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IT & Software

SPS-Programmierer/Automatisierungstechnik

SPS-Programmierer entwickeln und pflegen die Steuerungssoftware für Maschinen und Anlagen. Sie schreiben Programme für speicherprogrammierbare Steuerungen, nehmen Anlagen beim Kunden in Betrieb und suchen Fehler, wenn eine Produktion stillsteht.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als SPS-Programmierer/Automatisierungstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.700 € 5.500 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €

Am stärksten wirken Tarifbindung und Branche: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Werte deutlich über denen kleiner Systemintegratoren. Montage- und Auslandseinsätze bringen zusätzlich Spesen und Zulagen, die im Grundgehalt nicht enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein SPS-Programmierer?

SPS-Programmierer schreiben die Software, die Maschinen bewegt. Sie setzen Anlagenkonzepte in Steuerungscode um, meist in den Sprachen der Norm IEC 61131-3, also Kontaktplan, Funktionsplan oder strukturierter Text, häufig auf Plattformen wie Siemens TIA Portal, Step 7, Beckhoff TwinCAT, CODESYS oder Rockwell. Dazu kommen Visualisierungen für Bedienpanels, die Parametrierung von Antrieben und Sensoren sowie die Anbindung an übergeordnete Systeme über Profinet, EtherCAT, OPC UA oder Datenbanken.

Ein großer Teil der Arbeit findet nicht am Schreibtisch statt, sondern an der Anlage. Bei der Inbetriebnahme wird das Programm zum ersten Mal gegen echte Hardware gefahren: Achsen werden eingemessen, Verriegelungen geprüft, Sicherheitsfunktionen abgenommen, Taktzeiten optimiert. Fehlersuche gehört dazu, oft unter Zeitdruck, weil die Fertigung wartet. Ebenso zum Alltag: Dokumentation, Änderungen an bestehenden Programmen, Umbauten und Modernisierungen alter Anlagen, deren Code niemand mehr kennt.

Wie wird man SPS-Programmierer?

Es gibt keine eigene Ausbildung mit diesem Namen. Der übliche Weg führt über eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik, für Betriebstechnik oder zum Mechatroniker, danach über Praxis in der Instandhaltung oder im Schaltschrankbau in die Programmierung. Viele gehen anschließend zum Techniker oder Meister. Der zweite Weg ist ein Studium der Elektrotechnik, Automatisierungstechnik oder Mechatronik. Quereinstieg aus der klassischen Softwareentwicklung kommt vor, verlangt aber Einarbeitung in Elektrotechnik, Antriebstechnik und Anlagensicherheit, weil ein Programmierfehler hier Maschinen beschädigt oder Menschen gefährdet.

Hersteller- und Verbandslehrgänge zu TIA Portal, Antriebstechnik oder funktionaler Sicherheit sind verbreitet und werden von Arbeitgebern häufig bezahlt. Englisch ist nötig, sobald Anlagen exportiert werden.

Was der Beruf verlangt

Reisebereitschaft ist der Punkt, an dem sich der Beruf entscheidet. Wer im Anlagen- oder Sondermaschinenbau arbeitet, ist bei Inbetriebnahmen oft wochenlang unterwegs, im Inland wie im Ausland. Andere Stellen, etwa in der Instandhaltung eines Produktionsbetriebs, sind ortsfest, dafür mit Rufbereitschaft, Wochenendeinsätzen und Arbeit in Betriebsferien, weil größere Umbauten nur im Stillstand möglich sind.

Die Arbeit findet in Produktionshallen statt: Lärm, Öl, Kälte oder Hitze, enge Schaltschränke. Man arbeitet an spannungsführenden Anlagen und trägt Verantwortung dafür, dass Sicherheitsfunktionen zuverlässig greifen. Der Druck bei Störungen ist real, weil jede Stunde Stillstand Geld kostet. Gefragt sind Ruhe bei der Fehlersuche, systematisches Denken und die Fähigkeit, mit Elektrikern, Konstrukteuren und Bedienpersonal verständlich zu reden.

Aussichten

Die Nachfrage ist seit Jahren hoch und übersteigt das Angebot deutlich, besonders bei Fachkräften mit Inbetriebnahmeerfahrung. Automatisierung in Fertigung, Logistik, Wasserwirtschaft und Energietechnik nimmt zu, und viele Bestandsanlagen müssen auf neue Steuerungsgenerationen migriert werden. Der Beruf gilt als vergleichsweise sicher, weil er Softwarekenntnisse mit Anlagenverständnis verbindet, das sich nicht kurzfristig ersetzen lässt.

Entwicklungswege führen zum Inbetriebnahmeleiter, zur Projektleitung, in die Spezialisierung auf Robotik, Antriebstechnik, funktionale Sicherheit oder industrielle IT-Sicherheit. Wer die Reisetätigkeit nicht dauerhaft will, wechselt später oft in die Anlagenplanung, den technischen Vertrieb oder in eine feste Instandhaltung.

Aufgaben

  • Steuerungsprogramme für Maschinen und Anlagen erstellen und testen
  • Bedienoberflächen und Visualisierungen für HMI und SCADA anlegen
  • Antriebe, Sensoren und Feldbusgeräte parametrieren und einbinden
  • Anlagen beim Kunden in Betrieb nehmen und Taktzeiten optimieren
  • Störungen an laufenden Anlagen eingrenzen und beheben
  • Bestandsanlagen auf neue Steuerungsgenerationen umstellen
  • Sicherheitsfunktionen prüfen und Abnahmen begleiten
  • Programme, Änderungen und Anlagenzustände dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in Elektrotechnik, Mechatronik oder ein einschlägiges Studium
  • Kenntnisse in mindestens einer SPS-Umgebung, etwa TIA Portal, CODESYS oder TwinCAT
  • Verständnis von Elektrotechnik, Schaltplänen und Antriebstechnik
  • Bereitschaft zu Montageeinsätzen, Rufbereitschaft oder Wochenendarbeit
  • Führerschein Klasse B
  • Englischkenntnisse für Dokumentation und Auslandseinsätze
  • Belastbarkeit bei Störungen und Arbeit in Produktionsumgebungen

Wo man arbeitet

  • Sondermaschinen- und Anlagenbau
  • Produktionsbetriebe der Industrie
  • Systemintegratoren und Automatisierungsdienstleister
  • Ingenieurbüros für Elektroplanung
  • Betreiber von Wasser-, Energie- und Fördertechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik oder zum Mechatroniker, gefolgt von Praxis an Anlagen und Herstellerlehrgängen zur Steuerungsprogrammierung. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Elektrotechnik, Automatisierungstechnik oder Mechatronik in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Automatisierungstechnik ist ein häufiger Zwischenschritt.

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