Brandschutzmonteur
Brandschutzmonteure bauen vorbeugende Brandschutztechnik in Gebäude ein: Brandschutzklappen, Abschottungen von Kabel- und Rohrdurchführungen, Brandschutztüren, Beschichtungen und Rauchschutzvorhänge. Sie arbeiten meist auf Baustellen und in bestehenden Gebäuden im Auftrag von Fachbetrieben.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Brandschutzmonteur verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.850 € | 3.200 € | 34.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.000 € | 4.800 € | 48.000 € |
Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe oder dem Tarifvertrag des Ausbaugewerbes; in nicht tarifgebundenen Montagebetrieben streuen die Löhne stärker. Auslösung, Fahrzeiten- und Überstundenvergütung sowie Prüfberechtigungen für Brandschutzklappen und Feststellanlagen erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich, ebenso das Lohnniveau der Region.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Brandschutzmonteur?
Brandschutzmonteure setzen den baulichen Brandschutz handwerklich um. Wo Kabel, Lüftungskanäle oder Rohre eine Brandwand oder Geschossdecke durchdringen, entsteht eine Schwachstelle. Diese Öffnungen werden mit Mörtelschotts, Brandschutzkissen, Manschetten, Dämmschichtbildnern oder Weichschotts verschlossen, damit Feuer und Rauch nicht von einem Abschnitt in den nächsten übergreifen. Dazu kommen der Einbau und die Wartung von Brandschutzklappen in Lüftungsanlagen, das Montieren und Einstellen von Brandschutztüren und -toren, das Anbringen von Rauchschutzvorhängen sowie das Beschichten von Stahlträgern mit dämmschichtbildenden Anstrichen oder Brandschutzplatten.
Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation. Jede Abschottung wird fotografiert, mit einem Kennzeichnungsschild versehen und in Revisionsunterlagen erfasst, weil der Nachweis später gegenüber Sachverständigen und Behörden zählt. Ebenso wichtig ist das Lesen von Zulassungen: Ein Produkt darf nur genau so eingebaut werden, wie es die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder das Prüfzeugnis beschreibt. Wer davon abweicht, macht die Konstruktion unwirksam. Neben Neubauten spielt das Bestandsgeschäft eine große Rolle, etwa in Krankenhäusern, Schulen, Rechenzentren oder Industrieanlagen, wo Mängel aus Prüfberichten abgearbeitet werden.
Wie wird man Brandschutzmonteur?
Einen eigenen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Die meisten kommen aus einem Bauhandwerk oder aus der Technik: Trockenbaumonteur, Maurer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker, Metallbauer, Tischler oder Maler. Auf dieser Basis erfolgt die Einarbeitung im Betrieb, ergänzt durch Herstellerschulungen zu einzelnen Systemen und durch Fachkundelehrgänge, etwa zur Fachkraft für vorbeugenden Brandschutz oder zur befähigten Person für die Prüfung von Brandschutzklappen und Feststellanlagen. Ein Quereinstieg als Helfer ist verbreitet, führt aber ohne Ausbildung und Schulungsnachweise selten zu selbstständiger Montage und Abnahme. Führerschein und die Bereitschaft zu Montageeinsätzen werden fast immer erwartet.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich und findet oft in unangenehmen Positionen statt: über Kopf auf der Leiter oder Hebebühne, kniend in Schächten, in engen Abstellräumen und Zwischendecken. Staub, Mörtel, Mineralwolle und Lösemittel gehören dazu, Schutzausrüstung ist Pflicht. Wechselnde Baustellen bedeuten Fahrzeiten, Montagewochen mit Übernachtung und Arbeit unter Zeitdruck, weil der Brandschutz häufig am Ende des Bauablaufs kommt. Wartungen in Krankenhäusern, Hotels oder Betrieben werden manchmal nachts oder am Wochenende ausgeführt, um den Betrieb nicht zu stören. Gleichzeitig ist Sorgfalt gefragt: Eine schlampig ausgeführte Abschottung fällt im Normalbetrieb nicht auf, im Brandfall aber schon. Wer nicht genau arbeiten oder Zulassungstexte nicht lesen mag, ist hier falsch.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil bis steigend. Prüfpflichten für Brandschutzklappen, Feststellanlagen und Abschottungen wiederholen sich in festen Intervallen, und viele Bestandsgebäude haben dokumentierte Mängel. Sanierung, Rechenzentrumsbau und strengere Kontrollen sorgen für Aufträge auch dann, wenn der Neubau schwächer läuft. Fachbetriebe finden schwer Personal, Einstiegschancen sind entsprechend gut. Entwicklungswege führen über die Montageleitung und Bauleitung, die Prüfung von Anlagen als befähigte Person, die Meisterprüfung im zugrunde liegenden Handwerk oder eine Weiterbildung zum Fachplaner beziehungsweise Sachkundigen für vorbeugenden Brandschutz. Auch die Selbstständigkeit als Fachbetrieb ist möglich, verlangt aber Nachweise, Herstellerzertifizierungen und Haftungsbewusstsein.
Aufgaben
- Kabel-, Rohr- und Lüftungsdurchführungen brandschutztechnisch abschotten
- Brandschutzklappen einbauen, einstellen und wiederkehrend prüfen
- Brandschutztüren, -tore und Rauchschutzvorhänge montieren und justieren
- Stahlbauteile mit Dämmschichtbildnern oder Platten bekleiden
- Zulassungen und Verarbeitungsvorgaben der Hersteller umsetzen
- Ausgeführte Abschottungen kennzeichnen, fotografieren und dokumentieren
- Mängel aus Prüfberichten in Bestandsgebäuden beseitigen
- Material disponieren und Baustellen mit anderen Gewerken abstimmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene handwerkliche oder technische Ausbildung, häufig Trockenbau, SHK, Elektro oder Metallbau
- Herstellerschulungen und Fachkundenachweise für die eingesetzten Systeme
- Sorgfalt und Verständnis für technische Zeichnungen und Zulassungstexte
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, Arbeiten über Kopf und in Engstellen
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Montage- und Reisetätigkeit
- Zuverlässige Dokumentation, oft mit Tablet oder App
Wo man arbeitet
- Fachbetriebe für vorbeugenden Brandschutz
- Trockenbau- und Ausbauunternehmen
- Anlagenbau und technische Gebäudeausrüstung
- Facility-Management- und Wartungsdienstleister
- Industrie- und Kraftwerksservice
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung in einem Bauhandwerk oder technischen Beruf, etwa Trockenbaumonteur, Anlagenmechaniker SHK oder Elektroniker. Darauf folgt die Einarbeitung im Fachbetrieb, ergänzt um Hersteller- und Fachkundelehrgänge im vorbeugenden Brandschutz. Ein Einstieg als Helfer ohne Ausbildung ist möglich, für selbstständige Montage und Prüfung sind Nachweise nötig.
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