Was macht ein Bilanzbuchhalter?
Bilanzbuchhalter führen die Bücher eines Unternehmens so, dass am Ende ein prüfungsfester Abschluss dabei herauskommt. Sie kontieren und buchen Rechnungen, Bankbewegungen und Löhne, stimmen Konten ab, bilden Rückstellungen und Abgrenzungen, bewerten Vorräte und Forderungen und rechnen Anlagevermögen ab. Zum Monatsende kommt der Abschluss: Sachkonten klären, offene Posten prüfen, Umsatzsteuervoranmeldung erstellen, Zahlen an Controlling und Geschäftsführung übergeben. Einmal im Jahr folgt der Jahresabschluss mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang, oft begleitet von einer Wirtschaftsprüfung, für die Unterlagen und Erläuterungen bereitgestellt werden.
In kleineren Betrieben deckt eine Person die gesamte Finanzbuchhaltung ab, inklusive Zahlungsverkehr und Mahnwesen. In Konzernen ist die Arbeit aufgeteilt: Hauptbuch, Debitoren, Kreditoren, Anlagen, Konsolidierung. Wer nach IFRS oder US-GAAP arbeitet, erstellt parallel zwei Sichten auf dieselben Geschäftsvorfälle. Ein wachsender Teil der Arbeit besteht darin, Prozesse in Systemen wie SAP, DATEV oder Microsoft Dynamics einzurichten, Schnittstellen zu prüfen und automatisierte Buchungen zu kontrollieren.
Wie wird man Bilanzbuchhalter?
Der klassische Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Steuerfachangestellter oder Kaufmann für Büromanagement, mehrere Jahre Praxis in der Buchhaltung und anschließend die Fortbildung zum geprüften Bilanzbuchhalter vor der Industrie- und Handelskammer. Diese Weiterbildung dauert berufsbegleitend etwa 18 bis 24 Monate und endet mit einer anspruchsvollen Prüfung, deren Durchfallquoten nicht niedrig sind. Alternativ steigen Absolventen eines Studiums in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder Steuern direkt als Accountant ein und arbeiten sich über Debitoren- oder Kreditorenbuchhaltung nach oben. Quereinstieg ist möglich, wenn Buchhaltungserfahrung vorhanden ist, ohne fachlichen Nachweis aber selten über einfache Buchungstätigkeiten hinaus.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist detailgenau und wenig verzeihend: Ein falsch kontierter Vorgang fällt spätestens bei der Prüfung auf. Genauigkeit über Stunden hinweg, Verständnis für Handelsgesetzbuch und Steuerrecht sowie die Bereitschaft, Vorschriften laufend nachzulesen, gehören dazu. Belastend sind die Spitzen: Zum Monats-, Quartals- und besonders zum Jahresabschluss entstehen Überstunden, in den ersten Wochen des Jahres oft dauerhaft. Zwischen den Abschlüssen ist es ruhiger. Die Tätigkeit ist überwiegend Bildschirmarbeit im Sitzen, häufig gut mit Teilzeit und Homeoffice vereinbar. Wer Konflikte scheut, hat es schwer: Bilanzbuchhalter müssen Fachabteilungen fehlende Belege abverlangen und der Geschäftsführung auch unangenehme Zahlen erklären.
Aussichten
Qualifizierte Bilanzbuchhalter werden bundesweit gesucht, in Steuerberatungskanzleien wie in Unternehmen aller Branchen. Routinebuchungen werden zunehmend automatisiert, die Bewertung von Sachverhalten und die Verantwortung für den Abschluss bleiben jedoch bei Menschen. Entwicklungswege führen zur Leitung der Finanzbuchhaltung, zum Head of Accounting oder Kaufmännischen Leiter, über Zusatzqualifikationen in Richtung internationale Rechnungslegung, Konzernkonsolidierung oder Steuerrecht. Der Wechsel ins Controlling oder in die Wirtschaftsprüfung ist gängig.