Technischer Systemplaner
Technische Systemplaner erstellen mit CAD- und BIM-Software Zeichnungen und Pläne für Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär-, Elektro- oder Stahlbauanlagen. Sie arbeiten Ingenieuren zu und übersetzen deren Entwürfe in ausführungsreife Unterlagen.
27 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technischer Systemplaner verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.400 € | 5.400 € | 52.800 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Planungsbüros ohne Tarif. Zusätzlich zahlen sich BIM-Kenntnisse und die Fachrichtung aus, wobei Elektrotechnik und Versorgungstechnik derzeit am besten vergütet werden.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Technischer Systemplaner?
Technische Systemplaner zeichnen am Rechner, was später auf der Baustelle montiert wird: Rohrleitungen durch ein Bürogebäude, Lüftungskanäle über abgehängten Decken, Kabeltrassen und Verteilungen einer Elektroanlage oder Stahlkonstruktionen einer Halle. Grundlage sind Architektenpläne, Berechnungen und Vorgaben der planenden Ingenieure. Daraus entstehen Grundrisse, Schnitte, Strangschemata, Stücklisten und Montagepläne.
Der Alltag besteht überwiegend aus Arbeit mit CAD-Programmen wie AutoCAD, Revit, Plancal nova oder Tekla. Zunehmend wird dreidimensional geplant, mit Bauwerksdatenmodellen, in denen sich Kollisionen zwischen Gewerken automatisch prüfen lassen. Dazu kommen Mengenermittlungen, das Nachführen von Planständen nach Änderungen und die Abstimmung mit Architekten, Statikern und ausführenden Firmen. Manche Betriebe schicken ihre Systemplaner regelmäßig zum Aufmaß oder zur Baubegehung, in anderen bleibt die Arbeit fast vollständig am Schreibtisch.
Die Ausbildung teilt sich in drei Fachrichtungen: Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Elektrotechnische Systeme sowie Stahl- und Metallbautechnik. Die Entscheidung fällt zu Beginn und prägt den weiteren Weg deutlich.
Wie wird man Technischer Systemplaner?
Üblich ist die duale Ausbildung über dreieinhalb Jahre in einem Ingenieur- oder Planungsbüro, bei einem Anlagenbauer, einem Stahlbaubetrieb oder in der Bauabteilung eines Industrieunternehmens. Rechtlich reicht ein Hauptschulabschluss, eingestellt werden meist Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur. Mathematik, Physik und räumliches Vorstellungsvermögen sind wichtiger als Sprachnoten.
Quereinstiege gibt es aus handwerklichen Berufen, etwa von Anlagenmechanikern oder Elektronikern, die sich CAD-Kenntnisse aneignen und ins Büro wechseln. Auch abgebrochene Ingenieurstudiengänge führen häufig in diesen Beruf. Wer als Seiteneinsteiger kommt, braucht in der Regel eine Weiterbildung in der jeweiligen Planungssoftware und Geduld, bis die Normenkenntnis sitzt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich leicht, aber geistig ausdauernd. Wer stundenlang Details nachzieht, Bemaßungen prüft und Planstände sortiert, braucht Sorgfalt und die Bereitschaft, monotone Phasen auszuhalten. Fehler in einer Zeichnung werden auf der Baustelle teuer, entsprechend hoch ist der Anspruch an Genauigkeit.
Belastend sind vor allem Termindruck kurz vor Abgaben und ständige Planänderungen, die ganze Arbeitsabschnitte hinfällig machen. Überstunden in Projektspitzen sind verbreitet, geregelt bleibt die Arbeitszeit trotzdem meist besser als in Montageberufen; Schicht- oder Wochenendarbeit ist die Ausnahme. Bildschirmarbeit über den ganzen Tag hinweg belastet Augen und Rücken. Wer Normen, Regelwerke und Behördenauflagen als lästig empfindet, wird mit dem Beruf wenig Freude haben.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Gebäudetechnik wird komplexer, Anforderungen an Energieeffizienz und Brandschutz steigen, und viele Büros finden schwer Nachwuchs. Besonders gesucht sind Planer mit belastbarer BIM-Erfahrung.
Weiterentwickeln lässt sich der Beruf über den Technikerabschluss in Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik oder Elektrotechnik, über die Meisterprüfung oder ein Studium der Versorgungs- oder Gebäudetechnik, teils berufsbegleitend. Innerhalb von Büros führen Wege zur Projektabwicklung, zur BIM-Koordination oder in die Bauleitung. Wirtschaftlich hängt viel an der Baukonjunktur: In Schwächephasen trifft es Planungsbüros früher als ausführende Betriebe.
Aufgaben
- Ausführungs- und Montagepläne in CAD erstellen und ändern
- dreidimensionale Gebäudemodelle aufbauen und pflegen
- Rohrnetze, Kabeltrassen oder Stahlbauteile nach Vorgabe konstruieren
- Mengen ermitteln und Stück- sowie Materiallisten anfertigen
- Kollisionen zwischen Gewerken prüfen und mit den Beteiligten klären
- technische Berechnungen unterstützen und Ergebnisse in Pläne übertragen
- Planstände verwalten und Änderungen dokumentieren
- Aufmaße vor Ort nehmen und in die Planung einarbeiten
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss oder Abitur, formal mindestens Hauptschulabschluss
- gute Leistungen in Mathematik und Physik
- ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen
- Sorgfalt und Ausdauer bei detailreicher Bildschirmarbeit
- Bereitschaft, sich in CAD- und BIM-Software einzuarbeiten
- Interesse an technischen Normen und Regelwerken
- Teamfähigkeit für die Abstimmung mit Ingenieuren und Baubeteiligten
Wo man arbeitet
- Ingenieur- und Planungsbüros für technische Gebäudeausrüstung
- Betriebe des Anlagen-, Stahl- und Metallbaus
- Elektroinstallations- und Energietechnikunternehmen
- Bau- und Technikabteilungen von Industrieunternehmen
- kommunale Bauämter und Versorgungsbetriebe
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, mit Festlegung auf eine der drei Fachrichtungen Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Elektrotechnische Systeme oder Stahl- und Metallbautechnik. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich.
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