Was macht man mit Betriebswirtschaftslehre am virtuellen Campus?
Während des Studiums besteht die Arbeit aus Selbststudium: Studienhefte und Skripte lesen, aufgezeichnete Vorlesungen ansehen, Übungsaufgaben rechnen, in Online-Seminaren Fälle besprechen und Klausuren in Prüfungszentren oder per überwachter Onlineprüfung schreiben. Die Inhalte entsprechen einem Präsenzstudium: Buchführung und Jahresabschluss, Kosten- und Leistungsrechnung, Investition und Finanzierung, Statistik, Wirtschaftsmathematik, Marketing, Personal, Wirtschaftsrecht und Volkswirtschaftslehre. Wer sich auf Finanzen und Controlling spezialisiert, vertieft Bilanzierung nach HGB und IFRS, Unternehmensbewertung, Steuerlehre und Planungsrechnung.
Nach dem Abschluss sieht der Arbeitsalltag je nach Stelle anders aus. Im Controlling entstehen Monatsabschlüsse, Abweichungsanalysen, Forecasts und Budgetrunden; ein großer Teil der Zeit geht in Datenaufbereitung mit Excel, ERP-Systemen wie SAP und Reporting-Werkzeugen. Im Finanz- und Rechnungswesen werden Konten geführt, Zahlungsläufe freigegeben, Abschlüsse erstellt und Fragen von Wirtschaftsprüfern beantwortet.
Wie wird man Betriebswirt über den virtuellen Campus?
Voraussetzung ist die Hochschulzugangsberechtigung, also Abitur oder Fachhochschulreife. Auch beruflich Qualifizierte werden zugelassen, meist mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Praxis, teilweise nach einer Eingangsprüfung oder einem Probesemester. Der Bachelor umfasst 180 Credits; in Vollzeit dauert er sechs Semester, in der berufsbegleitenden Variante planen die Hochschulen acht bis zwölf Semester ein. Anbieter sind staatliche Fernhochschulen wie die FernUniversität in Hagen und private, staatlich anerkannte Hochschulen. Wichtig ist die Akkreditierung des Studiengangs, weil sie über die Anerkennung im öffentlichen Dienst und den Zugang zum Master entscheidet.
Ein Fernstudium kostet in der Regel Geld: an privaten Hochschulen mehrere Hundert Euro pro Monat, an staatlichen Fernhochschulen deutlich weniger. Manche Arbeitgeber beteiligen sich an den Gebühren.
Was der Beruf verlangt
Die Abbruchquoten in Fernstudiengängen sind hoch, und das hat einen nüchternen Grund: Niemand erinnert an Termine, es gibt keine Kommilitonen im Hörsaal und keinen äußeren Rhythmus. Wer nach Feierabend und am Wochenende lernt, verliert Freizeit über Jahre hinweg. Rechnen ist unumgänglich, besonders in Statistik und Wirtschaftsmathematik, und genau daran scheitern viele im ersten Studienjahr. Prüfungen finden zu festen Terminen statt, oft samstags und mit Anreise zu einem Prüfungszentrum.
Im späteren Berufsalltag prägen Abschlusstermine den Takt: Zum Monats-, Quartals- und Jahresende wird es eng, Überstunden sind dann üblich. Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, sitzend, mit viel Abstimmung per Mail und Videokonferenz.
Aussichten
Kaufmännische Fachkräfte mit Zahlenverständnis werden weiterhin gesucht, besonders im Controlling und in der Bilanzbuchhaltung. Gleichzeitig ist BWL der am häufigsten studierte Studiengang in Deutschland, der Wettbewerb um Einstiegsstellen in bekannten Unternehmen ist entsprechend groß. Ein Fernstudium wirkt am stärksten, wenn Berufserfahrung dazukommt: Die Kombination aus Praxis und Abschluss öffnet intern häufig den Weg zur Teamleitung. Weiter geht es über einen Master, den Steuerberater, den Wirtschaftsprüfer oder Zertifikate im Controlling. Automatisierung nimmt Routinebuchungen ab und verlagert den Schwerpunkt auf Analyse, Systemkenntnis und Kommunikation mit Fachabteilungen.