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Transfer Pricing Manager

Transfer Pricing Manager gestalten und dokumentieren die Verrechnungspreise zwischen Gesellschaften eines internationalen Konzerns. Sie sorgen dafür, dass die konzerninterne Gewinnverteilung steuerlich anerkannt wird und Betriebsprüfungen standhält.

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Gehalt

Was man als Transfer Pricing Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 4.900 € 5.800 € 58.800 €
Mit Berufserfahrung 5.800 € 7.000 € 8.500 € 84.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.000 € 10.000 € 14.000 € 120.000 €

Ein Tarifvertrag existiert nicht, die Gehälter werden frei verhandelt. Entscheidend sind Arbeitgebertyp und Größe: Die großen Beratungsgesellschaften und DAX-Konzerne zahlen deutlich mehr als mittelständische Unternehmen, dazu kommen variable Anteile von zehn bis dreißig Prozent. Ein bestandenes Steuerberaterexamen wirkt sich merklich auf das Gehalt aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Transfer Pricing Manager?

Wenn eine deutsche Konzernmutter Bauteile an ihre Tochter in Mexiko liefert, Lizenzen an eine Gesellschaft in Irland vergibt oder zentrale IT-Leistungen an zwanzig Landesgesellschaften weiterverrechnet, muss für jede dieser Transaktionen ein Preis festgelegt werden. Dieser Preis entscheidet, in welchem Land welcher Gewinn anfällt - und damit, welcher Fiskus Steuern erhebt. Transfer Pricing Manager legen diese Preise nach steuerlichen Regeln fest, begründen sie und verteidigen sie gegenüber Finanzverwaltungen.

Der Alltag besteht aus Analyse und Dokumentation. Es werden Funktionen und Risiken der beteiligten Gesellschaften abgegrenzt, Datenbankstudien zu vergleichbaren Fremdpreisen durchgeführt, Margen von Vertriebs- oder Produktionsgesellschaften überwacht und Jahresendanpassungen berechnet. Dazu kommt die Erstellung von Master File und Local Files, die Länderberichterstattung sowie die Begleitung von Betriebsprüfungen, in denen einzelne Verrechnungspreise über Jahre hinweg diskutiert werden. Viel Zeit geht in Gespräche: mit Controlling über Kostenbasen, mit dem Einkauf über Lieferbeziehungen, mit lokalen Steuerabteilungen über nationale Sonderregeln.

Wie wird man Transfer Pricing Manager?

Üblich ist ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Steuern, in Wirtschaftsrecht, Volkswirtschaft oder Finance. Der Einstieg erfolgt meist über eine der großen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften, die eigene Transfer-Pricing-Abteilungen unterhalten und Berufsanfänger systematisch einarbeiten. Nach einigen Jahren wechseln viele in die Steuerabteilung eines Konzerns. Die Managerrolle wird in der Beratung meist nach vier bis sechs Jahren erreicht.

Das Steuerberaterexamen ist nicht zwingend, öffnet aber Türen und wird von vielen Arbeitgebern gefördert. Volkswirte und Ökonometriker steigen ebenfalls ein, weil Vergleichbarkeitsanalysen und Wertschöpfungsmodelle statistisches Handwerk erfordern. Ein Quereinstieg aus dem Konzerncontrolling oder aus der internationalen Steuerberatung ist möglich, verlangt aber Einarbeitung in die OECD-Verrechnungspreisleitlinien und das Außensteuergesetz.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist textlastig und detailgenau. Wer schnelle Ergebnisse und klare Antworten sucht, wird enttäuscht: Verrechnungspreise sind Auslegungssache, und dieselbe Struktur kann in zwei Ländern unterschiedlich bewertet werden. Vieles wird auf Englisch verhandelt und geschrieben.

In der Beratung sind die Arbeitszeiten in Dokumentationsphasen und bei Prüfungsterminen lang, Sechzig-Stunden-Wochen kommen vor. Im Konzern ist die Belastung gleichmäßiger, dafür wiederkehrender. Reisen zu Tochtergesellschaften oder Prüfungsterminen gehören dazu, wenn auch weniger als früher. Belastend empfinden viele die Verantwortung: Fehlerhafte Dokumentation kann zu Doppelbesteuerung und Nachzahlungen in Millionenhöhe führen, und Verfahren zur Streitbeilegung zwischen zwei Staaten dauern Jahre.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Länder verschärfen Dokumentationspflichten, Betriebsprüfungen werden intensiver, und die globale Mindeststeuer hat den Bedarf an Fachleuten weiter erhöht. Es gibt deutlich mehr offene Stellen als Bewerber mit Erfahrung. Entwicklungswege führen zum Senior Manager und Partner in der Beratung oder zur Leitung des Bereichs Verrechnungspreise beziehungsweise der gesamten Konzernsteuerabteilung. Auch Spezialisierungen sind möglich, etwa auf Finanztransaktionen, immaterielle Werte oder Verständigungsverfahren.

Aufgaben

  • Verrechnungspreissysteme für konzerninterne Liefer- und Leistungsbeziehungen entwickeln
  • Funktions- und Risikoanalysen der beteiligten Gesellschaften erstellen
  • Benchmarking-Studien in Datenbanken wie Amadeus oder Orbis durchführen
  • Master File, Local Files und Country-by-Country-Reporting erstellen
  • Margen überwachen und Jahresendanpassungen berechnen
  • Betriebsprüfungen und Verständigungsverfahren begleiten
  • Verrechnungspreisrichtlinien und konzerninterne Verträge abstimmen
  • Controlling, Einkauf und lokale Steuerabteilungen fachlich beraten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in BWL, Wirtschaftsrecht, VWL oder Finance
  • Kenntnisse der OECD-Verrechnungspreisleitlinien und des Außensteuerrechts
  • Verhandlungssicheres Englisch in Wort und Schrift
  • Sicherer Umgang mit großen Datenmengen, Excel und Analysewerkzeugen
  • Fähigkeit, komplexe Sachverhalte präzise schriftlich zu begründen
  • Bereitschaft zu Reisen und zu Belastungsspitzen
  • Steuerberaterexamen von Vorteil, oft aber nicht Voraussetzung

Wo man arbeitet

  • Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften
  • Steuerabteilungen international tätiger Konzerne
  • Auf internationales Steuerrecht spezialisierte Anwaltskanzleien
  • Shared Service Center großer Unternehmensgruppen
  • Finanzverwaltung und Bundeszentralamt für Steuern

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium von fünf Jahren bis zum Master. Der Einstieg erfolgt meist als Consultant in einer Beratungsgesellschaft; die Managerposition wird nach etwa vier bis sechs Jahren Berufserfahrung erreicht. Begleitend absolvieren viele das Steuerberaterexamen oder eine Weiterbildung zum Fachberater für Internationales Steuerrecht.

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