Was macht ein Staplerfahrer bei BMW Dingolfing?
Das Werk Dingolfing ist der größte europäische Produktionsstandort von BMW. Damit die Montagebänder nicht stillstehen, muss Material pünktlich an der richtigen Stelle stehen. Genau das ist die Aufgabe der Staplerfahrer in der Werklogistik: Gitterboxen, Paletten und Sonderladungsträger vom Wareneingang oder aus dem Lager holen, in Bereitstellungszonen an den Linien absetzen, Leergut abziehen und in den Kreislauf zurückführen. Gefahren wird mit Frontgabelstaplern, Schubmaststaplern, Schlepperzügen und teilweise Hochregalgeräten, je nach Bereich.
Gesteuert wird der Transport über Aufträge auf einem Bordterminal oder Handscanner. Jede Buchung muss stimmen, sonst fehlt ein Teil im System, obwohl es physisch vorhanden ist. Dazu kommen Sichtprüfungen auf Transportschäden, das Melden von Fehlmengen, das Umpacken beschädigter Ladungsträger und die tägliche Abfahrtkontrolle am Fahrzeug. In modernen Bereichen fahren fahrerlose Transportsysteme mit, die Staplerfahrer arbeiten dann in gemischtem Verkehr und müssen deren Routen kennen.
Wie wird man Staplerfahrer im Automobilwerk?
Zwingend ist der Fahrausweis für Flurförderzeuge nach DGUV-Grundsatz 308-001, umgangssprachlich Staplerschein. Der Kurs dauert wenige Tage und wird von Bildungsträgern, Berufsgenossenschaften oder Zeitarbeitsfirmen angeboten, oft auch bezahlt. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, Deutschkenntnisse für Sicherheitsunterweisungen und Auftragsbearbeitung sind es faktisch schon.
Der Einstieg bei BMW führt in vielen Fällen über Zeitarbeit oder befristete Verträge in der Werklogistik, teils auch über Logistikdienstleister, die auf dem Werksgelände arbeiten. Wer Erfahrung, Zuverlässigkeit und Schichttauglichkeit zeigt, hat Chancen auf Übernahme. Eine abgeschlossene Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik oder Fachlagerist verbessert die Position deutlich und ist die Voraussetzung für höhere Eingruppierungen und Aufgaben in der Steuerung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit läuft im Zwei- oder Dreischichtsystem, teils mit Nacht- und Wochenendschichten, im Takt der Produktion. Wer im Stapler sitzt, sitzt lange, oft in verdrehter Haltung beim Rückwärtsfahren, mit Zugluft, Lärm und Temperaturunterschieden zwischen Halle und Außenbereich. Das Verletzungsrisiko im Mischverkehr aus Staplern, Routenzügen und Fußgängern ist real, entsprechend streng sind Tempolimits, Wegeregeln und Kontrollen.
Der Takt lässt wenig Spielraum. Verzögerungen fallen sofort auf, weil das Band Material braucht. Monotonie gehört dazu: dieselben Routen, dieselben Buchungen, über Jahre. Wer Abwechslung und selbstbestimmtes Arbeiten sucht, wird das schwer finden. Wer dagegen klare Aufgaben, geregelte Abläufe und einen ordentlich bezahlten Industriearbeitsplatz sucht, ist hier richtig.
Aussichten
Staplerfahrer werden in der Automobillogistik dauerhaft gesucht, auch weil viele den Schichtdienst nach einigen Jahren aufgeben. Zugleich verändert die Automatisierung das Bild: Standardrouten übernehmen zunehmend fahrerlose Systeme, gefragt bleiben Fahrer für flexible, unregelmäßige Transporte und für Bereiche mit Sonderladungsträgern.
Entwicklungswege führen über die Ausbildung oder Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik, weiter zum Vorarbeiter, Schichtkoordinator oder in die Materialsteuerung. Zusatzqualifikationen wie Kranschein, Ladungssicherung oder Gefahrgutbeauftragter erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Der Sprung vom Leihverhältnis in die Stammbelegschaft ist für die Einkommensentwicklung der wichtigste Schritt.