BWL am Campus oder virtuell
Ein BWL-Studium vermittelt kaufmännisches Handwerkszeug für Aufgaben in Rechnungswesen, Personal, Marketing, Einkauf oder Controlling. Es lässt sich in Präsenz am Campus, dual im Betrieb oder als Fernstudium neben dem Beruf absolvieren.
24 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als BWL am Campus oder virtuell verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.500 € | 4.300 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.700 € | 5.800 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.500 € | 9.000 € | 78.000 € |
Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: Banken, Pharma, Automobil und Beratung zahlen deutlich über Handel, Tourismus und sozialen Trägern. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 9b bis 13, mit engerer Spanne und geringerem Spitzenverdienst als in der Privatwirtschaft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Betriebswirt?
Betriebswirtinnen und Betriebswirte steuern die kaufmännische Seite eines Unternehmens. Je nach Stelle heißt das: Monatsabschlüsse vorbereiten, Kostenstellen auswerten und Abweichungen erklären, Angebote von Lieferanten vergleichen und Preise verhandeln, Stellenausschreibungen formulieren und Bewerbungsgespräche führen, Werbebudgets planen oder Verkaufszahlen nach Regionen aufschlüsseln. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Zahlen aus verschiedenen Systemen zusammenzuziehen, sie in Tabellen und Präsentationen zu übersetzen und daraus eine Empfehlung zu formulieren, über die andere entscheiden. Dazu kommen Abstimmungen: mit der Fachabteilung, dem Steuerberater, dem Vertrieb, der Geschäftsführung. Wer im Controlling arbeitet, verbringt viel Zeit in Excel und im ERP-System; wer im Personalbereich landet, führt Gespräche und schreibt Arbeitsverträge; im Marketing dominieren Kampagnenplanung und Auswertung von Kennzahlen.
Wie wird man Betriebswirt?
Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften oder Universität, sechs bis sieben Semester lang. Voraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife; einige Hochschulen lassen auch Berufserfahrene mit Meisterbrief oder Fortbildungsabschluss ohne Abitur zu. Das Studium gibt es in mehreren Formen: klassisch am Campus mit Vorlesungen und Praxissemester, dual im Wechsel zwischen Hochschule und Ausbildungsbetrieb mit eigenem Gehalt, oder virtuell als Fern- und Onlinestudium, das neben Job und Familie läuft und meist selbst bezahlt werden muss. Inhaltlich ähneln sich die Wege, unterschiedlich sind Tempo, Betreuung und Netzwerk. Ein zweiter Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung und die Weiterbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt oder Geprüften Betriebswirt an einer Fachschule oder Industrie- und Handelskammer. Quereinstiege gelingen mit nachweisbarer Erfahrung in Buchhaltung, Einkauf oder Vertrieb, oft aber auf niedrigerer Einstiegsstufe.
Was der Beruf verlangt
Das Studium ist rechenlastiger, als viele erwarten. Statistik, Mathematik, Kosten- und Leistungsrechnung sind die Fächer mit den höchsten Abbruchquoten. Wer virtuell studiert, braucht vor allem Selbstdisziplin: Ohne festen Stundenplan und Lerngruppe brechen viele nach dem zweiten oder dritten Semester ab, besonders wenn parallel Vollzeit gearbeitet wird. Im Beruf selbst sind die Arbeitszeiten meist geregelt, Homeoffice ist verbreitet. Belastend sind die Stichtage: Quartals- und Jahresabschluss, Budgetrunden, Inventur. In diesen Wochen sind Überstunden Normalität. BWL ist außerdem ein Massenfach, entsprechend groß ist die Konkurrenz beim Einstieg. Ein Abschluss allein reicht selten; gefragt sind Praktika, ein erkennbarer Schwerpunkt und Kenntnisse in SAP, Datenanalyse und Englisch.
Aussichten
Der Bedarf an kaufmännischen Fachkräften bleibt hoch, weil jedes Unternehmen Rechnungswesen, Einkauf und Personalverwaltung braucht. Gleichzeitig verändert Automatisierung die Einstiegstätigkeiten: Belegerfassung und Standardauswertungen laufen zunehmend maschinell, gefragt sind Menschen, die Ergebnisse prüfen, einordnen und erklären. Wer sich früh spezialisiert - auf Steuern, Konzernrechnungslegung, Wirtschaftsprüfung, Logistik oder Data Analytics -, hat deutlich bessere Karten als Generalisten. Entwicklungswege führen über die Teamleitung in die Abteilungsleitung, über ein Masterstudium in Fach- oder Beratungsrollen oder über Zusatzqualifikationen wie Bilanzbuchhalter, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer. In größeren Unternehmen und Konzernen sind die Aufstiegsstufen klarer definiert, im Mittelstand ist die Bandbreite der Aufgaben größer.
Aufgaben
- Monats- und Jahresabschlüsse vorbereiten und Buchungen prüfen
- Kosten, Umsätze und Budgets auswerten und Abweichungen kommentieren
- Angebote einholen, vergleichen und mit Lieferanten verhandeln
- Personalvorgänge bearbeiten, von der Ausschreibung bis zum Vertrag
- Kennzahlen und Berichte für die Geschäftsführung aufbereiten
- Prozesse in ERP- und Buchhaltungssystemen pflegen und verbessern
- Projekte kalkulieren und deren Wirtschaftlichkeit nachhalten
Voraussetzungen
- Hochschulreife oder Fachhochschulreife, teils Zugang über Berufserfahrung
- Sicherheit im Rechnen und Verständnis für Statistik und Rechnungswesen
- gute Excel-Kenntnisse, zunehmend auch ERP-Systeme wie SAP
- Englisch in Wort und Schrift, besonders in international tätigen Firmen
- Genauigkeit und Ausdauer bei wiederkehrenden Auswertungen
- Selbstorganisation, im Fern- und Onlinestudium unverzichtbar
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen aller Größen
- Steuerberatungs-, Prüfungs- und Beratungsgesellschaften
- Banken und Versicherungen
- Behörden, Kommunen und öffentliche Betriebe
- Krankenhäuser, Verbände und soziale Träger
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre, wahlweise in Präsenz am Campus, dual mit Ausbildungsbetrieb oder virtuell als Fernstudium. Ein Masterstudium dauert weitere drei bis vier Semester und ist für Fach- und Führungsrollen in Konzernen häufig erwartet. Alternativ führt eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Geprüften oder Staatlich geprüften Betriebswirt in vergleichbare Aufgaben.
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