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Vertrieb & Kundenservice

Verkaufsberater Gebrauchtwagen

Verkaufsberater für Gebrauchtwagen beraten Kunden beim Kauf gebrauchter Fahrzeuge, bewerten Eintauschwagen und schließen Kauf-, Finanzierungs- und Versicherungsverträge ab. Ein Großteil des Einkommens hängt meist an der Provision.

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Gehalt

Was man als Verkaufsberater Gebrauchtwagen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.600 € 3.200 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.500 € 4.500 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.600 € 7.000 € 55.200 €

Entscheidend ist der Provisionsanteil: Das Festgehalt liegt häufig nur bei 1.800 bis 2.500 Euro, der Rest hängt an verkauften Fahrzeugen, Deckungsbeitrag und vermittelten Finanzierungen. Tarifverträge des Kfz-Gewerbes gelten regional und werden von freien Händlern oft nicht angewendet; markengebundene Häuser großer Gruppen zahlen in der Regel stabiler als kleine Plätze.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkaufsberater Gebrauchtwagen?

Der Arbeitstag beginnt oft auf dem Platz: Fahrzeuge umstellen, Preisaushänge prüfen, Neuzugänge fotografieren und in die Online-Börsen einstellen. Danach kommen die Kunden - persönlich, per Telefon oder über Anfragen aus Mobile.de und AutoScout24. Verkaufsberater klären den Bedarf, empfehlen aus dem Bestand passende Fahrzeuge, erklären Ausstattung, Vorbesitzer, Laufleistung und Garantieumfang und begleiten Probefahrten.

Ein zweiter, oft unterschätzter Teil ist der Ankauf. Kunden bringen ihren alten Wagen als Eintausch mit, und der Berater bewertet ihn: Zustand, Reparaturbedarf, Marktlage, Standzeitrisiko. Wer hier zu großzügig rechnet, verkauft schnell, verdient aber nichts. Dazu kommen Finanzierungs- und Leasingangebote, Garantieverlängerungen, Versicherungsvermittlung, Zulassung, Übergabe und die Nachbetreuung. Reklamationen wegen Mängeln nach dem Kauf gehören ebenfalls zum Alltag, weil beim Gebrauchtwagen die Sachmängelhaftung greift.

Wie wird man Verkaufsberater Gebrauchtwagen?

Der klassische Weg ist die duale Ausbildung zum Automobilkaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, jeweils drei Jahre. Viele kommen aber aus anderen Richtungen: Kfz-Mechatroniker, die in den Verkauf wechseln und technisch stark punkten, oder Verkäufer aus anderen Branchen. Ein formaler Abschluss ist keine gesetzliche Voraussetzung - Autohäuser stellen auch Quereinsteiger ein und schulen sie intern. Hersteller und Handelsverbände bieten Zertifizierungen an, etwa zum Automobilverkäufer mit TÜV- oder Markenzertifikat. Ein Führerschein der Klasse B ist zwingend, Erfahrung im Umgang mit Menschen und mit Zahlen genauso.

Was der Beruf verlangt

Der Verdienst besteht in der Regel aus einem eher niedrigen Festgehalt und einer Provision pro Fahrzeug oder pro Deckungsbeitrag. Das bedeutet: schwache Monate schlagen direkt auf den Kontostand durch. Zielvorgaben werden monatlich kontrolliert, der Druck ist real. Samstagsdienst ist üblich, Feierabend richtet sich nach dem letzten Kunden, nicht nach der Uhr. Ein Teil der Arbeit findet draußen statt, bei Regen und Kälte.

Dazu kommt der Umgang mit Misstrauen. Der Gebrauchtwagenhandel hat einen zweifelhaften Ruf, und Kunden treten oft entsprechend auf. Wer nicht sachlich bleiben kann, wenn ein Preis zerredet oder ein Vorwurf erhoben wird, hat es schwer. Verhandlungssicherheit, Ehrlichkeit bei Vorschäden und eine gute Dokumentation schützen später vor Streit.

Aussichten

Gebrauchtwagen sind der größere Teil des deutschen Automarkts, und gute Verkäufer werden gesucht - Autohäuser klagen seit Jahren über Nachwuchsmangel im Verkauf. Gleichzeitig verändert der Online-Handel das Geschäft: Plattformen kaufen direkt an, Preise sind für jeden Kunden vergleichbar, die reine Informationsvermittlung verliert an Wert. Wer bleibt, muss über Beratung, Abwicklung und Vertrauen überzeugen.

Entwicklungswege führen zum Verkaufsleiter, zum Leiter Gebrauchtwagen mit Verantwortung für Bestand und Standzeiten, in den Fahrzeugeinkauf oder in den Großkunden- und Flottenverkauf. Auch der Schritt in den eigenen Handel ist möglich, erfordert aber Kapital und Marktkenntnis. Elektrofahrzeuge bringen neuen Beratungsbedarf mit sich, besonders bei der Bewertung von Batteriezustand und Restwert.

Aufgaben

  • Kunden zu passenden Fahrzeugen aus dem Bestand beraten
  • Probefahrten vorbereiten und begleiten
  • Eintauschfahrzeuge bewerten und ankaufen
  • Kauf-, Finanzierungs- und Leasingverträge abschließen
  • Fahrzeuge fotografieren und in Online-Börsen einstellen
  • Garantien, Versicherungen und Zulassung vermitteln
  • Fahrzeugübergabe durchführen und Reklamationen bearbeiten
  • Standzeiten und Bestand im Blick behalten

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B, oft mit einigen Jahren Fahrpraxis
  • kaufmännische oder kfz-technische Ausbildung, alternativ Verkaufserfahrung
  • technisches Grundverständnis für Fahrzeuge und Zustandsbewertung
  • Verhandlungssicherheit und Belastbarkeit bei Provisionsdruck
  • sauberes Auftreten und Freundlichkeit auch bei schwierigen Kunden
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit und variablen Arbeitszeiten

Wo man arbeitet

  • markengebundene Autohäuser
  • freie Gebrauchtwagenhändler
  • Filialen großer Autohandelsgruppen
  • Online-Gebrauchtwagenplattformen mit eigenen Standorten
  • Auto- und Fahrzeugcenter von Mietwagenanbietern

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Automobilkaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel im Autohaus. Ebenso verbreitet ist der Wechsel aus dem Kfz-Handwerk oder aus dem Verkauf anderer Branchen, meist mit interner Einarbeitung und Herstellerschulungen. Ergänzend gibt es Zertifikatslehrgänge zum Automobilverkäufer bei Handelsverbänden und Prüforganisationen.

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