Technischer Zeichner
Technische Zeichner setzen Konstruktionsvorgaben in maßstabsgerechte Zeichnungen und 3D-Modelle um. Sie arbeiten mit CAD-Programmen und liefern die Unterlagen, nach denen in Fertigung und auf der Baustelle gearbeitet wird.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technischer Zeichner verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € |
Am stärksten wirkt die Tarifbindung: In Betrieben mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Ingenieur- und Architekturbüros, für die häufig kein Tarif gilt. Auch die Branche zählt, Fahrzeugbau und Anlagenbau zahlen besser als das Bauplanungsbüro.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Technischer Zeichner?
Technische Zeichner übersetzen Ideen und Berechnungen in eindeutige Zeichnungen. Aus Skizzen, Besprechungsnotizen und Vorgaben von Konstrukteuren, Ingenieuren oder Architekten entstehen am Rechner 3D-Modelle und daraus abgeleitete Fertigungs-, Montage- und Detailzeichnungen. Dazu gehören Maßketten, Toleranzen, Oberflächenangaben, Schnitte, Ansichten und Stücklisten. Gearbeitet wird mit CAD-Systemen wie AutoCAD, Inventor, SolidWorks, Creo, Revit oder Allplan, oft in Verbindung mit einem Produktdatenmanagement-System.
Der Alltag besteht nicht nur aus Zeichnen. Zeichnungen müssen geändert werden, wenn ein Bauteil in der Fertigung nicht passt oder ein Kunde eine Anpassung wünscht. Änderungsstände werden dokumentiert, Altbestände digitalisiert, Normen nachgeschlagen. Wer im Bauwesen arbeitet, erstellt Grundrisse, Schalpläne, Bewehrungspläne und Ansichten. In der Metall- und Elektroindustrie stehen Bauteile, Baugruppen und Schaltpläne im Mittelpunkt.
Wie wird man Technischer Zeichner?
Die klassische Bezeichnung ist heute in drei duale Ausbildungsberufe aufgeteilt: Technischer Produktdesigner für Maschinenbau und Produktentwicklung, Bauzeichner für das Bauwesen und Technischer Systemplaner für Versorgungs-, Elektro- und Stahlbautechnik. Alle dauern dreieinhalb Jahre und enden mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss, gute Noten in Mathematik und ein sicheres räumliches Vorstellungsvermögen.
Quereinstiege kommen vor, etwa von Facharbeitern aus der Fertigung, von Tischlern oder aus dem Bauhandwerk. Entscheidend ist dann eine solide CAD-Weiterbildung und nachweisbare Praxis. Ohne belegbare CAD-Kenntnisse ist der Einstieg schwierig, weil Betriebe produktive Arbeit vom ersten Monat an erwarten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist sitzend und findet fast durchgehend am Bildschirm statt. Das belastet Augen, Rücken und Schultern. Genauigkeit ist keine Nebensache: Ein falsches Maß kann ein fehlgefertigtes Bauteil oder eine Fehllieferung auf der Baustelle bedeuten. Wer Detailarbeit über Stunden als eintönig empfindet, wird mit dem Beruf nicht glücklich.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, oft mit Gleitzeit, teils mit Möglichkeit zum Homeoffice. Vor Abgabeterminen, Ausschreibungsfristen oder Messeterminen wird es allerdings eng, dann fallen Überstunden an. Hinzu kommt der Druck, mit Softwareversionen und neuen Arbeitsweisen wie BIM Schritt zu halten. Ein Teil der reinen Zeichenarbeit ist in den vergangenen Jahren automatisiert oder ins Ausland verlagert worden.
Aussichten
Der Bedarf ist da, verteilt sich aber ungleich. Gesucht werden vor allem Leute, die mehr können als Ansichten ableiten: konstruktives Mitdenken, Kenntnis von Fertigungsverfahren, Erfahrung mit BIM-Methoden oder mit Bewehrungsplanung. Konjunkturschwankungen im Bau und im Maschinenbau schlagen unmittelbar auf die Beschäftigung durch.
Entwicklungswege führen über den Technischen Fachwirt, den staatlich geprüften Techniker oder ein Studium in Maschinenbau, Bauingenieurwesen oder Produktdesign. Aus der Zeichnung heraus wächst man in Konstruktion, CAD-Administration, Arbeitsvorbereitung oder Projektleitung hinein. Wer bei reiner Zeichenarbeit bleibt, stößt beim Gehalt relativ früh an eine Grenze.
Aufgaben
- Fertigungs- und Montagezeichnungen aus Skizzen und Vorgaben erstellen
- 3D-Modelle und Baugruppen im CAD-System aufbauen
- Maße, Toleranzen und Oberflächenangaben eintragen
- Stücklisten und technische Dokumentation pflegen
- Änderungen einarbeiten und Zeichnungsstände verwalten
- Normen und Vorschriften prüfen und anwenden
- Rückfragen aus Fertigung, Baustelle oder Einkauf klären
- alte Papierpläne digitalisieren und archivieren
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss, häufig gefordert
- gutes räumliches Vorstellungsvermögen
- sichere Grundlagen in Mathematik und Geometrie
- sorgfältiges, genaues Arbeiten über längere Zeit
- CAD-Kenntnisse, je nach Branche AutoCAD, Inventor, Revit oder Allplan
- Bereitschaft zu ganztägiger Bildschirmarbeit
Wo man arbeitet
- Konstruktionsabteilungen im Maschinen- und Anlagenbau
- Architektur- und Ingenieurbüros
- Bauunternehmen
- Zulieferbetriebe der Automobil- und Elektroindustrie
- technische Büros von Handwerksbetrieben
- Kommunale Bau- und Planungsämter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Technischer Produktdesigner, Bauzeichner oder Technischer Systemplaner mit Abschlussprüfung vor der Kammer. Verkürzung auf drei Jahre ist bei guten Leistungen oder Vorbildung möglich. Quereinsteiger aus technischen Berufen kommen über CAD-Weiterbildungen und Praxisprojekte in den Beruf.
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Verwandte Berufe
Bauzeichner
Bauzeichner erstellen technische Zeichnungen und Pläne für Gebäude, Straßen oder Tragwerke – meist am Computer mit CAD-Software, nach den Vorgaben von Architekten und Ingenieuren.
- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.900 €
Konstrukteur
Konstrukteure entwerfen technische Bauteile, Maschinen und Anlagen am CAD-System und erstellen die Zeichnungen und Stücklisten, nach denen später gefertigt wird. Sie arbeiten zwischen Entwicklung, Einkauf und Produktion.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 3.000 – 7.000 €
Technischer Produktdesigner
Technische Produktdesigner erstellen 3D-Modelle und technische Zeichnungen für Bauteile, Maschinen und Produkte. Sie setzen Konstruktionsvorgaben in fertigungsreife Unterlagen um und arbeiten dabei eng mit Entwicklung und Produktion zusammen.
- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.600 – 5.800 €
Technischer Systemplaner
Technische Systemplaner erstellen mit CAD- und BIM-Software Zeichnungen und Pläne für Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär-, Elektro- oder Stahlbauanlagen. Sie arbeiten Ingenieuren zu und übersetzen deren Entwürfe in ausführungsreife Unterlagen.
- Offene Stellen
- 27
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.400 €
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