Was macht ein Serviceberater Kfz?
Der Serviceberater sitzt am Empfang der Werkstatt und übersetzt in beide Richtungen. Morgens rollen die Fahrzeuge zur Direktannahme herein: Kundenanliegen aufnehmen, Fahrzeug gemeinsam am Hebebühne oder Annahmeplatz begutachten, Schäden und Vorschäden dokumentieren, Serviceheft und Garantieumfang prüfen. Daraus entsteht der Auftrag, den die Mechaniker abarbeiten. Der Serviceberater legt ihn im Dealer-Management-System an, kalkuliert Arbeitswerte und Teilepreise, holt bei Kostensteigerungen die Freigabe des Kunden ein und koordiniert Ersatzwagen, Abschleppdienst oder Hol- und Bringservice.
Über den Tag verteilt kommen Rückfragen aus der Werkstatt, Anrufe von Kunden, Terminverschiebungen, Teile, die nicht geliefert wurden. Bei Garantie- und Kulanzfällen läuft die Abstimmung mit dem Hersteller oder Importeur, bei Unfallschäden mit Versicherungen und Gutachtern. Zum Schluss steht die Fahrzeugrückgabe: erklären, was gemacht wurde, warum es das gekostet hat, und was beim nächsten Mal ansteht. Dazu gehört auch der Verkauf von Zusatzleistungen wie Achsvermessung, Klimaservice oder Reifeneinlagerung.
Wie wird man Serviceberater Kfz?
Der übliche Weg führt über die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker und einige Jahre in der Werkstatt. Darauf setzt eine Weiterbildung zum zertifizierten Serviceberater auf, angeboten von Handwerkskammern, dem Kfz-Gewerbe und vor allem von den Herstellern selbst, die eigene Zertifizierungsprogramme mit mehreren Modulen fahren. Auch Kfz-Servicetechniker, Kfz-Meister oder Automobilkaufleute wechseln in die Position. Ein Quereinstieg aus dem Verkauf oder Kundendienst ist möglich, wird ohne technisches Fundament aber schwierig: Wer nicht einschätzen kann, ob ein Geräusch das Radlager oder die Bremse ist, verliert im Gespräch mit Kunden und Werkstatt schnell an Boden.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitstag ist von außen getaktet. Zwischen sieben und neun Uhr laufen die Annahmen gebündelt auf, danach reißt das Telefon nicht ab, und um siebzehn Uhr wollen alle ihr Auto zurück. Serviceberater arbeiten in einem Dauerkonflikt: Die Werkstatt hat keine Kapazität, der Hersteller gibt Zeitvorgaben, der Kunde will es günstig und sofort. Beschwerden landen zuerst hier, auch wenn der Fehler in der Werkstatt passiert ist. Wer schlecht mit Druck und mit verärgerten Menschen umgehen kann, hält das nicht lange durch.
Die Arbeit findet überwiegend im Stehen und Gehen zwischen Annahme, Halle und Büro statt, oft im Lärm und in der Kälte der offenen Tore. Samstagsdienste sind in vielen Autohäusern normal, Überstunden in Saisonspitzen wie dem Reifenwechsel ebenso. Auf viele Stellen sind Umsatz- oder Kundenzufriedenheitsziele gelegt, ein Teil des Einkommens hängt daran.
Aussichten
Autohäuser suchen dauerhaft Serviceberater, weil erfahrene Mechatroniker mit Kundenkontakt knapp sind. Die Elektromobilität verändert die Inhalte: weniger Ölwechsel, mehr Hochvolt-, Software- und Diagnosethemen, entsprechende Schulungen sind Pflicht. Entwicklungswege führen zum Serviceleiter, Werkstattleiter oder Kundendienstleiter, über den Kfz-Meister oder einen Betriebswirt des Handwerks auch in die Betriebsleitung. Ein Wechsel in den Fahrzeugverkauf, in die Garantieabwicklung beim Importeur oder in den technischen Außendienst der Hersteller ist ebenfalls verbreitet.