Was macht ein Technischer Objektmanager?
Technische Objektmanager sind für den baulichen und technischen Zustand von Immobilien verantwortlich – Bürogebäude, Einkaufszentren, Wohnanlagen, Logistikhallen oder Klinikgebäude. Sie begehen die Objekte regelmäßig, dokumentieren Mängel, holen Angebote von Handwerksbetrieben und Fachfirmen ein, beauftragen Reparaturen und nehmen die Arbeiten ab. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, wiederkehrende Prüfungen im Blick zu behalten: Aufzugsprüfung, Brandschutzklappen, Trinkwasseranalysen, Sicherheitsbeleuchtung, Elektroprüfungen. Wer hier etwas übersieht, riskiert Haftungsfragen für den Eigentümer.
Dazu kommt die kaufmännische Seite. Technische Objektmanager stellen Instandhaltungsbudgets auf, verfolgen Kosten über das Jahr, prüfen Rechnungen und bereiten Investitionsentscheidungen vor, etwa den Austausch einer Lüftungsanlage oder eine Dachsanierung. Bei größeren Maßnahmen steuern sie Planer und ausführende Firmen und koordinieren Termine mit Mietern, damit der Betrieb im Gebäude weiterläuft. Sie sind die erste Adresse, wenn im Objekt etwas nicht funktioniert – vom Wasserschaden bis zur ausgefallenen Kälteanlage.
Wie wird man Technischer Objektmanager?
Es gibt keinen Ausbildungsberuf mit diesem Namen. Üblich sind zwei Wege: eine technische Ausbildung, etwa im Anlagenmechaniker-Handwerk, in der Elektrotechnik oder im Bau, mit anschließender Weiterbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt Facility Management. Oder ein Studium in Facility Management, Gebäudetechnik, Bauingenieurwesen, Versorgungstechnik oder Immobilienwirtschaft. Quereinstiege gelingen häufig aus dem Haustechnik-Handwerk oder aus der Bauleitung, weil dort das Verständnis für Anlagen und Gewerke schon vorhanden ist.
Wichtig ist Kenntnis der einschlägigen Regelwerke: Betriebssicherheitsverordnung, VDI-Richtlinien, VOB, DGUV-Vorschriften, Trinkwasserverordnung. Vieles davon lernt man im Betrieb, aber ohne Bereitschaft, sich in Vorschriften einzuarbeiten, wird der Beruf mühsam. Führerschein und CAFM-Software-Kenntnisse werden praktisch immer erwartet.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist ein ständiger Wechsel zwischen Baustelle und Schreibtisch. Wer nur eines von beiden mag, wird unzufrieden. Zu den Belastungen gehört die Zahl paralleler Vorgänge: Ein Objektmanager betreut häufig mehrere Gebäude gleichzeitig, oft mehr, als sich sorgfältig betreuen lassen. Termindruck, Mängelmeldungen und Störungen kommen ungeplant.
Dazu kommt eine Rolle zwischen den Interessen: Eigentümer wollen niedrige Kosten, Mieter schnelle Lösungen, Dienstleister ihre Rechnung bezahlt. Konflikte auszuhalten und schriftlich zu dokumentieren gehört zum Alltag. Reisetätigkeit im Portfolio ist verbreitet, Rufbereitschaft bei technisch anspruchsvollen Objekten ebenfalls. Die Arbeitszeiten sind meist Bürozeiten, bei Schadensfällen oder Umbauten aber auch abends und am Wochenende. Körperlich sind Begehungen von Dächern, Kellern und Technikzentralen anstrengend, aber nicht schwer.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot an Bewerbern, weil technisches Verständnis und kaufmännische Fähigkeiten selten zusammenkommen. Getrieben wird der Bedarf durch energetische Sanierungen, Vorgaben zu Gebäudeeffizienz und ESG-Berichtspflichten, die Verbrauchs- und Zustandsdaten aus den Objekten verlangen.
Entwicklungswege führen zum Senior Objektmanager mit größerem oder komplexerem Portfolio, in die Teamleitung eines Standorts, ins Asset Management oder in die Projektsteuerung von Sanierungen. Wer sich auf Sonderimmobilien wie Kliniken, Rechenzentren oder Produktionsstandorte spezialisiert, arbeitet in einem engen Markt mit entsprechend besseren Konditionen.