Kundenberater Versicherung
Kundenberater in der Versicherung betreuen Privat- oder Firmenkunden, analysieren deren Absicherungsbedarf und vermitteln passende Verträge. Sie bearbeiten außerdem Vertragsänderungen und begleiten Kunden im Schadensfall.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenberater Versicherung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.600 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.900 € | 7.000 € | 58.800 € |
Angestellte in der Versicherungswirtschaft fallen häufig unter den Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, der feste Gehaltsgruppen und 14 Monatsgehälter vorsieht. In Agenturen und im Außendienst ist das Fixum dagegen oft niedriger und der Verdienst hängt stark von Provisionen und Abschlusszahlen ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenberater Versicherung?
Kundenberater in der Versicherungsbranche sind die Schnittstelle zwischen Versicherer und Kunde. Sie führen Beratungsgespräche zu Haftpflicht-, Hausrat-, Kfz-, Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen, erheben die persönliche Situation des Kunden und rechnen durch, welche Deckungssummen und Selbstbeteiligungen sinnvoll sind. Anschließend erstellen sie Angebote, nehmen Anträge auf und prüfen, ob die Risiken überhaupt versicherbar sind.
Ein großer Teil der Arbeit ist Bestandsbetreuung: Adressänderungen, Fahrzeugwechsel, Anpassung von Versicherungssummen nach einem Umzug, Beitragsanpassungen erklären, Kündigungen abwenden. Im Schadensfall nehmen Beraterinnen die Meldung auf, fordern Belege an und vermitteln zwischen Kunde und Schadenabteilung. Dazu kommt Dokumentation: Beratungsprotokolle sind gesetzlich vorgeschrieben, jedes Gespräch muss nachvollziehbar festgehalten werden. Je nach Arbeitgeber sitzt man in einer Agentur, im Innendienst einer Direktversicherung am Telefon oder ist im Außendienst bei Kunden unterwegs.
Wie wird man Kundenberater Versicherung?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Betriebe erwarten meist mittlere Reife oder Abitur. Alternativ führen ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Versicherung oder ein duales Studium an einer Hochschule der Versicherungswirtschaft in den Beruf.
Quereinstieg ist verbreitet, besonders bei Vertriebsgesellschaften und in Agenturen. Wer Vermittlungstätigkeit ausübt, braucht die Sachkundeprüfung nach § 34d Gewerbeordnung vor der Industrie- und Handelskammer. Viele Gesellschaften bilden Seiteneinsteiger aus Handel, Gastronomie oder Handwerk in mehrmonatigen Programmen auf diese Prüfung hin aus. Wer selbstständig vermitteln will, braucht zusätzlich eine Erlaubnis und einen Registereintrag.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist vertriebsgesteuert. Es gibt Zielvorgaben für Abschlüsse und Termine, die Leistung wird gemessen und verglichen. Wer Verkaufsdruck schlecht verträgt, wird damit Mühe haben. Im Außendienst liegen Termine oft abends und samstags, weil Kunden dann Zeit haben. Im Innendienst gilt Servicezeit, teils bis in den Abend, dazu Telefonate im Takt.
Inhaltlich verlangt der Beruf Genauigkeit. Bedingungswerke sind sperrig, Ausschlüsse entscheiden über Deckung oder Nichtdeckung, und Fehlberatung kann haften. Emotional anspruchsvoll sind Gespräche, in denen ein Schaden nicht gedeckt ist oder ein Beitrag deutlich steigt. Beschwerden gehören zum Alltag. Zugleich ist die Bindung zu Bestandskunden für viele der befriedigende Teil der Arbeit.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Viele Gesellschaften und Agenturen suchen Nachwuchs, weil eine große Zahl von Vermittlern in den nächsten Jahren in Rente geht. Gleichzeitig verändert sich der Beruf: einfache Verträge werden online abgeschlossen, Standardanfragen automatisiert bearbeitet. Wer nur Formulare aufnimmt, wird weniger gebraucht; wer komplexe Fälle beraten kann, umso mehr.
Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf betriebliche Altersversorgung, Gewerbe- und Industrieversicherung oder Baufinanzierung. Mit Weiterbildungen zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder zum Betriebswirt öffnen sich Positionen in der Schadenregulierung, im Underwriting, in der Teamleitung oder in der Bezirksdirektion. Ein eigener Agenturbestand oder die Tätigkeit als unabhängiger Makler sind weitere Optionen.
Aufgaben
- Absicherungsbedarf von Privat- und Gewerbekunden ermitteln
- Angebote rechnen und Versicherungsverträge vermitteln
- Beratungsgespräche protokollieren und dokumentieren
- Vertragsänderungen, Beitragsanpassungen und Kündigungen bearbeiten
- Schadenmeldungen aufnehmen und Unterlagen anfordern
- Bestandskunden telefonisch und persönlich betreuen
- Risiken prüfen und Anträge zur Annahme vorbereiten
- Neukunden gewinnen und Empfehlungen nachverfolgen
Voraussetzungen
- mittlere Reife oder Abitur, häufig kaufmännische Ausbildung
- Sachkundeprüfung nach § 34d GewO für die Vermittlung
- sicheres Auftreten und Freude an Gesprächen
- Verständnis für Zahlen, Verträge und rechtliche Formulierungen
- Belastbarkeit gegenüber Vertriebszielen und Beschwerden
- Führerschein Klasse B für den Außendienst
Wo man arbeitet
- Versicherungsagenturen und Generalvertretungen
- Innendienst und Servicecenter von Versicherungsgesellschaften
- Maklerbüros
- Banken und Sparkassen mit Versicherungsvertrieb
- Vertriebsgesellschaften für Finanzdienstleistungen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer, bei guten Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzbar. Quereinsteiger absolvieren stattdessen ein mehrmonatiges Einarbeitungsprogramm des Arbeitgebers und legen die Sachkundeprüfung nach § 34d GewO ab. Weiterführend sind der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen sowie duale Studiengänge der Versicherungswirtschaft.
Offene Stellen als Kundenberater Versicherung
In der Suche fortsetzenKundenberater (m/w/d) Versicherung
Kundenberater (m/w/d) Versicherung
Kundenberater (m/w/d) Versicherung
Verwandte Berufe
Bankkaufmann
Bankkaufleute beraten Privat- und Geschäftskunden zu Konten, Krediten, Geldanlagen und Vorsorge und führen die zugehörigen Bankgeschäfte aus. Sie arbeiten in Filialen, im telefonischen Kundenservice oder in Fachabteilungen von Kreditinstituten.
- Offene Stellen
- 19
- Monatsbrutto
- 2.900 – 7.500 €
Finanzberater
Finanzberater beraten Privatpersonen und Unternehmen zu Geldanlagen, Vorsorge, Krediten und Versicherungen und vermitteln passende Produkte. Der Beruf verbindet Fachwissen mit Vertrieb, das Einkommen hängt oft direkt am Abschluss.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 2.400 – 9.000 €
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen beraten Privat- und Firmenkunden zu Versicherungsschutz, Vorsorge und Geldanlagen, schließen Verträge ab und bearbeiten Schadensfälle. Sie arbeiten bei Versicherern, in Agenturen oder im Maklerbüro.
- Offene Stellen
- 22
- Monatsbrutto
- 2.700 – 7.000 €
Versicherungsmakler
Versicherungsmakler beraten Privatkunden oder Unternehmen unabhängig von einzelnen Versicherern, vergleichen Angebote am Markt und vermitteln Verträge. Sie betreuen ihre Kunden auch im Schadenfall und bei Vertragsänderungen.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.500 – 10.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Bürostuhl kaufen: woran man einen guten erkennt Ein Bürostuhl trägt acht Stunden am Tag. Welche Prüfzeichen etwas aussagen, welche fünf Ei...
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...