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Vertrieb & Kundenservice

Vertrieb

Im Vertrieb verkaufen Mitarbeitende Produkte oder Dienstleistungen an Unternehmen oder Privatkunden – von der ersten Kontaktaufnahme über die Angebotserstellung bis zum Vertragsabschluss. Der Erfolg wird meist an messbaren Zahlen festgemacht.

14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertrieb verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.200 € 4.000 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.400 € 5.800 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 6.200 € 9.000 € 74.400 €

Das Gehalt besteht meist aus Fixum und variablem Anteil, der je nach Zielerreichung 10 bis 40 Prozent ausmachen kann – die Spanne ist dadurch groß. Entscheidend sind Branche und Produkt: Software, Pharma und Investitionsgüter zahlen deutlich mehr als Handel oder Dienstleistung, tarifgebunden ist der Vertrieb nur in Teilen der Industrie (etwa IG Metall, Chemie).

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht der Vertrieb?

Vertrieb heißt: Kunden finden, überzeugen und halten. Der Alltag besteht aus Telefonaten und Videocalls mit Interessenten, Terminen beim Kunden, Bedarfsanalysen, dem Rechnen und Schreiben von Angeboten, Preisverhandlungen und der Pflege der Datensätze im CRM-System. Wer im Außendienst arbeitet, ist mehrere Tage pro Woche unterwegs und betreut ein festes Gebiet. Im Innendienst laufen Anfragen per Telefon und Mail auf, Aufträge werden erfasst, Liefertermine geklärt, Reklamationen bearbeitet.

Je nach Modell trennen Unternehmen die Aufgaben: Ein Teil des Teams qualifiziert Leads und macht Erstansprachen, ein anderer führt die Abschlussgespräche, ein dritter betreut Bestandskunden und verkauft nachträglich weitere Leistungen. Technische Produkte verlangen, dass man erklären kann, was man verkauft – manchmal gemeinsam mit Kollegen aus der Entwicklung. Dazu kommen Messen, Produktschulungen, Forecast-Meetings und Berichte an die Vertriebsleitung.

Wie wird man Vertriebsmitarbeiter?

Es gibt keinen einzigen Weg. Klassisch ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, zur Industriekauffrau oder im Einzelhandel, jeweils drei Jahre dual. Viele kommen über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik. Bei technischen Gütern öffnet auch eine gewerbliche Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Technischen Fachwirt oder Techniker die Tür.

Der Vertrieb ist eines der offensten Felder für Quereinsteiger. Wer nachweislich mit Menschen umgehen kann und bereit ist, sich an Zahlen messen zu lassen, findet auch ohne passenden Abschluss Einstiegsstellen – besonders im Innendienst, im Telefonvertrieb und bei Softwareanbietern. Produktwissen wird im Betrieb aufgebaut, Verkaufstechnik in Trainings. Für den Außendienst ist ein Führerschein der Klasse B praktisch immer Bedingung.

Was der Beruf verlangt

Der Zieldruck ist real. Umsatzvorgaben werden monatlich oder quartalsweise überprüft, und ein schwaches Quartal ist sichtbar für alle. Ein großer Teil der Kontaktversuche endet mit einem Nein, oft unfreundlich; wer Ablehnung persönlich nimmt, hält das schlecht durch. Im Außendienst gehören lange Fahrtzeiten, Übernachtungen und Abendtermine dazu, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischt, weil Kunden anrufen, wenn es ihnen passt.

Dazu kommt viel Verwaltung: Berichte, Dokumentation im CRM, Preisfreigaben. Wer nur reden mag und nicht schreiben, unterschätzt diesen Anteil. Verlässlichkeit zählt mehr als Redegewandtheit – Kunden merken, wer Zusagen einhält. Variable Gehaltsanteile bedeuten außerdem, dass das Einkommen schwankt.

Aussichten

Vertriebsleute werden dauerhaft gesucht, in fast jeder Branche, weil Umsatz jedes Unternehmen betrifft und die Fluktuation hoch ist. Besonders gefragt sind Fachkräfte, die erklärungsbedürftige technische Produkte oder Software verkaufen können. Reiner Telefonverkauf standardisierter Waren wird dagegen zunehmend durch Onlineshops und automatisierte Kontaktstrecken ersetzt.

Entwicklungswege führen von der Betreuung kleinerer Kunden zum Key-Account-Management mit Großkunden, in die Teamleitung, ins Gebiets- oder Vertriebsmanagement oder in angrenzende Funktionen wie Produktmanagement und Marketing. Weiterbildungen zum Fachwirt für Vertrieb oder ein berufsbegleitendes Studium unterstützen den Schritt in die Führung. Branchenwechsel sind möglich, kosten aber Zeit, weil Netzwerk und Produktwissen neu aufgebaut werden müssen.

Aufgaben

  • Neukunden per Telefon, Mail und über Netzwerke ansprechen
  • Bedarf im Kundengespräch aufnehmen und Lösungen vorschlagen
  • Angebote kalkulieren, erstellen und nachverfolgen
  • Preise, Konditionen und Verträge verhandeln
  • Bestandskunden betreuen und Folgeaufträge gewinnen
  • Kundendaten und Verkaufschancen im CRM-System dokumentieren
  • Umsatzzahlen und Forecasts an die Vertriebsleitung berichten
  • Messen, Kundenveranstaltungen und Produktschulungen begleiten

Voraussetzungen

  • kaufmännische Ausbildung, Studium oder einschlägige Berufserfahrung; Quereinstieg verbreitet
  • sicheres Auftreten und Freude an Gesprächen mit fremden Menschen
  • Belastbarkeit gegenüber Ablehnung und Zielvorgaben
  • Verhandlungsgeschick und gutes Zahlenverständnis
  • Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft für den Außendienst
  • gutes Deutsch, häufig auch Englisch in Wort und Schrift
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Angebotsunterlagen

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Produktionsunternehmen
  • Groß- und Außenhandel
  • Software- und IT-Anbieter
  • Dienstleister und Agenturen
  • Handwerks- und Baustoffbetriebe
  • unterwegs im Kundengebiet oder im Homeoffice

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder zur Industriekauffrau, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Quereinsteiger starten häufig im Innendienst oder in der Leadqualifizierung und werden intern geschult.

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