Was macht ein Supplier Quality Manager?
Supplier Quality Manager sind die Schnittstelle zwischen dem eigenen Unternehmen und seinen Zulieferern, wenn es um Qualität geht. Sie prüfen vor Serienstart, ob ein Lieferant überhaupt in der Lage ist, ein Bauteil in der gewünschten Güte und Menge zu fertigen. Dazu gehören Erstbemusterungen nach PPAP oder VDA 2, die Freigabe von Messberichten, die Bewertung von Prozessfähigkeitskennzahlen und Audits nach IATF 16949, ISO 9001 oder kundenspezifischen Vorgaben direkt beim Lieferanten vor Ort.
Im laufenden Betrieb bearbeiten sie Reklamationen. Kommt eine Charge mit Maßabweichungen, Rissen oder falscher Beschichtung an, sperren sie das Material, beauftragen eine Sortierprüfung und fordern beim Lieferanten einen 8D-Report an. Sie prüfen, ob die genannte Ursache plausibel ist und die Abstellmaßnahme wirkt, statt nur eine Sichtkontrolle zu ergänzen. Dazu kommen Lieferantenbewertungen mit Kennzahlen wie ppm-Rate und Liefertreue, Eskalationsgespräche, Freigaben von Prozessänderungen und die Begleitung von Verlagerungen an neue Standorte. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Kommunikation: mit Einkauf, Entwicklung, Fertigung, Werkslogistik und den Ansprechpartnern beim Lieferanten, häufig auf Englisch und über Zeitzonen hinweg.
Wie wird man Supplier Quality Manager?
Der übliche Weg führt über ein Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Produktionstechnik, Werkstofftechnik oder Elektrotechnik. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Praxis: Techniker oder Meister mit Erfahrung in der Fertigung, in der Messtechnik oder in der Wareneingangsprüfung wechseln in die Lieferantenqualität. Ein Direkteinstieg nach dem Abschluss ist möglich, oft aber über eine Station in der Qualitätssicherung, der Prozessplanung oder im technischen Einkauf. Erwartet werden Kenntnisse in Qualitätsmethoden wie FMEA, 8D, Ishikawa, 5-Why, SPC und MSA sowie im Lesen technischer Zeichnungen samt Form- und Lagetoleranzen. Zertifikate als Auditor für ISO 9001 oder VDA 6.3 sind in der Automobilzulieferkette faktisch Voraussetzung und werden meist berufsbegleitend erworben.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist konfliktbehaftet. Wer Qualität beim Lieferanten einfordert, verursacht dort Kosten, und intern drängt die Fertigung auf Material, das ankommen muss. Wer Auseinandersetzungen ausweicht, kommt nicht weit. Reisen gehören dazu, je nach Lieferantenstruktur von einzelnen Werksbesuchen bis zu einem Drittel der Arbeitszeit, teils international. Bei Bandstillständen oder Kundenreklamationen entstehen kurzfristige Belastungsspitzen mit Wochenendeinsätzen und Sondermaßnahmen. Die Arbeit erfordert Geduld für Dokumentation und die Bereitschaft, in Werkshallen zu gehen statt Berichte am Schreibtisch zu glauben. Sicherheitsschuhe und Gehörschutz sind Alltag.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Fertigungsunternehmen einen großen Teil ihrer Wertschöpfung zukaufen und Haftungsanforderungen zunehmen. Getragen wird der Bedarf von Automobil- und Nutzfahrzeugzulieferern, Medizintechnik, Luftfahrt, Bahntechnik und Maschinenbau; die Strukturkrise der Automobilbranche wirkt sich regional aber auf Stellenzahlen aus. Entwicklungswege führen zur Leitung der Lieferantenqualität, in die Gesamtverantwortung für Qualitätsmanagement, in den strategischen Einkauf oder in die Beratung. Wer Erfahrung mit Lieferantenentwicklung in Asien oder Osteuropa mitbringt, hat gute Verhandlungsposition.