Was macht eine Bürokraft im Gebrauchtwagenankauf?
Der Arbeitstag beginnt meist mit den Terminen des Tages: Wer bringt sein Auto vorbei, welche Unterlagen fehlen, welche Fahrzeuge stehen noch auf dem Hof und warten auf den Abtransport. Kommt ein Verkäufer an, werden Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief geprüft, Fahrgestellnummer, Kilometerstand und Ausstattung ins System eingetragen, Vorschäden notiert und das Auto von allen Seiten fotografiert. Die technische Bewertung übernimmt in vielen Betrieben ein Kollege mit Kfz-Hintergrund, die Dokumentation und der Papierkram laufen über die Bürokraft.
Dazu gehören Kaufvertrag ausdrucken und erklären, Identität des Verkäufers prüfen, Abmeldung bei der Zulassungsstelle vorbereiten oder durchführen, Kennzeichen entstempeln lassen, Schlüssel und Papiere zuordnen und den Zahlungsauftrag an die Buchhaltung geben. Hinzu kommen Telefon und E-Mail-Postfach, Terminvergabe, Nachfassen bei Kunden, die nach der Bewertung nicht verkauft haben, sowie die Übergabe der Fahrzeuge an Transporteure oder Händler. In kleineren Autohäusern kommt auch Kasse, Post, Bestellung von Büromaterial und die Pflege der Onlineinserate dazu.
Wie wird man Bürokraft im Gebrauchtwagenankauf?
Es gibt keinen eigenen Ausbildungsberuf. Üblich sind Kaufleute für Büromanagement, Automobilkaufleute oder Kaufleute im Einzelhandel; Automobilkaufleute bringen das passende Fachwissen zu Fahrzeugpapieren, Zulassung und Gewährleistung schon mit. Viele Stellen sind auch für Quereinsteiger offen, etwa aus Verkauf, Hotellerie oder Verwaltung, wenn Bürosoftware, ordentliche Schriftform und Freundlichkeit am Schalter sitzen. Eingearbeitet wird meist im Betrieb, in einigen Wochen bis wenigen Monaten. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch immer verlangt, weil Fahrzeuge auf dem Hof rangiert und zur Zulassungsstelle oder zum Prüfstützpunkt gefahren werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist getaktet: Termine folgen dicht aufeinander, und zwischen zwei Kunden muss ein Vertrag fertig werden. Wer Verkaufsgespräche und Verwaltung nicht sauber trennen kann, verliert leicht den Überblick. Unangenehm sind Situationen, in denen der gebotene Preis deutlich unter der Erwartung des Verkäufers liegt; dann braucht es ruhige Sachlichkeit, auch bei Ärger. Bei Verdacht auf gefälschte Papiere, manipulierten Kilometerstand oder Unklarheiten zum Eigentümer ist Genauigkeit Pflicht, weil Fehler den Betrieb teuer werden können.
Gearbeitet wird zu den Öffnungszeiten des Handels, also häufig bis in den frühen Abend und regelmäßig am Samstag. Der Arbeitsplatz ist ein Mischplatz: Schreibtisch, Empfang, Hof. Kälte, Nässe und Lärm gehören dazu, wenn Fahrzeuge aufgenommen werden. Die Bezahlung liegt im Bürobereich eher im mittleren Feld, in manchen Betrieben gibt es variable Anteile, die an abgeschlossene Ankäufe gekoppelt sind.
Aussichten
Der Gebrauchtwagenhandel ist stabil, Ankaufsstationen und Onlineplattformen mit Filialnetz suchen laufend Personal, und die Fluktuation ist hoch. Wer bleibt, kann Stationsleitung, Bewertung und Einkauf, Fahrzeugdisposition oder den Verkauf übernehmen. Mit Weiterbildung zum Automobilkaufmann, zum Fachwirt im Kfz-Gewerbe oder zum geprüften Automobilverkäufer öffnen sich Wege in Handel und Betriebsleitung. Digitale Bewertungssysteme nehmen Routinearbeit ab, verschieben das Anforderungsprofil aber stärker in Richtung Kundengespräch und Prüfung der Unterlagen.