Was macht ein Automobilkaufmann?
Automobilkaufleute halten den kaufmännischen Teil eines Autohauses zusammen. Sie nehmen Fahrzeugbestellungen auf, verfolgen Liefertermine beim Hersteller, melden Neuwagen zu und bereiten Zulassungsunterlagen vor. Im Service nehmen sie Kundenfahrzeuge an, schreiben Aufträge, klären Garantie- und Kulanzfälle mit dem Hersteller ab und erstellen die Rechnungen für Reparaturen. Sie kalkulieren Gebrauchtwagenpreise, pflegen Fahrzeugbestände in Online-Börsen, vermitteln Finanzierungen, Leasingverträge und Versicherungen und rechnen Provisionen ab. Dazu kommt klassische Büroarbeit: Rechnungen prüfen, Mahnungen schreiben, Lagerbestände an Ersatzteilen überwachen, Statistiken für die Geschäftsleitung erstellen. Wer im Verkauf eingesetzt wird, führt Beratungsgespräche, macht Probefahrten und verhandelt Preise. Der Alltag ist stark vom Telefon und von Kundschaft am Empfang geprägt, dazwischen läuft die Arbeit im Warenwirtschaftssystem des Herstellers.
Wie wird man Automobilkaufmann?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Automobilkaufmann oder zur Automobilkauffrau in einem Autohaus oder Kfz-Betrieb, mit Berufsschule und Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Quereinstiege kommen vor: Kaufleute für Büromanagement, Einzelhandelskaufleute oder Kfz-Mechatroniker mit kaufmännischem Interesse wechseln regelmäßig in Autohäuser und lernen die Systeme im Betrieb. Für den Fahrzeugverkauf verlangen Hersteller meist zusätzliche markenspezifische Zertifizierungen, für die Vermittlung von Versicherungen und Finanzierungen sind Sachkundenachweise nötig.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist weniger ruhig, als der Begriff Kaufmann vermuten lässt. Serviceannahme heißt: morgens zwischen sieben und neun stehen mehrere Kunden gleichzeitig am Tresen, das Telefon klingelt, die Werkstatt braucht Entscheidungen. Wer schlecht mit Unterbrechungen umgehen kann, hat es schwer. Kundengespräche über Reparaturkosten, verspätete Neuwagen oder abgelehnte Garantieanträge verlaufen häufig unangenehm, Beschwerden gehören zum Alltag. Autohäuser haben lange Öffnungszeiten, Samstagsdienste sind in vielen Betrieben Pflicht, im Verkauf auch abendliche Termine. Ein Führerschein ist praktisch unverzichtbar, weil Fahrzeugüberführungen und Zulassungsfahrten anfallen. Technisches Grundverständnis wird erwartet: Wer nicht ungefähr weiß, was ein Zahnriemenwechsel bedeutet, kann keinen Auftrag sauber schreiben. Genauigkeit bei Zahlen ist wichtig, weil Herstellerabrechnungen und Garantieanträge bei Formfehlern zurückkommen.
Aussichten
Autohäuser suchen weiterhin kaufmännisches Personal, besonders für Serviceannahme und Garantieabwicklung. Gleichzeitig verändert sich die Branche: Direktvertriebsmodelle der Hersteller, Agenturverträge und Online-Fahrzeugkauf verschieben Aufgaben, klassische Verkaufsprovisionen werden seltener. Wer sich mit Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und digitalen Serviceprozessen auskennt, ist im Vorteil. Entwicklungswege führen über die Serviceberatung zum Serviceleiter, über den Verkauf zum Verkaufsleiter oder über die Fortbildung zum Automobil-Betriebswirt oder Fachwirt für Vertrieb. Auch ein Wechsel zu Herstellern, Importeuren, Leasinggesellschaften oder Flottenbetreibern ist möglich. Die Betriebsgrößen reichen vom Familienbetrieb mit acht Beschäftigten bis zur Handelsgruppe mit mehreren Standorten, was Aufstiegschancen und Bezahlung deutlich beeinflusst.