Was macht ein Bürokaufmann?
Bürokaufleute halten den Verwaltungsbetrieb eines Unternehmens am Laufen. Sie erfassen Eingangsrechnungen, prüfen sie sachlich und rechnerisch, buchen sie vor und geben sie an die Buchhaltung weiter. Sie schreiben Angebote und Auftragsbestätigungen, überwachen Zahlungseingänge und mahnen offene Posten an. Dazu kommt der gesamte Schriftverkehr mit Kunden, Lieferanten, Behörden und Krankenkassen, per E-Mail, im ERP-System und manchmal noch auf Papier.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Koordination: Termine planen, Besprechungsräume buchen, Dienstreisen organisieren, Protokolle schreiben, Ablagen und Dateisysteme pflegen. Wer in einem kleinen Betrieb arbeitet, macht von allem etwas und ist zugleich erste Anlaufstelle am Telefon. In größeren Unternehmen ist die Arbeit stärker geschnitten, etwa auf Auftragsabwicklung, Personalsachbearbeitung, Einkauf oder Rechnungsprüfung. Excel, Outlook, ein Warenwirtschafts- oder ERP-System wie SAP oder DATEV und ein Dokumentenmanagement gehören zum täglichen Werkzeug.
Wie wird man Bürokaufmann?
Üblich ist die duale Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement, drei Jahre in Betrieb und Berufsschule, mit gestreckter Abschlussprüfung vor der IHK. Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, mit gutem Hauptschulabschluss ist ein Einstieg möglich, mit Abitur eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre. Während der Ausbildung werden zwei Wahlqualifikationen gewählt, etwa Personalwirtschaft, Auftragssteuerung, kaufmännische Steuerung oder Assistenz.
Der Quereinstieg ist in kaum einem kaufmännischen Beruf so verbreitet. Wer aus dem Einzelhandel, aus einer Praxis oder aus der Sachbearbeitung kommt, findet häufig eine Stelle ohne einschlägigen Abschluss, besonders in kleinen und mittleren Betrieben. Umschulungen über die Agentur für Arbeit dauern in der Regel zwei Jahre und enden mit derselben IHK-Prüfung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist sitzend und bildschirmintensiv, meist von Montag bis Freitag zu geregelten Zeiten. Belastend ist weniger die einzelne Aufgabe als die Gleichzeitigkeit: Das Telefon klingelt, während eine Frist läuft und drei Kollegen etwas nachfragen. Sorgfalt zählt, weil Fehler bei Zahlen, Fristen und Verträgen teuer werden. Viele Tätigkeiten wiederholen sich, wer Abwechslung braucht, empfindet das als monoton.
Dazu kommt eine unbequeme Wahrheit: Das Anforderungsprofil ist breit, die Bezahlung im unteren Mittelfeld, und die Verhandlungsposition ist schwach, weil viele Menschen den Beruf ausüben können. Wertschätzung ist nicht selbstverständlich, Büroarbeit wird oft als Zuarbeit gesehen. Homeoffice ist möglich, aber längst nicht überall üblich.
Aussichten
Bürokaufleute werden weiterhin in nahezu jeder Branche gesucht, allerdings verändert sich der Zuschnitt. Reine Erfassungs- und Ablagetätigkeiten fallen durch digitale Rechnungsverarbeitung, automatisierte Workflows und Selbstbedienungsportale weg. Gefragt sind stattdessen Leute, die Prozesse verstehen, Systeme sicher bedienen und Ausnahmen selbstständig klären.
Wer weiterkommen will, spezialisiert sich: Lohn- und Gehaltsbuchhaltung, Finanzbuchhaltung, Personalwesen, Einkauf oder Assistenz der Geschäftsführung. Aufbauend gibt es die Fortbildungen zum Fachwirt für Büro- und Projektorganisation, zum Personalfachkaufmann oder zum Bilanzbuchhalter, die spürbar mehr Verantwortung und Gehalt bringen. Auch ein berufsbegleitendes Studium in Betriebswirtschaft ist ein gangbarer Weg.