Technical Sales Manager
Technical Sales Manager verkaufen technisch komplexe Produkte wie Maschinen, Komponenten oder Software an Industriekunden. Sie verbinden Ingenieurwissen mit Verhandlungsführung und betreuen Kunden von der ersten Anfrage bis zum Abschluss.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technical Sales Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 8.000 € | 11.000 € | 96.000 € |
Ein Teil des Gehalts ist meist variabel und an Umsatz- oder Margenziele gekoppelt, üblich sind zehn bis dreißig Prozent des Jahresgehalts. Tarifgebundene Betriebe der Metall- und Elektroindustrie zahlen nach IG-Metall-Tarif mit engerer Spanne, während frei verhandelnde Mittelständler und Softwarehersteller stark nach Branche, Auftragsvolumen und Gebietsgröße differieren; ein Firmenwagen ist im Außendienst weit verbreitet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Technical Sales Manager?
Technical Sales Manager verkaufen Produkte, die man nicht in einem Katalog abbilden kann: Sondermaschinen, Antriebstechnik, Sensorik, Automatisierungslösungen, Industriesoftware. Der Verkauf beginnt mit einer technischen Frage des Kunden und endet oft erst Monate später mit einem Vertrag. Dazwischen liegen Werksbesuche, Messungen vor Ort, Abstimmungen mit der eigenen Konstruktion und Kalkulationen, in denen jede Sonderausführung einen Preis bekommt.
Der Alltag teilt sich in Reisezeit, Kundengespräche und Schreibtischarbeit. Angebote werden im CRM erfasst, Ausschreibungsunterlagen gelesen, Lastenhefte mit dem technischen Innendienst durchgegangen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, zwischen Kunde und eigener Entwicklung zu übersetzen: Der Kunde beschreibt ein Problem, der Vertrieb prüft, ob das Standardprodukt reicht oder eine Anpassung nötig ist, und was die kostet. Dazu kommen Messeauftritte, Schulungen für Kunden und die Betreuung von Bestandskunden, aus denen ein erheblicher Teil des Umsatzes stammt.
Wie wird man Technical Sales Manager?
Der häufigste Weg führt über ein technisches Studium: Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen. Vertriebswissen wird meist im Betrieb erworben, oft in einem Trainee-Programm oder zunächst im technischen Innendienst. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Praxis: Techniker, Meister oder Industriemechaniker, die Produkt und Fertigung genau kennen und in den Außendienst wechseln. Wer aus dem kaufmännischen Vertrieb kommt, muss sich das technische Verständnis hart erarbeiten - Kunden merken schnell, ob jemand das Produkt versteht. Englisch ist bei international tätigen Herstellern Voraussetzung, ein Führerschein praktisch immer.
Was der Beruf verlangt
Die Reisetätigkeit ist der größte Einschnitt. Je nach Gebiet sind zwei bis vier Tage pro Woche unterwegs normal, bei internationaler Verantwortung kommen Flugreisen und Zeitzonen dazu. Wer Familie und feste Abende braucht, sollte auf Regionalgebiete oder Innendienstpositionen achten. Umsatzziele werden quartalsweise gemessen, und ein variabler Gehaltsanteil hängt daran - das erzeugt Druck, der nicht jedem liegt. Verlorene Ausschreibungen nach Monaten Arbeit gehören dazu. Gleichzeitig verlangt der Beruf Geduld: Investitionsentscheidungen in der Industrie ziehen sich, und Konjunkturdellen treffen den Vertrieb zuerst. Wer Konflikte scheut, hat es schwer, denn Preisverhandlungen und Reklamationen landen auf demselben Tisch.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil hoch, weil Unternehmen Menschen mit technischem Verständnis und Verkaufsfähigkeit gleichzeitig kaum finden. Besonders gesucht sind Fachleute für Automatisierung, Energietechnik, Medizintechnik und Industriesoftware. Entwicklungswege führen zum Key Account Management für Großkunden, zur Leitung eines Vertriebsgebiets oder in die Vertriebsleitung mit Personalverantwortung. Andere wechseln ins Produktmanagement, wo das Marktwissen aus dem Kundenkontakt direkt in die Produktentwicklung fließt. Erfahrung im Ausland und Branchenkenntnis erhöhen den Wert auf dem Arbeitsmarkt deutlich.
Aufgaben
- Technische Beratung von Industriekunden vor Ort und per Video
- Angebote kalkulieren und Preisverhandlungen führen
- Lastenhefte und Ausschreibungsunterlagen technisch bewerten
- Abstimmung mit Konstruktion, Fertigung und technischem Innendienst
- Bestandskunden betreuen und Bedarf für Folgeprojekte erkennen
- Messen, Kundenschulungen und Produktvorführungen durchführen
- Kundendaten, Projekte und Forecasts im CRM pflegen
- Markt- und Wettbewerbsbeobachtung im eigenen Segment
Voraussetzungen
- Technisches Studium oder Weiterbildung als Techniker beziehungsweise Meister
- Verständnis für die verkauften Produkte und ihre Anwendungen
- Verhandlungsgeschick und Sicherheit im Umgang mit Einkäufern
- Bereitschaft zu regelmäßiger Reisetätigkeit, Führerschein Klasse B
- Englisch in Wort und Schrift, bei internationalen Gebieten verhandlungssicher
- Belastbarkeit gegenüber Umsatzzielen und langen Entscheidungszyklen
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Hersteller von Elektro-, Antriebs- und Automatisierungstechnik
- Technische Handels- und Vertriebsgesellschaften
- Software- und IT-Unternehmen mit Industriekunden
- Zulieferer der Automobil- und Medizintechnikbranche
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit drei bis fünf Jahren Dauer, gefolgt von einem Einstieg im technischen Innendienst oder in einem Vertriebstrainee-Programm. Alternativ führt der Weg über eine industrielle Ausbildung mit anschließender Technikerschule oder Meisterprüfung und mehreren Jahren Praxis im Betrieb. Vertriebsspezifische Kenntnisse werden meist berufsbegleitend über interne Schulungen und Zertifikatskurse erworben.
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