Zum Inhalt springen
Gastronomie & Tourismus

Commis de Cuisine

Der Commis de Cuisine ist die erste Station nach der Kochausbildung: eine zugeordnete Kraft in einem Küchenposten, die unter Anleitung des Chef de Partie mise en place vorbereitet, Speisen anrichtet und den Posten sauber hält.

49 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Commis de Cuisine verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.400 € 2.700 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.750 € 3.200 € 33.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.800 € 37.200 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Betriebsart: In tarifgebundenen Hotels gelten die regionalen Entgelttarifverträge für das Hotel- und Gaststättengewerbe (DEHOGA), in Kliniken, Kantinen und im öffentlichen Dienst der TVöD - dort liegen die Gehälter meist über denen der freien Restauration. Nachtzuschläge, Sonn- und Feiertagszulagen sowie Verpflegung und Personalunterkunft können den tatsächlichen Verdienst deutlich verschieben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Commis de Cuisine?

Der Commis de Cuisine arbeitet in einer nach dem Küchenbrigadesystem organisierten Küche und ist einem Posten zugeteilt: Saucen, Fisch, Fleisch, Gemüse, kalte Küche oder Patisserie. Er bereitet die mise en place vor, also alles, was vor dem Service fertig sein muss - Gemüse putzen und schneiden, Fisch filetieren, Fleisch parieren, Fonds ansetzen, Vinaigretten abschmecken, Beilagen vorgaren. Während des Service arbeitet er die Bons ab, die vom Posten verlangt werden, richtet Teller mit an und hält dem Chef de Partie den Rücken frei. Nach dem Service wird der Posten gereinigt, Ware abgedeckt, gekennzeichnet und eingelagert.

Dazu kommen Aufgaben, die selten in Stellenanzeigen stehen: Ware annehmen und auf Qualität prüfen, Kühlhäuser einräumen, Temperaturen dokumentieren, Reste sinnvoll verwerten. In kleineren Betrieben ohne echte Brigade ist der Commis faktisch der zweite oder dritte Koch und deckt mehrere Posten gleichzeitig ab.

Wie wird man Commis de Cuisine?

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Koch oder zur Köchin in einem Restaurant, Hotel, Betriebsrestaurant oder Klinikbetrieb. Nach der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer beginnt man in der Regel als Commis. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; die Betriebe stellen überwiegend mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein.

Quereinstieg ist verbreitet und in der Gastronomie akzeptiert. Wer als Küchenhilfe anfängt, sich in Posten einarbeitet und Verlässlichkeit zeigt, wird oft als Commis geführt, auch ohne Abschluss - allerdings meist zu schlechteren Bedingungen und mit geringerer Chance auf den nächsten Schritt. Eine Externenprüfung nach mehreren Jahren Praxis schließt diese Lücke. In der Spitzengastronomie sind unbezahlte oder gering bezahlte Praktika (Stages) ein üblicher Zugang, arbeitsrechtlich aber heikel.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich hart und findet dann statt, wenn andere frei haben: Abende, Wochenenden, Feiertage. Geteilte Dienste mit einer Pause zwischen Mittag- und Abendservice sind in der klassischen Restauration Standard und zerlegen den Tag. Acht bis zehn Stunden Stehen, Hitze am Herd, Zugluft an der Kühlung, Schnittverletzungen und Verbrennungen gehören zum Alltag. Überstunden sind häufig, ihre Erfassung ist es nicht überall.

Dazu kommt Tempo und ein Ton, der in manchen Küchen ruppig bleibt. Wer während des Service den Überblick verliert, blockiert den ganzen Posten. Verlangt werden Sauberkeit, Tempo ohne Schlamperei, Geruchs- und Geschmackssinn und die Bereitschaft, Anweisungen ohne Diskussion umzusetzen. Die Bezahlung liegt am unteren Ende dessen, was Fachkräfte in Deutschland verdienen; die Fluktuation im Beruf ist entsprechend hoch.

