Was macht ein Administrator?
Der Begriff Administrator meint im heutigen Sprachgebrauch fast immer den System- oder Netzwerkadministrator, also die Person, die die IT-Infrastruktur eines Betriebs am Laufen hält. Dazu gehört das Einrichten und Warten von Servern, das Verwalten von Benutzerkonten und Zugriffsrechten, die Pflege von Netzwerken, Firewalls und WLAN sowie die Betreuung von Arbeitsplatzrechnern, Druckern und mobilen Geräten. Administratoren spielen Updates ein, überwachen Systemauslastung und Protokolle, richten Datensicherungen ein und prüfen regelmäßig, ob sich diese auch zurückspielen lassen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Reaktion: Ein Nutzer kommt nicht ins Postfach, eine Anwendung hängt, ein Server antwortet nicht mehr. Administratoren nehmen solche Meldungen über ein Ticketsystem entgegen, grenzen die Ursache ein und beheben sie. Der andere Teil ist Vorbeugung und Planung, etwa der Umzug von lokalen Servern in eine Cloud-Umgebung, die Einführung einer neuen Software oder das Härten von Systemen gegen Angriffe. Viele Aufgaben werden heute über Skripte automatisiert, etwa mit PowerShell, Bash oder Ansible.
Wie wird man Administrator?
Der häufigste Weg ist die duale Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, drei Jahre in Betrieb und Berufsschule. Ebenfalls verbreitet ist ein Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik. Der Beruf ist nicht geschützt, deshalb gibt es viele Quereinsteiger aus verwandten Bereichen oder aus dem Anwendersupport, die sich über Herstellerzertifikate von Microsoft, Cisco, Red Hat oder VMware qualifizieren. Wer ohne formale Ausbildung einsteigt, braucht in der Regel nachweisbare Praxis, etwa aus dem First-Level-Support oder eigenen Projekten. Weil sich Technik schnell ändert, hört das Lernen nach dem Abschluss nicht auf.
Was der Beruf verlangt
Administratoren arbeiten überwiegend am Bildschirm, oft im Großraumbüro, teils im Homeoffice. Rechenzentren und Serverräume sind laut und kühl, das Verlegen von Technik und der Austausch von Hardware bringen körperliche Anteile mit. Belastend ist weniger die Technik als die Unterbrechung: Wer konzentriert an einem Projekt sitzt, wird laufend durch Störungsmeldungen herausgerissen. Wartungsarbeiten finden häufig abends, nachts oder am Wochenende statt, weil Systeme dann nicht gebraucht werden. Viele Stellen sind mit Rufbereitschaft verbunden.
Wenn ein zentrales System ausfällt, steht die Arbeit vieler Kollegen still, und der Druck liegt bei einer kleinen Gruppe von Leuten. Dazu kommt der Umgang mit Anwendern, die frustriert sind und selten technisch erklären können, was passiert ist. Geduld und die Fähigkeit, verständlich zu formulieren, zählen fast so viel wie Fachwissen. In kleinen Betrieben ist man Einzelkämpfer und für alles zuständig, in großen Häusern spezialisiert und stärker in Prozesse eingebunden.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot an Bewerbern. Cloud-Dienste haben klassische Serverarbeit reduziert, dafür sind Themen wie Identitätsverwaltung, Automatisierung und IT-Sicherheit gewachsen. Wer sich in diese Richtungen entwickelt, hat gute Karten. Typische Wege führen zum Spezialisten für Netzwerke, Virtualisierung oder Security, zum Cloud Engineer, in die IT-Projektleitung oder zur Teamleitung. Auch der Wechsel zu einem IT-Dienstleister ist üblich, dort ist die Arbeit abwechslungsreicher, aber taktärmer.