Was macht ein Consultant SAP Basis?
SAP Basis ist die technische Schicht unterhalb der betriebswirtschaftlichen Module. Wer hier arbeitet, sorgt dafür, dass die Systeme laufen: Installation neuer Instanzen, Einspielen von Support Packages und Kernel-Updates, Überwachung von Systemlast, Datenbank und Schnittstellen, Analyse von Performanceproblemen, Transportmanagement zwischen Entwicklungs-, Test- und Produktivsystem. Dazu kommen Benutzer- und Berechtigungsverwaltung, Systemkopien, Mandantenpflege und die Absicherung gegen Ausfälle.
Ein großer Teil der aktuellen Projekte dreht sich um die Umstellung von SAP ECC auf S/4HANA und um den Wechsel in die Cloud, etwa nach Azure, AWS oder in die SAP-eigene Umgebung. Das bedeutet Migrationen planen, Testläufe fahren, Cutover-Wochenenden begleiten. In Beratungsprojekten kommt die Arbeit mit dem Kunden dazu: Ist-Analyse, Konzepte schreiben, Aufwände schätzen, Ergebnisse präsentieren. In der internen IT liegt der Schwerpunkt stärker auf dem laufenden Betrieb und auf Rufbereitschaft.
Wie wird man Consultant SAP Basis?
Der häufigste Weg führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder einer technischen Fachrichtung. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über eine IT-Ausbildung, etwa als Fachinformatiker für Systemintegration, mit anschließender Spezialisierung im Betrieb. SAP Basis wird an keiner Hochschule vollständig gelehrt; der eigentliche Aufbau geschieht im Projekt, ergänzt durch Schulungen und Zertifizierungen der SAP, etwa zum Technology Associate für S/4HANA System Administration.
Quereinstieg ist realistisch für Menschen mit solidem Linux- und Datenbankwissen, etwa aus der klassischen Systemadministration. Viele Beratungshäuser führen eigene Einstiegsprogramme über mehrere Monate durch. Ohne technischen Vorlauf ist der Einstieg dagegen schwer, weil die Systeme groß, teuer und störanfällig sind und Fehler produktive Prozesse eines ganzen Konzerns treffen können.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist planbar, bis sie es nicht mehr ist. Wartungsfenster liegen abends, nachts und an Wochenenden, weil Produktivsysteme werktags nicht stillstehen dürfen. Rufbereitschaft gehört in vielen Stellen dazu. Bei Störungen im Produktivbetrieb steht man unter erheblichem Druck, weil Buchhaltung, Logistik und Produktion vom System abhängen.
In der Beratung kommt Reisetätigkeit hinzu, je nach Kunde bis zu vier Tage pro Woche vor Ort, wobei der Anteil an Remote-Arbeit seit einigen Jahren deutlich gestiegen ist. Der Stoff verändert sich fortlaufend: Wer stehen bleibt, verliert innerhalb weniger Jahre den Anschluss an Cloud-Betriebsmodelle und neue Werkzeuge. Verlangt werden außerdem Englisch in Wort und Schrift sowie die Fähigkeit, technische Sachverhalte gegenüber Fachabteilungen verständlich zu erklären.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es absehbar. Das Wartungsende für die alte Business Suite zwingt tausende Unternehmen zur Umstellung auf S/4HANA, und erfahrene Basis-Fachkräfte sind knapp. Zugleich verschiebt sich das Berufsbild: Klassische Betriebsaufgaben wandern zu Hyperscalern und Managed-Service-Anbietern, gefragt sind stattdessen Kenntnisse in Automatisierung, Cloud-Architektur und Sicherheit.
Entwicklungswege führen zum Senior oder Principal Consultant, in die Projektleitung, in die Solution Architecture oder in eine Spezialisierung, etwa auf HANA-Datenbanken, SAP-Security oder Cloud-Migration. Auch der Wechsel zwischen Beratung und Anwenderunternehmen ist üblich, meist gegen weniger Reisen und dafür ein ruhigeres, planbareres Umfeld.