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Vertrieb & Kundenservice

Automobilverkäufer

Automobilverkäufer beraten Kunden beim Kauf von Neu- und Gebrauchtwagen, kalkulieren Finanzierung und Leasing und schließen Kaufverträge ab. Ein großer Teil des Einkommens hängt an erreichten Verkaufszahlen.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Automobilverkäufer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.700 € 3.200 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.800 € 4.800 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.500 € 8.000 € 66.000 €

Das Einkommen setzt sich fast immer aus einem niedrigen Fixum und einer Provision je verkauftem Fahrzeug und Zusatzprodukt zusammen, sodass die Spanne stark schwankt. Entscheidend sind Marke, Standort und Segment: Premium-, Flotten- und Nutzfahrzeugvertrieb zahlen deutlich besser als der Verkauf von Kleinwagen; Tarifbindung besteht nur in wenigen Herstellerniederlassungen, dort nach den Tarifverträgen des Kfz-Gewerbes.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Automobilverkäufer?

Automobilverkäufer verkaufen Fahrzeuge im Autohaus oder Nutzfahrzeugbetrieb. Der Alltag besteht aus Beratungsgesprächen im Ausstellungsraum, Telefonaten mit Interessenten, Probefahrten und der Arbeit am Konfigurator. Zu jedem Angebot gehört eine Kalkulation: Listenpreis, Nachlass, Bewertung des Gebrauchtwagens, den der Kunde in Zahlung gibt, dazu Finanzierungs- oder Leasingrate, Versicherung, Garantieverlängerung, Winterräder. Der Verkauf dieser Zusatzprodukte ist ein wesentlicher Teil des Geschäfts, weil die Marge am Fahrzeug selbst oft klein ist.

Nach dem Vertragsabschluss geht die Arbeit weiter: Bestellung beim Hersteller, Terminverfolgung, Zulassung, Vorbereitung der Übergabe, Einweisung in die Fahrzeugtechnik. Dazu kommen Pflege der Kundendatenbank, Nachfassen bei alten Kunden, Vorbereitung von Leasingrückläufen und die Bearbeitung von Anfragen über Online-Fahrzeugbörsen. Wer im Gebrauchtwagengeschäft arbeitet, bewertet Fahrzeuge, kalkuliert Aufbereitungskosten und entscheidet über Ankauf.

Wie wird man Automobilverkäufer?

Der gängigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Automobilkaufmann oder Kaufmann im Einzelhandel, dauert drei Jahre und endet mit einem Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Darauf baut die Weiterbildung zum geprüften Automobilverkäufer auf, die von den Herstellern und den Kammern angeboten wird und für viele Marken Voraussetzung für den Verkauf ist. Auch Kfz-Mechatroniker wechseln häufig in den Verkauf und bringen technisches Wissen mit, das im Gespräch hilft. Der Quereinstieg aus anderen Vertriebsberufen ist möglich, wenn Verkaufserfahrung nachgewiesen wird; Marken- und Produktschulungen folgen dann im Betrieb. Ein Führerschein der Klasse B ist Pflicht, weitere Klassen sind im Nutzfahrzeugbereich von Vorteil.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf lebt von Zahlen. Monatsziele, Stückzahlen pro Modell, Finanzierungsquote und Zubehörumsatz werden ausgewertet, und ein schwacher Monat wirkt sich direkt auf das Einkommen aus, weil das Fixum meist niedrig ist und die Provision den Ausschlag gibt. Samstagsarbeit gehört zum Standard, Feierabend richtet sich nach dem letzten Kundengespräch, und Verkaufsaktionen oder Messen fallen auf Wochenenden. Viele Gespräche führen zu nichts, Kunden vergleichen online und verhandeln hart, und der Preisdruck durch Herstellervorgaben und Onlineportale ist hoch. Wer Ablehnung persönlich nimmt oder ungern von sich aus Kontakt aufnimmt, wird in diesem Beruf unglücklich.

Aussichten

Autohäuser suchen weiterhin Verkäufer, gute Kräfte mit belegbaren Abschlüssen sind gesucht. Gleichzeitig verändert sich das Geschäft: Direktvertriebs- und Agenturmodelle einzelner Hersteller verlagern die Preisgestaltung weg vom Händler, der Verkäufer wird stärker zum Berater mit fester Vergütung. Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und Abo- oder Leasingmodelle verlangen neues Wissen. Entwicklungswege führen zum Verkaufsleiter, zur Leitung des Gebrauchtwagengeschäfts, in den Flotten- und Großkundenvertrieb, der oft besser zahlt und planbarere Zeiten hat, oder über eine Weiterbildung zum Betriebswirt in die Geschäftsführung eines Autohauses.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche und Bedarfsermittlung im Ausstellungsraum
  • Fahrzeuge konfigurieren und Angebote kalkulieren
  • Probefahrten organisieren und begleiten
  • Finanzierung, Leasing, Versicherung und Zubehör vermitteln
  • Gebrauchtwagen bewerten und in Zahlung nehmen
  • Kaufverträge abschließen und Bestellungen abwickeln
  • Fahrzeugübergabe vorbereiten und Kunden einweisen
  • Kundendatenbank pflegen und Bestandskunden nachfassen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung oder Kfz-Ausbildung, häufig ergänzt um die Prüfung zum Automobilverkäufer
  • Führerschein Klasse B
  • Sicheres Auftreten, Gesprächsführung und Verhandlungsgeschick
  • Technisches Grundverständnis für Fahrzeuge und Antriebsarten
  • Belastbarkeit gegenüber Verkaufszielen und Absagen
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit und variablen Arbeitszeiten

Wo man arbeitet

  • Marken-Autohäuser und Vertragshändler
  • Freie Kfz-Händler und Gebrauchtwagenzentren
  • Nutzfahrzeug- und Landmaschinenhandel
  • Niederlassungen von Herstellern
  • Onlinehändler für Fahrzeuge

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Automobilkaufmann oder Kaufmann im Einzelhandel mit IHK-Abschluss. Darauf folgt in der Regel die Weiterbildung zum geprüften Automobilverkäufer sowie markenspezifische Zertifizierungen des Herstellers. Auch Kfz-Mechatroniker und Bewerber mit Vertriebserfahrung steigen über diese Zusatzqualifikation in den Verkauf ein.

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