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EHS Manager

EHS Manager verantworten in Unternehmen Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz. Sie beurteilen Gefährdungen, setzen gesetzliche Vorgaben um und betreuen Managementsysteme nach ISO 45001 und ISO 14001.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als EHS Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 4.800 € 5.500 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 6.200 € 7.500 € 74.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.800 € 8.000 € 10.000 € 96.000 €

Das Gehalt hängt vor allem von Branche und Unternehmensgröße ab: In Chemie, Pharma und Automobilindustrie wird nach Tarifverträgen der IG BCE bzw. der IG Metall oder außertariflich deutlich besser bezahlt als in Logistik, Bau oder kleinen Beratungsbüros. Standortübergreifende Verantwortung und Führung einer EHS-Abteilung heben das Gehalt spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein EHS Manager?

Die Abkürzung EHS steht für Environment, Health and Safety, also Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. EHS Manager sorgen dafür, dass ein Betrieb die Vorschriften zum Arbeitsschutz, zum Umgang mit Gefahrstoffen und zum Umweltschutz einhält und dass sich möglichst wenige Unfälle ereignen. Der Alltag besteht aus einer Mischung von Schreibtisch und Werkhalle: Gefährdungsbeurteilungen erstellen und aktualisieren, Begehungen in Produktion und Lager durchführen, Arbeitsunfälle und Beinaheunfälle untersuchen, Unterweisungen vorbereiten und halten. Dazu kommen Gefahrstoffverzeichnisse, Betriebsanweisungen, Abfall- und Emissionsdaten sowie Genehmigungsunterlagen nach Immissionsschutzrecht. In vielen Unternehmen betreuen EHS Manager die zertifizierten Managementsysteme nach ISO 45001 und ISO 14001, bereiten interne und externe Audits vor und berichten an die Geschäftsführung. Sie sind Ansprechperson für Berufsgenossenschaft, Gewerbeaufsicht und Umweltbehörden und arbeiten eng mit Betriebsarzt, Betriebsrat und Führungskräften zusammen. In internationalen Konzernen kommen Konzernstandards, englischsprachige Berichte und zunehmend Nachhaltigkeitskennzahlen wie CO2-Bilanzen hinzu.

Wie wird man EHS Manager?

Eine geregelte Ausbildung mit diesem Titel gibt es nicht. Der übliche Weg führt über ein Studium, etwa in Sicherheitstechnik, Umwelttechnik, Verfahrenstechnik, Chemie, Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen. Fast immer verlangt wird die Qualifikation als Fachkraft für Arbeitssicherheit nach DGUV, die berufsbegleitend in etwa ein bis zwei Jahren erworben wird. Auch Technikerinnen und Meister mit Berufserfahrung in der Produktion steigen nach dieser Zusatzausbildung ein. Hilfreich sind Beauftragtenfunktionen wie Immissionsschutz-, Abfall- oder Gefahrgutbeauftragter sowie eine Schulung zum internen Auditor. Quereinsteiger kommen oft aus Produktion, Qualitätsmanagement oder Labor und wachsen über Teilaufgaben in die Rolle hinein.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle verlangt Durchsetzungsvermögen. EHS Manager müssen Maßnahmen einfordern, die Zeit und Geld kosten, und stoßen dabei häufig auf Widerstand von Produktionsleitung oder Belegschaft. Wer Sicherheitsregeln durchsetzt, ist nicht immer beliebt. Nach einem schweren Unfall stehen sie unter Druck, müssen die Ursachen klären und gegenüber Behörden Rede und Antwort stehen, teils mit persönlicher Haftungsfrage. Die Rechtslage ändert sich laufend, was ständige Weiterbildung erfordert. Der Anteil an Dokumentation ist hoch und wird von vielen als ermüdend empfunden. In Werken mit Schichtbetrieb fallen gelegentlich Einsätze außerhalb der Kernzeit an, bei Störfällen auch Rufbereitschaft. Bei Konzernen mit mehreren Standorten ist Reisetätigkeit üblich. Körperlich ist der Beruf wenig belastend, Begehungen in lauten, heißen oder staubigen Bereichen mit Schutzausrüstung gehören aber dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Gesetzliche Pflichten zum Arbeitsschutz bestehen unabhängig von der Konjunktur, und Themen wie Nachhaltigkeitsberichterstattung, Energieeffizienz und Lieferkettenpflichten erweitern das Aufgabenfeld. Gesucht werden EHS Manager vor allem in Chemie, Pharma, Automobil- und Zulieferindustrie, Logistik und Energie. Mit Erfahrung führt der Weg zur Leitung einer EHS-Abteilung, zur standortübergreifenden Verantwortung im Konzern oder in Richtung Nachhaltigkeitsmanagement. Andere wechseln in Beratung, Auditierung bei Zertifizierungsstellen oder zu Berufsgenossenschaften und Behörden.

Aufgaben

  • Gefährdungsbeurteilungen erstellen und aktualisieren
  • Betriebsbegehungen durchführen und Mängel nachverfolgen
  • Arbeitsunfälle und Beinaheunfälle untersuchen
  • Mitarbeitende und Führungskräfte unterweisen und schulen
  • Managementsysteme nach ISO 45001 und ISO 14001 pflegen und Audits vorbereiten
  • Gefahrstoffverzeichnisse und Betriebsanweisungen führen
  • Umweltdaten wie Abfall, Emissionen und Energieverbrauch erfassen und berichten
  • Mit Behörden und Berufsgenossenschaft kommunizieren

Voraussetzungen

  • Studium in Ingenieur- oder Naturwissenschaften oder Techniker- bzw. Meisterabschluss
  • Qualifikation als Fachkraft für Arbeitssicherheit nach DGUV
  • Kenntnisse in Arbeitsschutz-, Gefahrstoff- und Umweltrecht
  • Durchsetzungsvermögen und Sicherheit im Umgang mit Konflikten
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Berichtswesen
  • Gute Englischkenntnisse in international tätigen Unternehmen
  • Bereitschaft zu Begehungen in Produktionsbereichen mit Schutzausrüstung

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe der Chemie und Pharma
  • Automobilhersteller und Zulieferer
  • Logistik- und Lagerunternehmen
  • Energieversorger und Entsorgungsbetriebe
  • Ingenieur- und Beratungsbüros für Arbeitssicherheit
  • Bauunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren in Sicherheits-, Umwelt- oder Verfahrenstechnik, Chemie oder einem verwandten Fach. Hinzu kommt die berufsbegleitende Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit nach DGUV von etwa ein bis zwei Jahren. Techniker und Meister mit Berufserfahrung können über dieselbe Zusatzqualifikation einsteigen.

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