Was macht ein Vertriebsassistent?
Vertriebsassistenten arbeiten dem Verkauf zu. Sie nehmen Anfragen per Telefon und E-Mail entgegen, erstellen Angebote nach Vorgaben der Vertriebsleitung und erfassen Aufträge im Warenwirtschafts- oder ERP-System, häufig SAP. Sie prüfen Liefertermine mit Lager und Produktion, verfolgen offene Angebote nach und klären Reklamationen oder Rückfragen zu Rechnungen. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Datenpflege im CRM-System, dem Erstellen von Umsatzübersichten in Excel und dem Vorbereiten von Präsentationen und Kundenterminen für den Außendienst. Dazu kommen Terminkoordination, Reiseplanung und die Organisation von Messeauftritten. In kleineren Firmen übernehmen Vertriebsassistenten oft eigene Bestandskunden, in großen Unternehmen ist die Arbeit stärker auf Auftragsabwicklung und Verwaltung zugeschnitten.
Wie wird man Vertriebsassistent?
Eine eigene Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht. Der übliche Weg führt über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Büromanagement, im Groß- und Außenhandelsmanagement oder zur Industriekauffrau beziehungsweise zum Industriekaufmann. Auch Absolventen eines betriebswirtschaftlichen Studiums steigen hier ein, oft als Sprungbrett in den Vertrieb. Quereinstieg ist verbreitet: Wer Erfahrung aus Kundenservice, Einzelhandel oder Sekretariat mitbringt und sicher mit Office-Programmen umgeht, hat gute Chancen. Private Bildungsträger bieten Lehrgänge zur geprüften Vertriebsassistenz an, die aber kein staatlich anerkannter Abschluss sind. Branchenwissen, etwa in Technik oder Medizinprodukten, wird meist im Betrieb erworben.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast vollständig am Bildschirm und am Telefon statt. Die Arbeitszeiten sind überwiegend regulär im Tagesdienst, Teilzeit und Homeoffice-Anteile sind in vielen Firmen möglich, was den Beruf für Menschen nach einer Elternzeit interessant macht. Belastend ist vor allem die Gleichzeitigkeit: Kundenanrufe, eilige Angebote und Rückfragen aus dem Außendienst kommen oft zur selben Zeit. Gegen Quartals- oder Jahresende steigt der Druck, weil Umsatzziele erreicht werden sollen. Vertriebsassistenten bekommen den Unmut von Kunden bei Lieferverzug oder Fehlern ab, obwohl sie die Ursache selten beeinflussen können. Wer gern selbst verkauft und an Erfolgen gemessen werden will, empfindet die zuarbeitende Rolle manchmal als begrenzend. Gefragt sind Genauigkeit bei Preisen und Konditionen, ein freundlicher, aber bestimmter Umgang am Telefon und häufig gutes Englisch, bei international tätigen Firmen auch eine weitere Fremdsprache.
Aussichten
Stellen gibt es in nahezu allen Branchen, von Maschinenbau über Großhandel bis zu Software und Pharma. Die Nachfrage ist stabil, allerdings automatisieren CRM- und ERP-Systeme zunehmend einfache Schritte wie Auftragserfassung und Standardangebote. Gefragt bleiben Fachkräfte, die Kunden betreuen, Prozesse verstehen und mit Daten umgehen können. Typische Entwicklungswege führen in den Vertriebsinnendienst mit eigener Kundenverantwortung, zum Key-Account-Support, in den Außendienst oder in die Leitung eines Innendienstteams. Weiterbildungen zum Fachwirt im Vertrieb, zum Handelsfachwirt oder zum Betriebswirt öffnen den Weg zu Führungsaufgaben und spürbar höherem Gehalt.