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Vertrieb & Kundenservice

Vertriebsmitarbeiter Außendienst

Vertriebsmitarbeiter im Außendienst besuchen Kunden vor Ort, beraten zu Produkten und schließen Verträge ab. Sie betreuen ein festes Gebiet, sind viel im Auto unterwegs und arbeiten meist mit Umsatzzielen.

33 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertriebsmitarbeiter Außendienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.200 € 3.900 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 4.200 € 5.300 € 50.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.400 € 7.500 € 64.800 €

Das Gehalt besteht meist aus Fixum und Provision, der variable Anteil liegt oft bei 10 bis 30 Prozent und schwankt mit der Zielerreichung. Entscheidend sind Branche und Produktwert: Maschinenbau, Medizintechnik und Software zahlen deutlich mehr als Konsumgüter- oder Direktvertrieb; Tarifbindung besteht nur in tarifgebundenen Industriebetrieben, etwa nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie. Ein Firmenwagen ist üblich und im Bruttogehalt nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsmitarbeiter im Außendienst?

Außendienstmitarbeiter verkaufen Produkte oder Dienstleistungen im direkten Kontakt beim Kunden. Sie fahren in ein zugewiesenes Gebiet, sitzen im Einkaufsbüro eines Handwerksbetriebs, in der Produktionshalle eines Maschinenbauers oder im Hinterzimmer eines Supermarkts und stellen dort ihr Sortiment vor. Zum Alltag gehören Bestandskundenbesuche, Preisverhandlungen, Reklamationsgespräche, das Aufnehmen von Aufträgen und die Suche nach neuen Kunden. Danach folgt die Schreibarbeit: Besuchsberichte im CRM erfassen, Angebote kalkulieren, Termine für die nächste Woche legen, mit dem Innendienst Liefertermine klären. Je nach Branche geht es um beratungsintensive Technik, um Verbrauchsmaterial, um Versicherungen oder um Regalplatz im Handel. Wer technische Produkte verkauft, muss sie erklären können und arbeitet mit Zeichnungen, Datenblättern und Testaufbauten.

Wie wird man Vertriebsmitarbeiter im Außendienst?

Es gibt keine geschützte Ausbildung für diesen Beruf. Der häufigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, gefolgt von einigen Jahren im Innendienst. Im technischen Vertrieb steigen oft Meister, Techniker oder Ingenieure um, die das Produkt aus der Praxis kennen und sich das Verkaufen aneignen. Auch Studienabsolventen der Betriebswirtschaft beginnen als Junior im Außendienst. Quereinstieg ist verbreitet, besonders in Branchen mit hoher Fluktuation: Wer überzeugend auftritt, strukturiert arbeitet und einen Führerschein hat, bekommt eine Chance. Fachwissen wird dann über Produktschulungen des Arbeitgebers aufgebaut. Zusatzqualifikationen wie Fachwirt für Vertrieb oder eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt helfen beim Aufstieg.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist stark ergebnisorientiert. Umsatzziele stehen schriftlich fest, werden monatlich oder quartalsweise ausgewertet und hängen häufig mit einem variablen Gehaltsanteil zusammen. Wer schwache Monate hat, spürt das im Geldbeutel und im Gespräch mit dem Vertriebsleiter. Ablehnung ist Alltag, besonders in der Neukundenakquise. Die Fahrzeiten sind erheblich: Tagestouren von mehreren Hundert Kilometern sind in Flächengebieten normal, bei größeren Regionen kommen Übernachtungen dazu. Das lässt sich mit Familienleben nur mit Planung vereinbaren. Rücken und Nerven leiden weniger unter körperlicher Last als unter dem Dauersitzen und der ständigen Erreichbarkeit. Gleichzeitig ist die Selbstständigkeit groß: Wer sich die Woche selbst einteilt, muss sich auch selbst disziplinieren, denn im Homeoffice zwischen den Terminen sieht niemand zu. Messeeinsätze am Wochenende und Kundenveranstaltungen am Abend gehören dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Branchen höher als das Angebot, weil erfahrene Verkäufer mit Fachwissen schwer zu ersetzen sind. Einfache Bestellabwicklung verlagert sich in Onlineportale, beratungsintensiver Verkauf bleibt. Entwicklungswege führen zum Key-Account-Management für Großkunden, zur Gebiets- oder Vertriebsleitung, in das Produktmanagement oder in die Vertriebsschulung. Wer ein Gebiet über Jahre aufgebaut hat, verfügt über ein Netzwerk, das auch bei einem Arbeitgeberwechsel Wert hat. Die Branche entscheidet stark über Verdienst und Arbeitsbedingungen: Industrie und Medizintechnik zahlen deutlich besser als Konsumgüterhandel oder Direktvertrieb an Privatkunden.

Aufgaben

  • Bestandskunden im zugewiesenen Gebiet regelmäßig besuchen und betreuen
  • Produkte und Dienstleistungen vor Ort vorstellen und erklären
  • Angebote erstellen, Preise und Konditionen verhandeln
  • Neukunden recherchieren, ansprechen und Termine vereinbaren
  • Besuchsberichte, Aufträge und Kundendaten im CRM-System pflegen
  • Reklamationen aufnehmen und mit Innendienst oder Technik klären
  • Auf Messen und Kundenveranstaltungen präsent sein
  • Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen an die Vertriebsleitung melden

Voraussetzungen

  • kaufmännische oder technische Ausbildung, alternativ einschlägige Berufserfahrung
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Reisetätigkeit
  • sicheres Auftreten, Verhandlungsgeschick und Ausdauer bei Ablehnung
  • gute Selbstorganisation und Disziplin bei freier Zeiteinteilung
  • Produktverständnis, im technischen Vertrieb auch technische Grundkenntnisse
  • Umgang mit CRM-Software und Kalkulationstabellen
  • je nach Branche Englischkenntnisse

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Produktionsunternehmen
  • Groß- und Fachhandel
  • Hersteller von Bau-, Medizin- oder Elektrotechnik
  • Dienstleister und IT-Unternehmen
  • Versicherungen und Finanzdienstleister
  • Konsumgüterhersteller mit Handelsvertrieb

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, mit anschließenden Jahren im Vertriebsinnendienst. Im technischen Außendienst steigen häufig Techniker, Meister oder Ingenieure um. Der Quereinstieg über Produktschulungen des Arbeitgebers ist verbreitet, eine geschützte Berufsbezeichnung gibt es nicht.

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