Beteiligungsmanager
Beteiligungsmanager steuern und überwachen die Unternehmensbeteiligungen eines Investors, Konzerns oder einer Kommune. Sie prüfen neue Beteiligungen, begleiten bestehende und bereiten Käufe und Verkäufe vor.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Beteiligungsmanager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.000 € | 5.000 € | 7.500 € | 60.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.500 € | 7.000 € | 11.000 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.500 € | 10.000 € | 16.000 € | 120.000 € |
Das Gehalt hängt vor allem vom Arbeitgeber ab: Im öffentlichen Dienst wird nach TVöD meist in den Entgeltgruppen E11 bis E13 bezahlt, in Private-Equity-Gesellschaften liegen die Grundgehälter deutlich höher und werden durch Boni und Gewinnbeteiligungen ergänzt, die hier nicht enthalten sind. Auch Fondsgröße und Standort, etwa Frankfurt oder München, wirken sich stark aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Beteiligungsmanager?
Beteiligungsmanager kümmern sich um Unternehmen, an denen ihr Arbeitgeber Anteile hält oder erwerben will. Bei Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften steht das Investieren im Vordergrund: Geschäftsmodelle sichten, Finanzpläne prüfen, Unternehmenswerte berechnen, Due-Diligence-Prüfungen mit Anwälten und Wirtschaftsprüfern koordinieren und Kaufverträge mitverhandeln. Nach dem Einstieg begleiten sie die Beteiligung, werten Monatszahlen aus, sitzen in Beiräten oder Aufsichtsräten und bereiten am Ende den Verkauf vor. In Konzernen und bei Städten und Landkreisen ist die Arbeit stärker verwaltend und kontrollierend. Dort geht es um Beteiligungscontrolling, Wirtschaftspläne der Tochtergesellschaften, Berichte an Vorstand oder Stadtrat, die Vorbereitung von Gesellschafterversammlungen und die Einhaltung von Corporate-Governance-Regeln. Ein großer Teil des Tages besteht aus Excel-Modellen, Präsentationen, Telefonaten und Sitzungen.
Wie wird man Beteiligungsmanager?
Eine Ausbildung im engeren Sinn gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Rechtswissenschaft, oft mit Schwerpunkt Finanzierung, Controlling oder Rechnungswesen. Viele steigen nicht direkt ein, sondern kommen nach einigen Jahren in Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung, Investmentbanking oder Konzerncontrolling. In Private Equity sind Praktika während des Studiums fast Pflicht, die Konkurrenz um Einstiegsstellen ist groß. Im öffentlichen Bereich reichen häufig ein Bachelor oder ein Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt mit Erfahrung in kommunalen Finanzen. Weiterbildungen wie der CFA oder Kurse in Unternehmensbewertung helfen, sind aber selten Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Verlangt wird ein sicherer Umgang mit Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Bewertungsmethoden sowie Grundkenntnisse im Gesellschafts- und Steuerrecht. Wer mit Geschäftsführern verhandelt, muss kritische Fragen stellen und unangenehme Zahlen ansprechen können. Die Belastung hängt stark vom Arbeitgeber ab. In Private-Equity-Häusern sind Wochen mit 60 Stunden und mehr während laufender Transaktionen normal, Wochenendarbeit und kurzfristige Reisen kommen hinzu, der Druck durch Investoren und Fristen ist hoch. In Konzernen und Kommunen sind die Arbeitszeiten geregelter, dafür bestimmen Gremienzyklen, Berichtspflichten und politische Abstimmungen den Takt, was zäh sein kann. Fehlentscheidungen kosten viel Geld und sind oft öffentlich sichtbar. Gutes Englisch ist in den meisten Häusern Arbeitssprache.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, schwankt im Investmentbereich aber mit der Konjunktur und dem Zinsniveau. In schwachen Jahren werden weniger Transaktionen abgeschlossen und Teams verkleinert. Kommunen und öffentliche Unternehmen suchen dagegen dauerhaft Personal, weil Stadtwerke, Verkehrsbetriebe und Wohnungsgesellschaften wirtschaftlich gesteuert werden müssen und viele erfahrene Kräfte in Rente gehen. Durch die Nachfolgeproblematik im Mittelstand und das Wachstum von Beteiligungsgesellschaften entstehen zusätzliche Stellen. Entwicklungswege führen zur Leitung der Beteiligungsverwaltung, zum Partner einer Investmentgesellschaft, in Geschäftsführungsposten von Portfoliounternehmen oder in die Finanzleitung eines Unternehmens.
Aufgaben
- Geschäftsmodelle und Finanzpläne von Zielunternehmen prüfen
- Unternehmenswerte mit Bewertungsmodellen berechnen
- Due-Diligence-Prüfungen mit Beratern koordinieren
- Kauf- und Beteiligungsverträge mitverhandeln
- Monats- und Quartalszahlen der Beteiligungen auswerten
- Aufsichtsrats- und Gesellschafterversammlungen vorbereiten
- Berichte für Vorstand, Investoren oder Gemeinderat erstellen
- Verkauf oder Umstrukturierung von Beteiligungen vorbereiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Studium in Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder Jura
- Sichere Kenntnisse in Bilanzanalyse, Controlling und Unternehmensbewertung
- Grundwissen im Gesellschafts- und Steuerrecht
- Sehr gute Excel- und Präsentationskenntnisse
- Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen
- Gutes Englisch in Wort und Schrift
- Belastbarkeit bei langen Arbeitstagen und Reisen
Wo man arbeitet
- Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften
- Konzernzentralen und Holdinggesellschaften
- Städte, Landkreise und kommunale Holdings
- Förderbanken und mittelständische Beteiligungsgesellschaften
- Family Offices
- Banken und Versicherungen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- und meist auch ein Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften oder einem verwandten Fach, insgesamt etwa fünf Jahre. Danach folgen häufig zwei bis vier Jahre in Beratung, Wirtschaftsprüfung, Investmentbanking oder Controlling, bevor der Wechsel ins Beteiligungsmanagement gelingt.
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