Was macht ein Center-Manager?
Ein Center-Manager führt ein Shopping-Center, ein Fachmarktzentrum oder einen vergleichbaren Handelsstandort im Auftrag des Eigentümers oder einer Immobilienverwaltung. Die Arbeit hat drei Seiten: die kaufmännische, die technische und die menschliche. Kaufmännisch geht es um Budgets, Betriebskostenabrechnungen, Mietforderungen, Umsatzmeldungen der Mieter und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Technisch geht es um Reinigung, Sicherheitsdienst, Haustechnik, Brandschutz, Wartungsverträge und Umbauten während des laufenden Betriebs. Menschlich geht es um den täglichen Kontakt zu Filialleitungen, Franchisenehmern, Handwerkern, Behörden und Anwohnern.
Ein großer Teil des Alltags besteht aus Abstimmung. Ein Mieter beschwert sich über die Anlieferung, ein anderer über die Frequenz auf seiner Etage, der Eigentümer will wissen, warum die Leerstandsquote steigt. Dazu kommen Centermarketing und Veranstaltungen, Öffnungszeiten an Feiertagen, Verhandlungen über Mietkonditionen und die Vorbereitung von Vermietungsgesprächen. Wer ein Center leitet, führt außerdem ein kleines Team aus Assistenz, technischem Leiter und Marketingverantwortlichen.
Wie wird man Center-Manager?
Es gibt keine geschützte Ausbildung. Üblich sind zwei Wege: eine kaufmännische Ausbildung im Einzelhandel oder in der Immobilienwirtschaft mit anschließender Weiterbildung, oder ein Studium in Immobilienwirtschaft, Betriebswirtschaft oder Facility Management. Viele Center-Manager kommen aus dem Filialgeschäft des Einzelhandels und kennen die Sicht der Mieter, andere aus der Immobilienverwaltung und kennen die Sicht der Eigentümer. Die Position ist fast nie eine Einstiegsstelle. Der übliche Zwischenschritt heißt Assistant Center Manager oder Objektmanagement, dort lernt man Nebenkostenabrechnung, Mietvertragsrecht und Dienstleistersteuerung.
Zertifikatskurse der Immobilienakademien und Verbände sind verbreitet und werden von Arbeitgebern gern gesehen, ersetzen aber die Praxis nicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten richten sich nach dem Center, nicht nach dem Kalender. Verkaufsoffene Sonntage, Weihnachtsgeschäft, Nachtarbeiten bei Umbauten, Erreichbarkeit bei Wasserschaden oder Alarm gehören dazu. Wer Konflikte scheut, ist am falschen Platz: Zwischen den Interessen des Eigentümers an Rendite und denen der Mieter an niedrigen Kosten steht der Center-Manager permanent in der Mitte. Der stationäre Handel ist unter Druck, Leerstände und Mietanpassungen nach unten sind Alltag, und Schließungen einzelner Standorte kommen vor. Auch das gehört zum Berufsbild: Man verwaltet manchmal einen Rückgang und nicht ein Wachstum.
Gefordert sind Zahlenverständnis, Verhandlungsgeschick, ein ruhiger Umgang mit Beschwerden und die Bereitschaft, auch selbst durch das Haus zu gehen und Mängel zu sehen, statt sie gemeldet zu bekommen.
Aussichten
Die Zahl klassischer Einkaufszentren wächst in Deutschland kaum noch, gute Manager für schwierige Standorte werden dennoch gesucht, ebenso für Fachmarktzentren, Nahversorgungszentren und gemischt genutzte Quartiere. Wer sich bewährt, übernimmt größere Objekte, mehrere Standorte als Regionalleitung oder wechselt in Asset Management, Vermietung oder Projektentwicklung. Der Wechsel zwischen Center-Betreiber, Immobilienverwaltung und Eigentümerseite ist üblich und meist mit einem Gehaltssprung verbunden.