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Handwerk & Produktion

Elektriker

Elektriker installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Gebäuden, Industriebetrieben und Anlagen. Sie verlegen Leitungen, setzen Verteiler, messen Fehler ein und nehmen Anlagen in Betrieb.

157 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektriker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.300 € 5.500 € 51.600 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: Im Elektrohandwerk gilt regional der Rahmentarifvertrag der Innungen, in der Industrie oft der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, der deutlich höher liegt. Zulagen für Montage, Rufbereitschaft und Nachtarbeit sowie Meisterbrief oder Spezialisierung auf Photovoltaik und Automatisierung heben das Einkommen zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektriker?

Elektriker – die aktuelle Ausbildungsbezeichnung lautet meist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik – bringen Strom dorthin, wo er gebraucht wird, und sorgen dafür, dass er niemanden gefährdet. Im Neubau bedeutet das: Wände stemmen oder fräsen, Leerrohre setzen, Kabel ziehen, Dosen montieren, Verteilerschränke bestücken, Klemmen anschließen, Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutzschalter einbauen. Danach folgt die Prüfung nach DIN VDE 0100-600: Isolationswiderstand messen, Schleifenimpedanz kontrollieren, Schutzleiter durchklingeln, Messprotokoll schreiben.

Im Bestand ist die Arbeit anders. Da geht es um Altanlagen ohne Dokumentation, um klassische Nullung, die ersetzt werden muss, um Störungssuche mit Zangenamperemeter und Geduld. Dazu kommen Aufgaben, die vor zwanzig Jahren kaum eine Rolle spielten: Photovoltaik mit Wechselrichter und Speicher, Wallboxen für Elektroautos, Wärmepumpen, KNX-Gebäudeautomation, Netzwerkverkabelung, Rauchwarnmelder, Türsprechanlagen. In der Industrie kommen Schaltschrankbau, Motoranschlüsse, Antriebstechnik und Instandhaltung im laufenden Betrieb hinzu.

Wie wird man Elektriker?

Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie. Fachrichtungen sind unter anderem Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik, Betriebstechnik und Informations- und Telekommunikationstechnik. Betriebe stellen überwiegend mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein; Mathematik und Physik sollten kein Feindesland sein, weil Widerstandsberechnungen, Leitungsquerschnitte und Drehstromgrundlagen zum Handwerkszeug gehören. Die Gesellenprüfung besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen.

Ein Quereinstieg als Helfer ist möglich, aber begrenzt: Arbeiten an elektrischen Anlagen darf nur ausführen, wer als Elektrofachkraft gilt. Ohne Abschluss bleibt man auf Zuarbeit beschränkt. Wer aus einem anderen Beruf kommt, kann die Ausbildung verkürzt nachholen oder eine Externenprüfung ablegen.

Was der Beruf verlangt

Körperlich ist es fordernd: Arbeiten über Kopf, auf Leitern und Gerüsten, in Kriechkellern und Dachböden, Staub beim Stemmen, Knien auf Rohbeton. Auf Baustellen ist es kalt, laut und dreckig, und der Zeitdruck kommt von Gewerken, die nach einem kommen. Montagearbeit mit Übernachtung ist in vielen Betrieben normal, im Störungsdienst gehören Rufbereitschaft und Nachteinsätze dazu.

Die Verantwortung ist die eigentliche Last. Ein falsch angeschlossener Schutzleiter oder ein vergessener Prüfschritt kann Menschen töten oder ein Haus in Brand setzen. Die fünf Sicherheitsregeln sind kein Formalismus. Dazu kommt Bürokratie: Prüfprotokolle, Anmeldung beim Netzbetreiber, Dokumentation für Förderanträge. Farbenblindheit kann ein Ausschlussgrund sein, Höhenangst ebenfalls.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und bleibt es voraussichtlich. Energiewende, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, Netzausbau und Sanierung des Altbestands binden mehr Fachkräfte, als nachrücken. Wer den Gesellenbrief hat, findet in der Regel ohne lange Suche eine Stelle, oft mit Auswahlmöglichkeit zwischen Handwerksbetrieb, Industrie und öffentlichem Dienst.

Entwicklungswege führen über den Servicemonteur mit eigenem Fahrzeug zum Vorarbeiter oder Obermonteur, über die Meisterprüfung zur Bauleitung oder zum eigenen Betrieb, über den staatlich geprüften Techniker in Planung und Projektierung. Spezialisierungen in Gebäudeautomation, Photovoltaik, Mess- und Regeltechnik oder Prüfung elektrischer Betriebsmittel zahlen sich aus. Auch der Weg über Fachhochschulreife und Studium der Elektrotechnik ist offen.

Aufgaben

  • Leitungen verlegen, Dosen und Verteilerschränke montieren
  • Schalter, Steckdosen, Leuchten und Schutzeinrichtungen anschließen
  • Photovoltaikanlagen, Speicher und Wallboxen installieren
  • Anlagen messen, prüfen und Protokolle nach VDE erstellen
  • Störungen und Fehler in Bestandsanlagen suchen und beheben
  • Gebäudeautomation und Netzwerktechnik einrichten und programmieren
  • Schaltschränke aufbauen und verdrahten
  • Wartungen und wiederkehrende Prüfungen elektrischer Betriebsmittel durchführen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Elektrohandwerk als Nachweis der Elektrofachkraft
  • Sicheres Rechnen und Verständnis für Physik und Technik
  • Sorgfalt und Sicherheitsbewusstsein, auch unter Zeitdruck
  • Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, normales Farbsehen
  • Führerschein Klasse B für Montage- und Servicefahrten
  • Bereitschaft zu Montage, Rufbereitschaft oder Notdienst je nach Betrieb

Wo man arbeitet

  • Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Anlagenbau- und Automatisierungsfirmen
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Facility-Management und Gebäudetechnik
  • Kommunale Betriebe und öffentliche Einrichtungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung, etwa zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder zum Elektroniker für Betriebstechnik, mit Abschluss der Gesellen- beziehungsweise Facharbeiterprüfung vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen oder vorheriger Berufserfahrung ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich. Darauf können Meisterprüfung, Technikerschule oder Spezialisierungslehrgänge aufbauen.

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