrieb etwas nicht läuft.

Wie wird man SPS-Programmierer?

Es gibt keine eigene Ausbildung dafür. Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik oder für Betriebstechnik, danach über Berufserfahrung an Anlagen und oft eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister. Der zweite Weg ist ein Studium der Automatisierungstechnik, Elektrotechnik oder Mechatronik, meist als Bachelor an einer Hochschule. Quereinstiege gelingen aus verwandten technischen Berufen, wenn Elektrotechnik-Grundlagen vorhanden sind; reine Softwareentwickler ohne Anlagenverständnis haben es schwerer, weil die Fehlersuche fast immer an der Schnittstelle zur Hardware stattfindet.

Herstellerzertifikate, vor allem für Siemens TIA Portal, sind in Stellenanzeigen häufig gefordert. Wichtig sind außerdem Kenntnisse in Feldbussen wie Profinet, Profibus oder EtherCAT, Antriebstechnik, Sicherheitstechnik nach Maschinenrichtlinie und in vielen Bereichen technisches Englisch.

Was der Beruf verlangt

Wer im Anlagenbau arbeitet, reist. Inbetriebnahmen finden dort statt, wo die Anlage steht – in Deutschland, in Europa oder auf anderen Kontinenten. Reiseanteile von dreißig bis über sechzig Prozent sind übliche Bedingungen, Wochen am Stück beim Kunden keine Ausnahme. Termindruck ist hoch, weil Inbetriebnahmen am Ende des Projekts liegen und Verzögerungen aus Konstruktion und Montage dort auflaufen. Anlagen werden in Stillstandszeiten umgebaut, also an Wochenenden, in Werksferien und nachts.

Die Umgebung ist Industrie: Lärm, Öl, Kälte in Hallen, Höhe an Bühnen, Arbeiten unter Spannung nur mit entsprechender Befähigung. Fehler können Maschinen beschädigen oder Menschen verletzen, entsprechend genau muss gearbeitet werden. Wer strukturiert dokumentiert und ruhig bleibt, wenn eine ganze Fertigungslinie stillsteht und zehn Leute zusehen, ist hier richtig. Wer feste Arbeitszeiten und Planbarkeit braucht, sollte eher Richtung Werksautomatisierung beim Betreiber gehen, wo weniger gereist wird.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil hoch. Automatisierung, Retrofit alter Anlagen, Rückverlagerung von Produktion und der Fachkräftemangel in der Elektrotechnik sorgen dafür, dass erfahrene Inbetriebnehmer schwer zu finden sind. Entwicklungswege führen zur Fachverantwortung für Steuerungstechnik, in die Projektleitung, in den technischen Vertrieb oder in Spezialisierungen wie Sicherheitstechnik, Robotik, Antriebstechnik oder Leitsysteme. Auch der Wechsel von der reisenden Inbetriebnahme in die stationäre Softwareentwicklung oder in den Service ist ein gängiger Schritt, wenn die Reisebereitschaft nachlässt.

Aufgaben

  • Steuerungsprogramme in TIA Portal, Step 7 oder Codesys erstellen
  • Signallisten, Schaltpläne und Lastenhefte auswerten
  • Bedienoberflächen für HMI-Panels und Leitsysteme projektieren
  • Antriebe, Feldbusse und Sensorik parametrieren
  • Anlagen beim Kunden in Betrieb nehmen und Fehler eingrenzen
  • Sicherheitsfunktionen programmieren und abnehmen
  • Software und Änderungen dokumentieren
  • Bedien- und Wartungspersonal einweisen

Voraussetzungen

  • Ausbildung, Techniker oder Studium in Elektrotechnik, Automatisierungs- oder Mechatroniktechnik
  • Kenntnisse in mindestens einer SPS-Umgebung, meist Siemens
  • Verständnis für Schaltpläne, Antriebe und Feldbusse
  • Bereitschaft zu Reisen, Wochenend- und Nachtarbeit bei Inbetriebnahmen
  • Technisches Englisch für Dokumentation und Kundenkontakt
  • Führerschein Klasse B
  • Gesundheitliche Eignung für Arbeit in Industrieumgebung und auf Anlagenbühnen

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
  • Systemintegratoren und Automatisierungsdienstleister
  • Instandhaltung und Werkstechnik in Produktionsbetrieben
  • Ingenieurbüros für Elektroplanung
  • Personaldienstleister mit technischer Spezialisierung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Betriebstechnik, oft ergänzt durch eine zwei- bis dreijährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Alternativ führt ein Bachelorstudium der Automatisierungs- oder Elektrotechnik in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Die eigentliche SPS-Kompetenz entsteht in beiden Fällen erst in den ersten Projektjahren, begleitet von Herstellerschulungen.

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