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Finanzen & Controlling

Buchhaltungsfachkraft

Buchhaltungsfachkräfte erfassen und prüfen alle Geschäftsvorfälle eines Betriebs, buchen Rechnungen, Zahlungen und Löhne und liefern die Zahlen für Abschlüsse und Steuererklärungen. Der Beruf ist stark von Fristen und Sorgfalt geprägt.

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Gehalt

Was man als Buchhaltungsfachkraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.400 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.600 € 4.300 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.600 € 6.000 € 55.200 €

Am stärksten wirken Qualifikation und Betriebsgröße: Mit Bilanzbuchhalterabschluss und Abschlusssicherheit liegen die Gehälter deutlich über der reinen Kontierungstätigkeit, große Industrieunternehmen zahlen mehr als kleine Kanzleien. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD, in tarifgebundenen Betrieben nach den jeweiligen Branchentarifen; ohne Tarifbindung ist die Spanne breit und regional unterschiedlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Buchhaltungsfachkraft?

Im Zentrum steht die laufende Buchführung: Eingangsrechnungen werden geprüft, Kostenstellen und Konten zugeordnet und im Buchhaltungsprogramm erfasst. Ausgangsrechnungen werden geschrieben, offene Posten überwacht, Mahnungen verschickt. Kontoauszüge werden mit den Buchungen abgeglichen, Kassen abgestimmt, Reisekostenabrechnungen kontrolliert. Monatlich kommt die Umsatzsteuervoranmeldung, dazu Abgrenzungen, Rückstellungen und Abschreibungen, damit am Jahresende ein belastbarer Abschluss entsteht.

Je nach Betriebsgröße ist die Arbeit breit oder eng geschnitten. In einem kleinen Unternehmen macht eine Person alles vom Zahlungsverkehr bis zur Lohnabrechnung. In größeren Häusern gibt es getrennte Bereiche für Kreditoren, Debitoren, Anlagenbuchhaltung und Lohn. In Steuerberatungskanzleien werden mehrere Mandanten parallel betreut, mit ständig wechselnden Branchen und Belegqualitäten. Ein wachsender Teil der Arbeit besteht darin, digitale Belegflüsse zu betreuen, Schnittstellen zu prüfen und Buchungsvorschläge der Software zu korrigieren.

Wie wird man Buchhaltungsfachkraft?

Der häufigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, im Groß- und Außenhandel, in der Industrie oder als Steuerfachangestellte. Darauf folgt oft eine Weiterbildung zur Finanzbuchhalterin oder zum Bilanzbuchhalter, die berufsbegleitend an Kammern und privaten Bildungsträgern angeboten wird. Der geprüfte Bilanzbuchhalter ist ein Abschluss auf Meisterniveau und öffnet die Tür zu anspruchsvollen Abschlussarbeiten.

Quereinstieg ist möglich und verbreitet, vor allem über Lehrgänge in Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung mit Praxisteil in einer gängigen Software. Wer aus einem anderen kaufmännischen Bereich kommt, findet häufig zunächst in der Kreditorenbuchhaltung Anschluss und arbeitet sich weiter vor. Ohne Nachweis über Buchungspraxis und Softwarekenntnisse bleibt der Einstieg allerdings schwierig.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist detailgenau und wenig verzeihend: Ein falsches Konto oder ein vertauschter Steuerschlüssel fällt oft erst Monate später auf und kostet Zeit. Wer mit Zahlen ungeduldig wird oder Routine schlecht erträgt, ist hier fehl am Platz. Die Arbeitszeiten liegen meist in normalen Bürozeiten, doch zum Monats-, Quartals- und Jahreswechsel entstehen deutliche Spitzen, in Kanzleien zusätzlich vor Fristen für Steuererklärungen. Überstunden in diesen Wochen sind üblich.

Der Job ist überwiegend sitzend und bildschirmintensiv. Steuerrecht und Bilanzierungsvorschriften ändern sich laufend, Fortbildung gehört dauerhaft dazu. Wer wenig eigenständig arbeitet, gerät unter Druck, weil Rückfragen an Fachabteilungen, Steuerberatung und Prüfer selbst organisiert werden müssen. Teilzeit und Homeoffice sind vergleichsweise gut möglich.

Aussichten

Buchhaltungskräfte werden weiterhin gesucht, besonders solche mit Abschlusssicherheit und Erfahrung in Lohnabrechnung. Gleichzeitig automatisieren Software und Belegerkennung einen Teil der reinen Erfassungsarbeit. Wer nur Belege eintippt, verliert Boden; wer Sachverhalte beurteilen, Prozesse betreuen und Abschlüsse erstellen kann, gewinnt. Entwicklungswege führen zum Bilanzbuchhalter, zur Leitung der Finanzbuchhaltung, ins Controlling, in die Lohn- und Gehaltsabrechnung oder mit weiterem Studium in Richtung Steuerberatung.

Aufgaben

  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen prüfen und kontieren
  • Zahlungsverkehr abwickeln und Bankkonten abstimmen
  • offene Posten überwachen und Mahnläufe durchführen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen und Fristen einhalten
  • Monats- und Jahresabschlüsse vorbereiten oder erstellen
  • Anlagevermögen erfassen und Abschreibungen buchen
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen vorbereiten
  • Unterlagen für Steuerberatung und Betriebsprüfung zusammenstellen

Voraussetzungen

  • kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Praxis in der Buchhaltung
  • sicherer Umgang mit Buchhaltungssoftware wie DATEV, SAP oder Lexware
  • Kenntnisse in Umsatzsteuer und handelsrechtlicher Bilanzierung
  • sehr genaue, strukturierte Arbeitsweise und Belastbarkeit zu Stoßzeiten
  • Verschwiegenheit im Umgang mit Gehalts- und Unternehmensdaten
  • gute Excel-Kenntnisse, in internationalen Betrieben auch Englisch

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien
  • Handwerksbetriebe und Mittelstand
  • öffentliche Verwaltung und kommunale Betriebe
  • Vereine, Verbände und soziale Träger
  • externe Buchhaltungsdienstleister

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Steuerfachangestellte oder Kauffrau für Büromanagement, mit Kammerabschluss. Darauf folgt meist eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Finanzbuchhalterin (einige Monate) oder zum geprüften Bilanzbuchhalter (ein bis zwei Jahre). Quereinsteiger qualifizieren sich über Lehrgänge mit Softwarepraxis und arbeiten sich aus der Kreditorenbuchhaltung weiter vor.

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