Accountant
Accountants führen die Bücher eines Unternehmens: Sie buchen Geschäftsvorfälle, stimmen Konten ab und erstellen Monats- und Jahresabschlüsse. Die Arbeit ist stark von Fristen und gesetzlichen Vorgaben geprägt.
23 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Accountant verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 5.500 € | 7.000 € | 66.000 € |
Entscheidend sind Abschlusssicherheit, Unternehmensgröße und Branche: Konzerne, Banken und Chemie zahlen deutlich über kleinen Steuerkanzleien oder Vereinen. In tarifgebundenen Betrieben gelten Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie, im öffentlichen Dienst der TVöD mit Eingruppierung meist zwischen E 8 und E 11.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Accountant?
Accountant ist die international gebräuchliche Bezeichnung für Tätigkeiten in der Finanz- und Bilanzbuchhaltung. Im Alltag geht es darum, jeden Geschäftsvorfall korrekt in Zahlen zu übersetzen: Eingangsrechnungen prüfen und buchen, Ausgangsrechnungen stellen, Zahlungen zuordnen, Bankkonten abstimmen, Reisekosten abrechnen, Anlagevermögen fortschreiben, Rückstellungen bilden. Zum Monatsende kommt der Abschluss: Konten werden abgestimmt, Abgrenzungen gebucht, Umsatzsteuervoranmeldungen übermittelt, Auswertungen für die Geschäftsführung erstellt.
In kleineren Unternehmen betreut eine Person die gesamte Buchhaltung inklusive Lohn und Zahlungsverkehr. In größeren Organisationen ist die Arbeit aufgeteilt, etwa in Accounts Payable, Accounts Receivable und General Ledger, oft mit Berichtslinien ins Ausland und Abschlüssen nach HGB und IFRS parallel. Wer im Debitorenbereich arbeitet, hat viel Kundenkontakt: Zahlungserinnerungen, Klärung offener Posten, Abstimmung mit Vertrieb und Kundenservice. Buchhaltung ist deshalb kein reiner Zahlenberuf, sondern verlangt auch, Sachverhalte mit Kollegen und Kunden zu klären.
Wie wird man Accountant?
Es gibt zwei übliche Wege. Der erste führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellter, mit anschließender Spezialisierung in der Buchhaltung. Wer weiterkommen will, hängt die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder die IHK-Prüfung zum Bilanzbuchhalter an. Der zweite Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Accounting, Rechnungswesen oder Steuern; große Unternehmen und Prüfungsgesellschaften rekrutieren überwiegend so.
Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor, etwa aus der Sachbearbeitung, dem Vertriebsinnendienst oder der Auftragsabwicklung. Voraussetzung ist dann in der Regel eine Weiterbildung im Rechnungswesen und Praxis in einem Buchhaltungssystem, meist DATEV oder SAP. Für die Arbeit in internationalen Konzernen sind Englischkenntnisse und IFRS-Grundlagen fast unverzichtbar.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist Bildschirmarbeit im Sitzen, körperlich unbelastend, aber zeitlich unregelmäßig verteilt. Der Monatswechsel, das Quartal und besonders der Jahresabschluss bringen Phasen mit Überstunden und hohem Druck; dazwischen ist es ruhiger. Fristen sind gesetzlich gesetzt und nicht verhandelbar, Fehler werden von Wirtschaftsprüfern oder dem Finanzamt gefunden. Wer Sorgfalt nur unter Zeitdruck aufbringt, tut sich schwer.
Ein Teil der Tätigkeit ist repetitiv, und routinemäßige Buchungen werden zunehmend automatisiert, etwa durch Belegerkennung und Schnittstellen. Das verschiebt die Anforderungen weg vom Erfassen hin zum Prüfen, Abstimmen und Erklären. Wer sich nicht regelmäßig mit Änderungen im Steuer- und Bilanzrecht befasst, veraltet fachlich schnell. Konflikte gehören dazu: Mahnläufe gegen wichtige Kunden, Diskussionen mit dem Vertrieb über Zahlungsziele, Nachfragen zu fehlenden Belegen.
Aussichten
Buchhaltungskräfte werden dauerhaft gesucht, besonders solche mit Abschlusssicherheit und SAP-Erfahrung; viele Stellen bleiben monatelang offen. Homeoffice-Anteile sind hier höher als in den meisten anderen Berufen. Entwicklungswege führen über den Bilanzbuchhalter zur Leitung der Finanzbuchhaltung, in das Controlling, in die Konzernkonsolidierung, zum Steuerberater oder in die Prozess- und Systembetreuung von ERP-Landschaften. Wer international arbeiten will, ergänzt Qualifikationen wie ACCA oder CPA.
Aufgaben
- Eingangs- und Ausgangsrechnungen prüfen, kontieren und buchen
- Bank-, Debitoren- und Kreditorenkonten abstimmen
- Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB, teils IFRS vorbereiten
- Umsatzsteuervoranmeldungen und statistische Meldungen erstellen
- offene Posten klären, Mahnläufe steuern und mit Kunden abstimmen
- Anlagevermögen verwalten, Abschreibungen und Rückstellungen buchen
- Auswertungen und Reports für Geschäftsführung und Wirtschaftsprüfer erstellen
Voraussetzungen
- kaufmännische Ausbildung oder BWL-Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen
- Kenntnisse in Buchhaltungssoftware, meist DATEV oder SAP
- sicherer Umgang mit Excel und großen Datenmengen
- Sorgfalt und Belastbarkeit in Abschlussphasen
- Grundwissen im Steuer- und Bilanzrecht, Bereitschaft zur laufenden Aktualisierung
- Englischkenntnisse für international tätige Unternehmen
Wo man arbeitet
- Finanzabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
- Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- Shared-Service-Center von Konzernen
- Banken, Versicherungen und Dienstleister
- öffentliche Verwaltung und gemeinnützige Träger
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellter, danach eine Weiterbildung zum Finanz- oder Bilanzbuchhalter, die je nach Modell sechs Monate bis zwei Jahre dauert. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Accounting in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Für den Quereinstieg genügen oft eine Weiterbildung im Rechnungswesen und nachgewiesene Praxis in einem Buchhaltungssystem.
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