Consultant SAP Basis
SAP-Basis-Consultants betreiben und betreuen die technische Grundlage von SAP-Systemen: Installation, Migration, Updates, Performance und Berechtigungen. Sie arbeiten in Beratungshäusern, bei IT-Dienstleistern oder in der internen IT großer Unternehmen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Consultant SAP Basis verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 7.800 € | 10.000 € | 93.600 € |
Das Gehalt hängt stark davon ab, ob man in einer Beratung mit Reisetätigkeit oder in der internen IT arbeitet: Beratungshäuser zahlen meist besser, oft mit variablem Anteil. Öffentlicher Dienst und kommunale IT vergüten nach TVöD oder TV-L und liegen im oberen Bereich der Entgeltgruppen 11 bis 13, damit spürbar unter der Privatwirtschaft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Consultant SAP Basis?
SAP Basis ist die technische Schicht unterhalb der betriebswirtschaftlichen Module. Wer hier arbeitet, sorgt dafür, dass die Systeme laufen: Installation neuer Instanzen, Einspielen von Support Packages und Kernel-Updates, Überwachung von Systemlast, Datenbank und Schnittstellen, Analyse von Performanceproblemen, Transportmanagement zwischen Entwicklungs-, Test- und Produktivsystem. Dazu kommen Benutzer- und Berechtigungsverwaltung, Systemkopien, Mandantenpflege und die Absicherung gegen Ausfälle.
Ein großer Teil der aktuellen Projekte dreht sich um die Umstellung von SAP ECC auf S/4HANA und um den Wechsel in die Cloud, etwa nach Azure, AWS oder in die SAP-eigene Umgebung. Das bedeutet Migrationen planen, Testläufe fahren, Cutover-Wochenenden begleiten. In Beratungsprojekten kommt die Arbeit mit dem Kunden dazu: Ist-Analyse, Konzepte schreiben, Aufwände schätzen, Ergebnisse präsentieren. In der internen IT liegt der Schwerpunkt stärker auf dem laufenden Betrieb und auf Rufbereitschaft.
Wie wird man Consultant SAP Basis?
Der häufigste Weg führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder einer technischen Fachrichtung. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über eine IT-Ausbildung, etwa als Fachinformatiker für Systemintegration, mit anschließender Spezialisierung im Betrieb. SAP Basis wird an keiner Hochschule vollständig gelehrt; der eigentliche Aufbau geschieht im Projekt, ergänzt durch Schulungen und Zertifizierungen der SAP, etwa zum Technology Associate für S/4HANA System Administration.
Quereinstieg ist realistisch für Menschen mit solidem Linux- und Datenbankwissen, etwa aus der klassischen Systemadministration. Viele Beratungshäuser führen eigene Einstiegsprogramme über mehrere Monate durch. Ohne technischen Vorlauf ist der Einstieg dagegen schwer, weil die Systeme groß, teuer und störanfällig sind und Fehler produktive Prozesse eines ganzen Konzerns treffen können.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist planbar, bis sie es nicht mehr ist. Wartungsfenster liegen abends, nachts und an Wochenenden, weil Produktivsysteme werktags nicht stillstehen dürfen. Rufbereitschaft gehört in vielen Stellen dazu. Bei Störungen im Produktivbetrieb steht man unter erheblichem Druck, weil Buchhaltung, Logistik und Produktion vom System abhängen.
In der Beratung kommt Reisetätigkeit hinzu, je nach Kunde bis zu vier Tage pro Woche vor Ort, wobei der Anteil an Remote-Arbeit seit einigen Jahren deutlich gestiegen ist. Der Stoff verändert sich fortlaufend: Wer stehen bleibt, verliert innerhalb weniger Jahre den Anschluss an Cloud-Betriebsmodelle und neue Werkzeuge. Verlangt werden außerdem Englisch in Wort und Schrift sowie die Fähigkeit, technische Sachverhalte gegenüber Fachabteilungen verständlich zu erklären.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es absehbar. Das Wartungsende für die alte Business Suite zwingt tausende Unternehmen zur Umstellung auf S/4HANA, und erfahrene Basis-Fachkräfte sind knapp. Zugleich verschiebt sich das Berufsbild: Klassische Betriebsaufgaben wandern zu Hyperscalern und Managed-Service-Anbietern, gefragt sind stattdessen Kenntnisse in Automatisierung, Cloud-Architektur und Sicherheit.
Entwicklungswege führen zum Senior oder Principal Consultant, in die Projektleitung, in die Solution Architecture oder in eine Spezialisierung, etwa auf HANA-Datenbanken, SAP-Security oder Cloud-Migration. Auch der Wechsel zwischen Beratung und Anwenderunternehmen ist üblich, meist gegen weniger Reisen und dafür ein ruhigeres, planbareres Umfeld.
Aufgaben
- SAP-Systeme installieren, konfigurieren und aktualisieren
- Support Packages, Kernel- und Datenbank-Updates einspielen
- Systemperformance überwachen und Engpässe analysieren
- Migrationen nach S/4HANA und in Cloud-Umgebungen begleiten
- Transportwesen und Mandantenpflege verwalten
- Benutzer, Rollen und Berechtigungen administrieren
- Backup-, Restore- und Notfallkonzepte umsetzen
- Kunden beraten, Aufwände schätzen und Konzepte dokumentieren
Voraussetzungen
- Studium der Wirtschaftsinformatik oder Informatik oder eine IT-Ausbildung mit Berufserfahrung
- Kenntnisse in Linux beziehungsweise Windows Server und in Datenbanken wie HANA, Oracle oder DB2
- Verständnis für Netzwerke, Schnittstellen und IT-Sicherheit
- Bereitschaft zu Wartungsfenstern am Wochenende und zu Rufbereitschaft
- Englisch in Wort und Schrift
- Reisebereitschaft, je nach Arbeitgeber unterschiedlich stark
- Sorgfalt und Belastbarkeit bei Störungen im Produktivbetrieb
Wo man arbeitet
- SAP-Beratungshäuser und Systemhäuser
- IT-Dienstleister mit Managed Services
- Interne IT-Abteilungen von Konzernen und großen Mittelständlern
- Rechenzentren und Cloud-Anbieter
- Öffentliche Verwaltung und kommunale IT-Dienstleister
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik oder Informatik, alternativ eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration mit anschließender Spezialisierung. Die eigentliche SAP-Basis-Qualifikation entsteht in ein bis drei Jahren Projektarbeit, oft begleitet von SAP-Zertifizierungen wie dem Technology Associate für S/4HANA System Administration.
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