Was macht eine Zahnmedizinische Fachangestellte?
ZMFA arbeiten unmittelbar neben dem Behandler. Sie legen Instrumente und Materialien bereit, halten Absauger und Spiegel, mischen Füllungs- und Abdruckmaterial an und reichen zu, ohne dass viel gesprochen werden muss. Zwischen den Behandlungen bereiten sie den Stuhl neu vor, desinfizieren Flächen und schleusen benutzte Instrumente in die Aufbereitung ein: reinigen, verpacken, sterilisieren, dokumentieren. Röntgenaufnahmen fertigen sie nach entsprechendem Kenntnisnachweis selbst an.
Dazu kommt die Arbeit an der Rezeption und am Rechner: Termine vergeben, Karten einlesen, Leistungen nach BEMA und GOZ erfassen, Abrechnungen vorbereiten, Kostenpläne für Zahnersatz erstellen, mit Labor und Krankenkassen telefonieren. Viele ZMFA klären auch Patienten über Zahnpflege auf und übernehmen nach Fortbildung die professionelle Zahnreinigung. In kleineren Praxen wechseln diese Rollen mehrmals täglich.
Wie wird man Zahnmedizinische Fachangestellte?
Über eine dreijährige duale Ausbildung in einer Zahnarztpraxis mit Berufsschulunterricht. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Ausbildungspraxen überwiegend Bewerberinnen mit mittlerem Abschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Die Abschlussprüfung legt man vor der Zahnärztekammer ab. Der Röntgenkenntnisnachweis wird meist während der Ausbildung erworben.
Quereinstieg als Verwaltungs- oder Empfangskraft kommt vor, für die Assistenz am Stuhl und die Instrumentenaufbereitung ist die Ausbildung jedoch üblich. Wer aus einem anderen medizinischen Beruf kommt, kann die Ausbildung teilweise verkürzen.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitstag läuft im Stehen und in vorgebeugter Haltung, häufig mit angespannten Armen und Schultern. Rückenbeschwerden sind verbreitet. Der Umgang mit Blut, Speichel und scharfen Instrumenten erfordert Sorgfalt; Hygienevorschriften sind streng und werden kontrolliert. Wer Ekel schwer aushält oder auf Latex und Desinfektionsmittel empfindlich reagiert, wird Probleme haben.
Dazu kommt der emotionale Teil: viele Patienten haben Angst, manche werden ungeduldig oder aggressiv, Kinder weinen. ZMFA beruhigen, erklären und halten den Ablauf trotzdem im Zeitplan. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, oft mit einem langen Nachmittag und Bereitschaft am Freitag oder Samstag. Belastend ist häufig weniger die Zeit als die Dichte: kleine Teams, hohe Patientenzahl, wenig Puffer bei Krankheit.
Die Bezahlung gilt als niedrig für das Verantwortungsniveau. Das ist der häufigste Grund, weshalb ausgebildete Kräfte den Beruf wieder verlassen.
Aussichten
Zahnarztpraxen suchen bundesweit Personal, vielerorts bleiben Stellen monatelang offen. Wer eine abgeschlossene Ausbildung und Abrechnungskenntnisse hat, findet in der Regel schnell eine Stelle und kann den Arbeitgeber wählen. Aufstieg läuft über Fortbildungen der Zahnärztekammern: Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin, Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin, danach Dentalhygienikerin oder Zahnmedizinische Fachassistentin. Diese Qualifikationen verbessern Einkommen und Verhandlungsposition deutlich, kosten aber Zeit und meist eigenes Geld. Weitere Wege führen in die Praxisverwaltung, in Kieferorthopädie, Oralchirurgie, in Dentaldepots oder zur Industrie.