Was macht ein Immobilienmakler?
Die Arbeit beginnt selten bei der Besichtigung, sondern bei der Akquise. Makler sprechen Eigentümer an, werten Verkaufsanzeigen aus, pflegen Kontakte zu Hausverwaltungen, Banken und Bauträgern und versuchen, Vermittlungsaufträge zu gewinnen. Kommt ein Objekt ins Portfolio, folgt die Bewertung: Lage, Baujahr, Zustand, Energieausweis, Vergleichspreise aus Gutachterausschussdaten. Danach entstehen Grundrisse, Fotos, Exposés und Anzeigen auf Portalen.
Der sichtbare Teil sind Besichtigungen, oft abends und samstags, häufig mit mehreren Interessenten hintereinander. Dazu kommen Bonitätsprüfungen, das Zusammentragen von Unterlagen aus Grundbuch, Teilungserklärung und Baulastenverzeichnis, die Vorbereitung des Kaufvertragsentwurfs mit dem Notar und die Begleitung des Beurkundungstermins. Ein erheblicher Teil des Tages besteht aus Telefonie, Rückrufen und dem Nachhalten von Kontakten im CRM. Zwischen Erstkontakt und Provisionsrechnung liegen bei Kaufobjekten oft Monate.
Wie wird man Immobilienmakler?
Die Tätigkeit ist nicht an einen bestimmten Abschluss gebunden. Wer selbstständig vermittelt, braucht eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung, dafür sind ein Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge und geordnete Vermögensverhältnisse nötig, außerdem gilt eine Weiterbildungspflicht von zwanzig Stunden in drei Jahren. Der klassische Weg führt über die Ausbildung zum Immobilienkaufmann, alternativ über eine Weiterbildung zum Immobilienfachwirt oder ein Studium in Immobilienwirtschaft oder Betriebswirtschaft.
Viele kommen als Quereinsteiger aus dem Vertrieb, aus Bankberatung, Versicherung oder Handwerk. Große Maklerunternehmen und Franchisesysteme stellen ohne Branchenerfahrung ein und schulen intern, verlangen dafür aber messbare Abschlusszahlen. Wer ohne solides Fachwissen zu Bewertung, Miet- und Kaufrecht startet, gerät schnell in Haftungsfragen.
Was der Beruf verlangt
Das Einkommen hängt in vielen Fällen direkt am Abschluss. Ein reines Fixum ist eher die Ausnahme, verbreitet sind niedrige Grundgehälter mit Provisionsanteil oder Verträge als selbstständiger Handelsvertreter, bei denen in schwachen Monaten kaum etwas hereinkommt. Wer diese Unsicherheit nicht aushält, ist im Beruf falsch.
Arbeitszeiten richten sich nach den Kunden, also nach Feierabend und Wochenende. Ablehnung gehört zum Alltag: Die meisten Akquisegespräche führen zu nichts, Interessenten springen ab, Finanzierungen scheitern. Dazu kommt Verantwortung, denn falsche Angaben im Exposé oder verschwiegene Mängel können teuer werden. Der Ruf der Branche ist durchwachsen, was zusätzlichen Erklärungsaufwand bedeutet. Positiv wirkt, dass die Arbeit selbstbestimmt eingeteilt werden kann und Erfolg unmittelbar sichtbar wird.
Aussichten
Der Markt bewegt sich in Zyklen. Nach Jahren steigender Preise haben höhere Zinsen die Zahl der Kauffälle deutlich gedrückt, viele kleine Büros haben aufgegeben, während Vermietung und Gewerbeimmobilien stabiler blieben. Wer Marktphasen überdauert, tut das meist über Spezialisierung: Zinshäuser, Gewerbeflächen, Sondereigentumsverwaltung, Bewertung als Sachverständiger oder Neubauvertrieb für Bauträger.
Entwicklungswege führen in die Teamleitung, in die Büroleitung eines Standorts, in die Selbstständigkeit mit eigenem Gewerbe oder in angrenzende Felder wie Immobilienverwaltung, Asset Management und Finanzierungsberatung. Ein belastbares Netzwerk in einer bestimmten Region ist dabei wertvoller als jedes Zertifikat.