Was macht ein dualer Master?
Ein dualer Master ist kein eigener Beruf, sondern ein Weg in verantwortliche Aufgaben: Studium und Arbeit im Unternehmen laufen gleichzeitig. Im Berufsfeld Vertrieb und Kundenservice arbeiten duale Masterstudierende meist in einer festen Abteilung mit — sie analysieren Absatzzahlen und Kundendaten, pflegen das CRM-System, bereiten Angebote und Ausschreibungen vor, begleiten Außendienstmitarbeitende zu Kundenterminen und übernehmen kleinere Accounts selbst. Im Kundenservice geht es um Auswertung von Ticketvolumen und Bearbeitungszeiten, um die Einführung neuer Servicekanäle oder um Schulungsunterlagen für das Team.
Die Studienphasen finden je nach Modell in Blöcken an der Hochschule, an Abenden und Wochenenden oder online statt. Inhalte sind Vertriebsmanagement, Marketing, Controlling, Verhandlungsführung und Wirtschaftsrecht. Die Masterarbeit greift in der Regel ein Thema aus dem eigenen Unternehmen auf, etwa die Neuordnung eines Vertriebsgebiets oder die Wirkung eines Rabattsystems.
Wie wird man dualer Master?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium, meist in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder einem verwandten Fach. Viele Hochschulen verlangen zusätzlich einen Notenschnitt von 2,5 oder besser und ein Jahr Berufserfahrung, manche ein Auswahlgespräch oder einen Eignungstest.
Der Zugang läuft über zwei Türen. Entweder bewirbt man sich bei einem Unternehmen auf eine ausgeschriebene Stelle für ein duales oder berufsbegleitendes Masterprogramm — dann übernimmt der Arbeitgeber häufig die Studiengebühren und stellt Studientage frei. Oder man schreibt sich selbst an einer Hochschule ein und sucht einen Arbeitgeber, der das Modell mitträgt. Der zweite Weg ist häufiger, aber teurer: private Anbieter verlangen mehrere hundert Euro im Monat.
Quereinsteiger aus dem Vertrieb, die ohne akademischen Vorlauf gestartet sind, kommen über einen Bachelorabschluss oder in Einzelfällen über eine Eignungsprüfung für beruflich Qualifizierte hinein.
Was der Beruf verlangt
Die Doppelbelastung ist der Kern der Sache. Wer vierzig Stunden arbeitet und daneben Prüfungen schreibt, verliert über zwei Jahre einen großen Teil seiner Wochenenden. In Vertriebsabteilungen kommt hinzu, dass Quartalsenden nicht auf Klausurtermine warten. Wer schlecht abgrenzt oder auf ein verlässliches Privatleben angewiesen ist, gerät hier schnell an eine Grenze; Abbruchquoten in berufsbegleitenden Programmen sind höher als in Vollzeitstudiengängen.
Gefordert sind außerdem Zahlenverständnis, sicherer Umgang mit Excel und CRM-Systemen, Englisch für internationale Kundenkontakte und die Bereitschaft, im Unternehmen auch unattraktive Arbeit zu übernehmen. Duale Studierende gelten als Nachwuchs, nicht als Führungskräfte — Anerkennung entsteht über Ergebnisse, nicht über den Titel. Reisetätigkeit im Außendienst ist möglich, ein Führerschein oft erwartet.
Aussichten
Unternehmen im technischen Vertrieb, in der Industrie und im B2B-Dienstleistungsgeschäft suchen Nachwuchs, der Kundengespräche führen und gleichzeitig Zahlen lesen kann. Wer ein duales Masterprogramm abschließt, hat in der Regel zwei Jahre Berufserfahrung und wird direkt übernommen, häufig in Key-Account-Management, Vertriebscontrolling oder Teamleitung im Kundenservice.
Der Abschluss öffnet Wege in die Vertriebsleitung, ins Sales Development oder in Stabsstellen der Geschäftsführung. Ein Nachteil bleibt: Der Master zählt am Markt weniger als die Vertriebszahlen, die man vorweisen kann. Wer nur den Titel sammelt, ohne Abschlüsse zu erzielen, hat gegenüber praktisch gewachsenen Kollegen keinen Vorsprung.