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Einkäufer

Einkäufer beschaffen Waren, Rohstoffe und Dienstleistungen für ihr Unternehmen: Sie suchen Lieferanten, verhandeln Preise und Konditionen und überwachen, dass die Lieferungen pünktlich und in der vereinbarten Qualität ankommen.

41 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Einkäufer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 6.000 € 8.500 € 72.000 €

Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: In tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegen die Gehälter deutlich über denen im Handel oder in kleinen Mittelstandsbetrieben. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD, meist Entgeltgruppe 9 bis 12, mit engerer Spanne und ohne Bonusanteile.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Einkäufer?

Einkäufer sorgen dafür, dass ein Unternehmen das bekommt, was es zum Arbeiten braucht - zum richtigen Preis, zum richtigen Zeitpunkt und in der vereinbarten Qualität. Der Alltag besteht aus Marktbeobachtung, Anfragen an Lieferanten, dem Vergleich von Angeboten, Preisverhandlungen und der Abwicklung von Bestellungen im ERP-System. Dazu kommt die Pflege der Lieferantenbeziehungen: Bewertungen, Jahresgespräche, Reklamationen, Nachverhandlungen bei Rohstoffpreissprüngen.

Man unterscheidet häufig zwischen operativem und strategischem Einkauf. Der operative Einkauf bearbeitet Bedarfsmeldungen, löst Bestellungen aus, mahnt Lieferungen an und klärt Rechnungsdifferenzen. Der strategische Einkauf beschäftigt sich mit Warengruppenstrategien, Rahmenverträgen, Lieferantenauswahl und Kostensenkungsprojekten. In kleinen Betrieben macht eine Person beides. Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung mit anderen Abteilungen: Produktion, Logistik, Entwicklung, Qualitätssicherung und Buchhaltung melden Bedarfe, Probleme und Änderungen.

Wie wird man Einkäufer?

Es gibt keinen einzigen vorgeschriebenen Weg. Ein häufiger Einstieg ist die Ausbildung zum Industriekaufmann oder Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, danach eine Stelle in der Beschaffung. Ebenso verbreitet ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Supply Chain Management. Für technische Warengruppen sind Bewerber mit technischem Hintergrund gesucht, teils auch Techniker oder Meister, die aus der Produktion in den Einkauf wechseln.

Quereinstiege kommen vor, etwa aus Vertrieb, Disposition, Lagerlogistik oder Sachbearbeitung. Wer die Produkte kennt, hat einen Vorteil gegenüber jemandem, der nur die Kaufmannsseite beherrscht. Weiterbildungen wie Fachkaufmann für Einkauf und Logistik oder Fachwirt in der Beschaffung sind ein üblicher Aufstiegsweg für Ausgebildete ohne Studium.

Was der Beruf verlangt

Einkauf ist ein Beruf mit Zielkonflikten. Die Produktion will das Material sofort, die Geschäftsführung will niedrige Kosten, der Lieferant will hohe Preise und lange Fristen. Wer schlecht mit Druck und widersprüchlichen Erwartungen umgeht, tut sich schwer. Verhandlungen sind selten harmonisch, und bei Lieferengpässen oder Qualitätsmängeln landet der Ärger zuerst beim Einkauf.

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, mit vielen Telefonaten und E-Mails. Regelarbeitszeit ist normal, Mehrarbeit entsteht zu Quartals- und Jahresenden, bei Verhandlungsrunden und in Krisenlagen. Im internationalen Einkauf kommen Zeitzonen, Reisen zu Lieferanten und Messen sowie Englisch als Arbeitssprache dazu. Sorgfalt ist wichtig: Ein Fehler in Menge, Termin oder Vertragstext kostet schnell Geld. Ein Teil der Routinearbeit fällt durch Digitalisierung und Bestellautomatisierung weg, was den Anspruch an die verbleibenden Aufgaben erhöht.

Aussichten

Einkäufer werden branchenübergreifend gebraucht - in der Industrie, im Handel, im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung. Störanfällige Lieferketten, Rohstoffpreisschwankungen und Vorgaben zu Lieferkettensorgfalt und Nachhaltigkeit haben die Funktion aufgewertet. Gesucht sind vor allem Leute, die Warengruppen technisch verstehen und Verträge belastbar verhandeln können.

Entwicklungswege führen vom operativen in den strategischen Einkauf, zum Lead Buyer für eine Warengruppe, zur Teamleitung oder zum Einkaufsleiter. Spezialisierungen sind möglich in Global Sourcing, Vertragsrecht, Projekteinkauf oder Beschaffung von Dienstleistungen und IT.

Aufgaben

  • Bedarfe aus Fachabteilungen aufnehmen und Beschaffungsvorgänge anlegen
  • Angebote einholen, vergleichen und Lieferanten auswählen
  • Preise, Lieferzeiten und Vertragskonditionen verhandeln
  • Bestellungen im ERP-System abwickeln und Termine überwachen
  • Lieferanten bewerten und Reklamationen bearbeiten
  • Rahmenverträge vorbereiten und Warengruppenstrategien entwickeln
  • Beschaffungsmärkte und Preisentwicklungen beobachten
  • Rechnungsdifferenzen mit Buchhaltung und Lieferanten klären

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung oder wirtschaftswissenschaftliches Studium
  • Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsfähigkeit
  • Sicherer Umgang mit ERP-Systemen und Tabellenkalkulation
  • Englischkenntnisse, im internationalen Einkauf verhandlungssicher
  • Technisches Verständnis für die jeweiligen Warengruppen
  • Sorgfalt bei Zahlen, Terminen und Vertragstexten
  • Belastbarkeit bei Liefer- und Kostendruck

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen und Produktionsbetriebe
  • Handelsunternehmen und Handelsketten
  • Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
  • Öffentliche Verwaltung und kommunale Betriebe
  • Bau- und Handwerksbetriebe
  • Dienstleistungs- und IT-Unternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, mit anschließendem Einstieg in die Beschaffung. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Supply Chain Management in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Aufbauend sind Weiterbildungen zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik oder zum Fachwirt möglich.

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