Elektriker / Mechatroniker
Elektriker und Mechatroniker installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen und Maschinen – vom Verteilerschrank im Neubau bis zur Produktionslinie in der Fabrik. Der Beruf verbindet Handarbeit mit Steuerungstechnik und Fehlersuche.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektriker / Mechatroniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.400 € | 51.600 € |
Entscheidend ist die Branche: In der Industrie nach Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen im Elektrohandwerk, wo der Bundesrahmentarifvertrag beziehungsweise die Landesverbände gelten. Schichtzulagen, Rufbereitschaft und Montagepauschalen können das Monatseinkommen spürbar erhöhen, sind hier aber nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektriker oder Mechatroniker?
Der Arbeitstag beginnt meist mit einem Auftrag: eine Anlage steht still, eine Leitung muss verlegt, eine Steuerung in Betrieb genommen werden. Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik – umgangssprachlich Elektriker – ziehen Kabel, setzen Dosen, montieren Verteilungen, klemmen Schalter und Steckdosen an, installieren Sicherungsautomaten, FI-Schalter, Rauchmelder, Wärmepumpen-Anschlüsse und zunehmend Photovoltaik und Ladesäulen. Danach folgt die Messung: Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, Schutzleiter. Ohne Prüfprotokoll gilt die Anlage nicht als abgenommen.
Mechatroniker arbeiten stärker an Maschinen. Sie bauen Baugruppen zusammen, verbinden Mechanik, Hydraulik, Pneumatik und Elektrik, verdrahten Schaltschränke, spielen SPS-Programme auf, nehmen Antriebe in Betrieb und suchen Fehler, wenn eine Anlage im Dreischichtbetrieb ausfällt. Dazu gehört das Lesen von Stromlauf- und Klemmenplänen, das Messen mit Multimeter und Oszilloskop und der Austausch von Sensoren, Motoren, Ventilen oder Frequenzumrichtern. In der Instandhaltung kommt planmäßige Wartung dazu: schmieren, ausrichten, Verschleißteile tauschen, Störungen dokumentieren.
Beide Berufe überschneiden sich in der Praxis stark. Viele Betriebe suchen schlicht jemanden, der Elektrik versteht und mit Werkzeug umgehen kann.
Wie wird man Elektriker oder Mechatroniker?
Über eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren im Betrieb und in der Berufsschule. Die üblichen Abschlüsse sind Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker für Betriebstechnik, Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Mechatroniker. Verlangt wird meist ein Hauptschul- oder Realschulabschluss, wichtiger sind brauchbare Noten in Mathematik und Physik. Nach der Gesellenprüfung stehen die Meisterschule, der Techniker oder eine Weiterbildung zum Elektrofachkraft-Verantwortlichen offen.
Quereinstieg ist möglich, aber begrenzt. An elektrischen Anlagen darf nur arbeiten, wer die entsprechende Qualifikation nachweist. Für einfache, klar abgegrenzte Tätigkeiten gibt es die Ausbildung zur elektrotechnisch unterwiesenen Person oder zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten. Wer den vollen Beruf will, kommt an einer Umschulung mit Kammerprüfung kaum vorbei; sie dauert rund zwei Jahre.
Was der Beruf verlangt
Körperlich ist die Arbeit fordernd: knien, über Kopf arbeiten, auf Leitern stehen, Kabeltrommeln schleppen, Schlitze stemmen. Auf Baustellen ist es staubig, kalt oder zugig, in der Industrie laut und ölig. Wer in der Instandhaltung arbeitet, hat Schichtdienst und Rufbereitschaft, weil Maschinen auch nachts ausfallen. Im Handwerk kommen Fahrzeiten zu wechselnden Einsatzorten dazu, mitunter Montage über mehrere Tage.
Der Umgang mit Strom verlangt Disziplin. Die fünf Sicherheitsregeln sind kein Formalismus, Fehler dabei enden im Krankenhaus. Dazu kommt Zeitdruck: Der Kunde will die Anlage wieder laufen sehen, der Bauzeitenplan hängt an der Elektrik. Farbtüchtigkeit ist Voraussetzung, Schwindelfreiheit hilft.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Wärmepumpen, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Netzausbau und die Automatisierung in der Produktion binden mehr Fachkräfte, als nachwachsen. Viele Betriebe können Aufträge nicht annehmen, weil Personal fehlt. Für Bewerber bedeutet das gute Auswahl bei den Arbeitgebern und stabile Beschäftigung.
Entwicklungswege gibt es reichlich: Servicetechniker mit Reisetätigkeit, SPS-Programmierung, Gebäudeautomation, Prüfung ortsveränderlicher Geräte, Bauleitung, Meister mit eigenem Betrieb oder ein anschließendes Studium der Elektrotechnik. Wer sich in Automatisierung oder erneuerbare Energien einarbeitet, verbessert seine Position deutlich.
Aufgaben
- Elektroinstallationen in Neubauten und Bestandsgebäuden verlegen und anschließen
- Schaltschränke verdrahten, Steuerungen aufbauen und in Betrieb nehmen
- Störungen an Maschinen und Anlagen eingrenzen und beheben
- Messungen und Prüfungen nach DIN VDE durchführen und protokollieren
- Wartungs- und Inspektionspläne abarbeiten, Verschleißteile tauschen
- Photovoltaikanlagen, Wallboxen und Wärmepumpen elektrisch anbinden
- Stromlaufpläne und technische Dokumentationen lesen und fortschreiben
- Kunden einweisen und Arbeiten für die Abrechnung dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektro- oder Mechatronikberuf, alternativ Nachweis als Elektrofachkraft
- Sicheres Verständnis für Schaltpläne, Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik
- Kenntnis und konsequente Anwendung der Sicherheitsregeln beim Arbeiten an elektrischen Anlagen
- Körperliche Belastbarkeit, Farbtüchtigkeit und in der Regel Schwindelfreiheit
- Führerschein Klasse B für den Außendienst
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, Rufbereitschaft oder Montageeinsätzen je nach Betrieb
Wo man arbeitet
- Elektrohandwerksbetriebe und Installationsfirmen
- Industrieunternehmen mit eigener Instandhaltung
- Anlagen- und Maschinenbauer im Kundendienst
- Facility-Management und technischer Gebäudebetrieb
- Energieversorger und Netzbetreiber
- Betriebe für Photovoltaik und Ladeinfrastruktur
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die duale Ausbildung über dreieinhalb Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, mit gestreckter Gesellen- oder Abschlussprüfung vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer. Wer bereits im Beruf steht, kann über eine rund zweijährige Umschulung mit Kammerprüfung einsteigen. Danach führen Meister, staatlich geprüfter Techniker oder ein Studium der Elektrotechnik weiter.
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