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Supplier Quality Manager

Supplier Quality Manager überwachen und entwickeln die Qualität von Zulieferteilen. Sie auditieren Lieferanten, bearbeiten Reklamationen und sorgen dafür, dass zugekaufte Bauteile die Anforderungen der eigenen Produktion erfüllen.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Supplier Quality Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.400 € 6.400 € 64.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 9.000 € 84.000 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Zulieferer. Reisetätigkeit, internationale Verantwortung und Auditorenqualifikationen erhöhen das Niveau zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Supplier Quality Manager?

Supplier Quality Manager sind die Schnittstelle zwischen dem eigenen Unternehmen und seinen Zulieferern, wenn es um Qualität geht. Sie prüfen vor Serienstart, ob ein Lieferant überhaupt in der Lage ist, ein Bauteil in der gewünschten Güte und Menge zu fertigen. Dazu gehören Erstbemusterungen nach PPAP oder VDA 2, die Freigabe von Messberichten, die Bewertung von Prozessfähigkeitskennzahlen und Audits nach IATF 16949, ISO 9001 oder kundenspezifischen Vorgaben direkt beim Lieferanten vor Ort.

Im laufenden Betrieb bearbeiten sie Reklamationen. Kommt eine Charge mit Maßabweichungen, Rissen oder falscher Beschichtung an, sperren sie das Material, beauftragen eine Sortierprüfung und fordern beim Lieferanten einen 8D-Report an. Sie prüfen, ob die genannte Ursache plausibel ist und die Abstellmaßnahme wirkt, statt nur eine Sichtkontrolle zu ergänzen. Dazu kommen Lieferantenbewertungen mit Kennzahlen wie ppm-Rate und Liefertreue, Eskalationsgespräche, Freigaben von Prozessänderungen und die Begleitung von Verlagerungen an neue Standorte. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Kommunikation: mit Einkauf, Entwicklung, Fertigung, Werkslogistik und den Ansprechpartnern beim Lieferanten, häufig auf Englisch und über Zeitzonen hinweg.

Wie wird man Supplier Quality Manager?

Der übliche Weg führt über ein Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Produktionstechnik, Werkstofftechnik oder Elektrotechnik. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Praxis: Techniker oder Meister mit Erfahrung in der Fertigung, in der Messtechnik oder in der Wareneingangsprüfung wechseln in die Lieferantenqualität. Ein Direkteinstieg nach dem Abschluss ist möglich, oft aber über eine Station in der Qualitätssicherung, der Prozessplanung oder im technischen Einkauf. Erwartet werden Kenntnisse in Qualitätsmethoden wie FMEA, 8D, Ishikawa, 5-Why, SPC und MSA sowie im Lesen technischer Zeichnungen samt Form- und Lagetoleranzen. Zertifikate als Auditor für ISO 9001 oder VDA 6.3 sind in der Automobilzulieferkette faktisch Voraussetzung und werden meist berufsbegleitend erworben.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist konfliktbehaftet. Wer Qualität beim Lieferanten einfordert, verursacht dort Kosten, und intern drängt die Fertigung auf Material, das ankommen muss. Wer Auseinandersetzungen ausweicht, kommt nicht weit. Reisen gehören dazu, je nach Lieferantenstruktur von einzelnen Werksbesuchen bis zu einem Drittel der Arbeitszeit, teils international. Bei Bandstillständen oder Kundenreklamationen entstehen kurzfristige Belastungsspitzen mit Wochenendeinsätzen und Sondermaßnahmen. Die Arbeit erfordert Geduld für Dokumentation und die Bereitschaft, in Werkshallen zu gehen statt Berichte am Schreibtisch zu glauben. Sicherheitsschuhe und Gehörschutz sind Alltag.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Fertigungsunternehmen einen großen Teil ihrer Wertschöpfung zukaufen und Haftungsanforderungen zunehmen. Getragen wird der Bedarf von Automobil- und Nutzfahrzeugzulieferern, Medizintechnik, Luftfahrt, Bahntechnik und Maschinenbau; die Strukturkrise der Automobilbranche wirkt sich regional aber auf Stellenzahlen aus. Entwicklungswege führen zur Leitung der Lieferantenqualität, in die Gesamtverantwortung für Qualitätsmanagement, in den strategischen Einkauf oder in die Beratung. Wer Erfahrung mit Lieferantenentwicklung in Asien oder Osteuropa mitbringt, hat gute Verhandlungsposition.

Aufgaben

  • Erstbemusterungen und Messberichte von Zulieferteilen prüfen und freigeben
  • Prozess- und Systemaudits bei Lieferanten nach VDA 6.3 oder ISO 9001 durchführen
  • Reklamationen aufnehmen, Material sperren und Sortieraktionen veranlassen
  • 8D-Reports der Lieferanten bewerten und Wirksamkeit der Maßnahmen nachprüfen
  • Lieferantenbewertungen anhand von ppm-Raten und Liefertreue pflegen
  • Eskalationsgespräche führen und Lieferantenentwicklungsprogramme begleiten
  • Prozess- und Standortverlagerungen technisch begleiten und freigeben
  • Anforderungen mit Einkauf, Entwicklung und Fertigung abstimmen

Voraussetzungen

  • Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen oder Werkstofftechnik, alternativ Techniker- oder Meisterabschluss mit Fertigungserfahrung
  • Kenntnis der Qualitätsmethoden FMEA, 8D, SPC, MSA und der Normen ISO 9001 sowie IATF 16949
  • Sicheres Lesen technischer Zeichnungen und Umgang mit Messtechnik
  • Gutes Englisch für Lieferantenkontakte im Ausland
  • Reisebereitschaft und Führerschein Klasse B
  • Durchsetzungsfähigkeit und Belastbarkeit in Konfliktsituationen
  • Auditorenqualifikation, häufig VDA 6.3, oft berufsbegleitend erwerbbar

Wo man arbeitet

  • Automobil- und Nutzfahrzeugzulieferer
  • Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
  • Medizintechnik- und Luftfahrtbetriebe
  • Elektronik- und Konsumgüterhersteller
  • Werke und Fertigungsstätten von Lieferanten vor Ort

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren, gefolgt von einigen Jahren in der Qualitätssicherung oder Fertigung. Alternativ führt der Weg über eine industriell-technische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Industriemeister oder staatlich geprüften Techniker. Auditorenzertifikate nach VDA 6.3 oder ISO 9001 werden in mehrtägigen Lehrgängen berufsbegleitend erworben.

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