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Vermögenskundenberater

Vermögenskundenberater betreuen Privatkunden mit größerem Anlagevermögen bei Geldanlage, Vorsorge und Finanzierung. Sie arbeiten in Banken und Sparkassen und verantworten ein festes Kundenportfolio.

14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vermögenskundenberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.700 € 5.600 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.800 € 7.500 € 69.600 €

In Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich die Vergütung nach dem TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für Volks- und Raiffeisenbanken, meist mit dreizehnter Monatsvergütung; Privatbanken und Vermögensverwalter zahlen freier und mit höherem variablen Anteil. Entscheidend sind Größe des betreuten Portfolios, Region und die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vermögenskundenberater?

Vermögenskundenberater betreuen einen festen Kreis von Privatkunden, deren Anlagevermögen über dem Durchschnitt liegt – je nach Haus beginnt das Segment bei etwa 50.000 oder 100.000 Euro liquidem Vermögen. Die Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Gesprächen: Vermögensstruktur aufnehmen, Anlageziele und Risikobereitschaft klären, Depots durchsehen, Anlagevorschläge erarbeiten und dokumentieren. Dazu kommen Altersvorsorge, Immobilienfinanzierungen, Versicherungen und erste Fragen zu Erbschaft und Schenkung, die bei größeren Vermögen häufig weitergegeben werden an Spezialisten für Vermögensnachfolge.

Ein erheblicher Anteil des Tages entfällt auf Dokumentation. Geeignetheitserklärungen, Beratungsprotokolle, Zielmarktabgleiche und Aufzeichnungspflichten aus dem Wertpapierhandelsgesetz sind verpflichtend und nicht abkürzbar. Hinzu kommen Marktbeobachtung, Vorbereitung von Kundenterminen, Nachbearbeitung und die Kontaktaufnahme zu Kunden, bei denen sich etwas verändert hat – ein fälliges Festgeld, ein größerer Zahlungseingang, ein auslaufender Darlehensvertrag.

Wie wird man Vermögenskundenberater?

Der übliche Weg führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, drei Jahre dual, danach mehrere Jahre in der Privatkundenbetreuung. Vermögenskundenberatung ist in den meisten Häusern eine Aufstiegsposition, keine Einstiegsstelle. Fachlich wird sie über Weiterbildungen wie den Bankfachwirt, den Bankbetriebswirt oder einen berufsbegleitenden Studiengang an einer Frankfurt School oder Sparkassenakademie untermauert. Wer aus einem BWL- oder Finance-Studium kommt, steigt oft über ein Traineeprogramm ein.

Quereinstieg gibt es aus dem Versicherungs- und Finanzvertrieb, wenn Wertpapierkenntnisse vorhanden sind. Ohne Sachkundenachweis nach den Anforderungen der Bankenaufsicht ist die Tätigkeit nicht möglich; Berater müssen im Mitarbeiter- und Beschwerderegister der BaFin geführt werden.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist vertriebsgesteuert. Es gibt Zielvorgaben für Abschlüsse, Volumina und Termine, die regelmäßig ausgewertet werden. Wer Verkaufsdruck als unangenehm empfindet, wird damit dauerhaft Schwierigkeiten haben. Gleichzeitig gilt eine strenge Aufsichtsordnung, die jede Beratung nachvollziehbar machen soll – das Spannungsfeld zwischen Verkaufsziel und Kundeninteresse gehört zum Alltag und muss ausgehalten werden.

Die Arbeitszeiten sind planbar, Abendtermine mit Kunden kommen vor. Belastend ist eher die Verantwortung: Wenn Märkte fallen, sitzen enttäuschte Kunden am Tisch, und die Erklärung übernimmt der Berater. Regulatorische Änderungen erfordern laufend Nachschulungen. Die Personaldecke ist in vielen Filialnetzen dünn, weil Standorte geschlossen und Portfolios zusammengelegt wurden – die Zahl der betreuten Kunden pro Berater ist über die Jahre gestiegen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Filialgeschäft mit Standardkunden wird abgebaut und digitalisiert, die persönliche Beratung vermögender Kunden bleibt dagegen ein Geschäft, das Banken und Sparkassen halten wollen. Erfahrene Berater mit gepflegtem Kundenstamm sind gesucht, auch bei Privatbanken und unabhängigen Vermögensverwaltern.

Entwicklungswege führen in die Individualkunden- oder Private-Banking-Betreuung mit deutlich größeren Vermögen, in die Spezialisierung auf Vermögensnachfolge, Stiftungen oder Firmeninhaber, oder in die Führung eines Beraterteams. Auch der Wechsel in Wertpapier-Fachabteilungen, Compliance oder Produktmanagement ist möglich.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche zu Geldanlage, Vorsorge und Finanzierung führen
  • Vermögensstruktur, Anlageziele und Risikobereitschaft der Kunden erfassen
  • Depots analysieren und Anlagevorschläge erstellen
  • Wertpapier- und Fondsorders aufnehmen und abwickeln
  • Beratungsprotokolle und Geeignetheitserklärungen erstellen
  • Baufinanzierungen und Kreditanträge vorbereiten
  • Kundenportfolio aktiv betreuen und Termine akquirieren
  • Spezialisten für Vermögensnachfolge oder Firmenkunden hinzuziehen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Bankkaufmann oder wirtschaftswissenschaftliches Studium
  • Mehrjährige Erfahrung in der Privatkundenberatung
  • Sachkundenachweis für die Anlageberatung, Registrierung bei der BaFin
  • Fundierte Kenntnisse in Wertpapieren, Fonds, Vorsorge und Steuergrundlagen
  • Sicheres Auftreten und Gesprächsführung mit anspruchsvollen Kunden
  • Bereitschaft, Vertriebsziele zu übernehmen
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Einhaltung aufsichtsrechtlicher Vorgaben

Wo man arbeitet

  • Sparkassen
  • Genossenschaftsbanken
  • Filialen von Großbanken
  • Privatbanken und Vermögensverwaltungen
  • Beratungscenter und Regionaldirektionen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, gefolgt von einigen Jahren in der Privatkundenberatung. Der Wechsel ins Vermögenskundensegment erfolgt intern, meist begleitet von einer Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt sowie hausinternen Zertifizierungen. Alternativ führt ein BWL- oder Finance-Studium über ein Traineeprogramm in die Beratung.

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