Aussichten

Köchinnen und Köche werden gesucht, seit Jahren und in fast allen Regionen. Wer bleibt und lernt, kommt schnell weiter: vom Commis über den Demi Chef de Partie zum Chef de Partie, danach Sous Chef und Küchenchef. Spezialisierung in Patisserie, Garde Manger oder vegetarischer Küche eröffnet eigene Wege, ebenso der Wechsel in Systemgastronomie, Betriebsverpflegung, Klinik- und Seniorenverpflegung oder auf Kreuzfahrtschiffe - dort sind die Arbeitszeiten oft geregelter. Weiterbildungen zum Küchenmeister oder zum Betriebswirt für Hotel- und Gastgewerbe führen in Leitungsfunktionen. Auslandserfahrung wird in der gehobenen Küche stark gewichtet.

Aufgaben

  • mise en place für den zugeteilten Posten vorbereiten
  • Gemüse putzen, schneiden und blanchieren
  • Fisch filetieren und Fleisch parieren
  • Fonds, Saucen und Beilagen nach Vorgabe ansetzen
  • Bons während des Service abarbeiten und Teller anrichten
  • Ware annehmen, kontrollieren und einlagern
  • Posten reinigen und HACCP-Vorgaben einhalten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Koch oder Köchin, in kleineren Betrieben auch Praxiserfahrung
  • Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz und Hygieneschulung
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
  • körperliche Belastbarkeit, langes Stehen bei Hitze
  • Geschmacks- und Geruchssinn, Sauberkeit, Tempo
  • Teamfähigkeit und Belastbarkeit unter Zeitdruck

Wo man arbeitet

  • Restaurants und Gasthäuser
  • Hotelküchen
  • Betriebs- und Kantinenrestaurants
  • Kliniken und Senioreneinrichtungen
  • Catering- und Eventunternehmen
  • Kreuzfahrtschiffe und Ferienanlagen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Koch oder zur Köchin mit IHK-Abschluss; verkürzen lässt sie sich bei Vorbildung auf zweieinhalb Jahre. Der Commis de Cuisine ist die erste Position danach und dauert je nach Betrieb ein bis drei Jahre bis zum Aufstieg zum Demi Chef oder Chef de Partie. Quereinsteiger ohne Abschluss können nach mehrjähriger Praxis die Externenprüfung ablegen.

Offene Stellen als Commis de Cuisine

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Chef de Partie

Ein Chef de Partie leitet in der Küche einen eigenen Posten – etwa Saucen, Fisch, Beilagen oder Patisserie – und ist für die Vorbereitung und das Anrichten aller Gerichte dieses Bereichs verantwortlich. Die Position liegt zwischen Commis de Cuisine und Sous Chef.

Offene Stellen
183
Monatsbrutto
2.500 – 4.500 €

Koch

Köche bereiten Speisen in Restaurants, Kantinen, Hotels oder Kliniken zu – von der Vorbereitung der Zutaten bis zum Anrichten auf dem Teller. Der Beruf verbindet Handwerk und Zeitdruck und läuft meist zu Zeiten, an denen andere frei haben.

Offene Stellen
238
Monatsbrutto
2.200 – 5.500 €

Küchenhilfe

Küchenhilfen unterstützen Köchinnen und Köche bei der Vorbereitung von Speisen, putzen und schneiden Gemüse, spülen Geschirr und halten die Küche sauber. Der Einstieg ist ohne Ausbildung möglich, die Arbeit körperlich anstrengend und meist niedrig bezahlt.

Offene Stellen
13
Monatsbrutto
2.100 – 3.200 €

Patissier

Patissiers stellen Desserts, Torten, Pralinen und Kleingebäck in Restaurants, Hotels und Konditoreien her. Sie arbeiten mit Zucker, Schokolade und Sahne, oft in einem eigenen, gekühlten Bereich der Küche.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
2.200 – 5.000 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz