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Finanzen & Controlling

Spezialist Finanzierung

Spezialisten für Finanzierung strukturieren Kredite, Fördermittel und andere Finanzierungsformen für Unternehmen oder Privatkunden. Sie prüfen Bonität, rechnen Szenarien und begleiten Verträge bis zur Auszahlung.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Spezialist Finanzierung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.800 € 4.500 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 5.200 € 6.500 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 7.000 € 10.000 € 84.000 €

In Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich die Vergütung nach dem TVöD-S beziehungsweise den Tarifverträgen für das private Bankgewerbe und ist entsprechend eng gestaffelt; in Konzern-Treasury, Investmentbanking und Immobilienfinanzierung liegen die Gehälter deutlich höher und enthalten oft variable Anteile. Betriebsgröße, Region und die Frage, ob eigene Kreditkompetenz getragen wird, wirken sich am stärksten aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Spezialist Finanzierung?

Der Beruf dreht sich um die Frage, woher Geld kommt und zu welchen Bedingungen. In einem Unternehmen bedeutet das: Kreditlinien mit Banken verhandeln, Zins- und Tilgungspläne rechnen, Leasing- und Factoring-Angebote vergleichen, Fördermittel von KfW oder Landesbanken beantragen und die Liquiditätsplanung mit der Finanzierungsstruktur abgleichen. In einer Bank oder bei einem Finanzierungsvermittler steht die andere Seite im Mittelpunkt: Unterlagen von Kreditnehmern auswerten, Jahresabschlüsse und Planzahlen analysieren, Sicherheiten bewerten, Kreditvorlagen für das Votum schreiben und Kreditverträge aufsetzen.

Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Rechnen in Tabellen und aus Schreiben. Kapitaldienstfähigkeit, Kennzahlen wie Verschuldungsgrad oder Zinsdeckung, Sensitivitätsrechnungen für steigende Zinsen. Dazu kommt Abstimmung: mit Banken, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, der Rechtsabteilung, im Konzern auch mit Tochtergesellschaften im Ausland. Bei größeren Vorhaben wie einer Immobilien- oder Projektfinanzierung zieht sich ein Fall über Monate.

Wie wird man Spezialist Finanzierung?

Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, danach Jahre in der Kreditabteilung und eine Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt. Der zweite Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Finance, Wirtschaftsrecht oder Volkswirtschaft, gern mit Schwerpunkt Finanzierung, Rechnungswesen oder Bankbetriebslehre. Berufsbezeichnung und Zuschnitt sind nicht geschützt, entscheidend ist die nachgewiesene Erfahrung mit Kreditfällen oder Treasury-Aufgaben.

Quereinstieg gelingt am ehesten aus dem Controlling, aus der Bilanzbuchhaltung oder aus der Wirtschaftsprüfung, weil dort das Lesen von Abschlüssen zum Handwerk gehört. Wer Privatkunden zur Baufinanzierung berät, braucht zusätzlich die Sachkundeprüfung nach Paragraf 34i Gewerbeordnung. Zertifikate wie CFA oder Certified Credit Analyst sind kein Muss, öffnen aber Türen in größere Häuser.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, mit langen Phasen konzentrierter Detailprüfung. Fehler in einer Zahl oder eine übersehene Klausel im Vertrag können teuer werden, entsprechend hoch ist der Anspruch an Sorgfalt. Termindruck entsteht durch Quartalsabschlüsse, Bankmeetings, Ablauf von Kreditlinien oder Kaufverträge mit fester Frist; dann werden Abende länger. Überstunden gehören dazu, Schichtdienst nicht.

Unangenehm ist der Teil des Berufs, in dem Finanzierungen scheitern: Anträge ablehnen, Sanierungsfälle begleiten, Sicherheiten verwerten. Wer nur gestalten will, unterschätzt diesen Anteil. Außerdem verlangt das Feld ständiges Nachlernen, weil sich Zinsumfeld, Förderprogramme und Regulierung wie CRR oder MaRisk regelmäßig ändern.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Unternehmen brauchen Fremdkapital unabhängig von der Konjunktur, in schwierigen Phasen sogar dringlicher, und Banken suchen Leute, die Kreditrisiken beurteilen können. Nachhaltigkeitsanforderungen an Finanzierungen und Förderprogramme für Energie und Digitalisierung haben zusätzliche Spezialgebiete geschaffen.

Entwicklungswege führen zur Teamleitung Finanzierung, zum Treasury, ins Kreditrisikomanagement oder in die Leitung Finanzen kleinerer Unternehmen. Wer sich auf ein Segment festlegt, etwa gewerbliche Immobilien, Projektfinanzierung erneuerbarer Energien oder Unternehmenskäufe, wird als Fachkraft schwer ersetzbar. Ein Wechsel in die Beratung oder in die Vermittlung auf eigene Rechnung ist ebenfalls verbreitet.

Aufgaben

  • Finanzierungsbedarf ermitteln und Liquiditätsplanungen fortschreiben
  • Jahresabschlüsse, Planzahlen und Bonität von Kreditnehmern analysieren
  • Zins-, Tilgungs- und Szenariorechnungen aufstellen
  • Kreditanträge, Vorlagen und Entscheidungsvermerke erstellen
  • Konditionen mit Banken, Leasinggebern und Investoren verhandeln
  • Fördermittel und öffentliche Programme prüfen und beantragen
  • Sicherheiten bewerten und Vertragsunterlagen mit der Rechtsabteilung abstimmen
  • Bestandsfinanzierungen überwachen und Covenants melden

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung im Bankwesen oder Studium in BWL, Finance oder Wirtschaftsrecht
  • Sicheres Lesen von Bilanzen, GuV und Kapitalflussrechnung
  • Fortgeschrittene Excel-Kenntnisse, Grundverständnis von Finanzmathematik
  • Genauigkeit und die Bereitschaft, sich durch umfangreiche Unterlagen zu arbeiten
  • Verhandlungsgeschick und verständliche schriftliche Ausdrucksweise
  • Englisch, sobald internationale Banken oder Konzerngesellschaften beteiligt sind
  • Für Baufinanzierungsberatung die Sachkundeprüfung nach Paragraf 34i GewO

Wo man arbeitet

  • Banken und Sparkassen in der Kredit- oder Firmenkundenabteilung
  • Finanzabteilungen und Treasury von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Immobilien- und Projektentwicklungsgesellschaften
  • Förderbanken und Bürgschaftsbanken
  • Finanzierungsvermittler und Beratungsgesellschaften
  • Leasing- und Factoringgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, gefolgt von mehreren Jahren im Kreditgeschäft und einer Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt. Alternativ führt ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzierung in sechs bis zehn Semestern zum Einstieg. Eine geschützte Berufsbezeichnung gibt es nicht; die Spezialisierung entsteht in der Praxis.

Offene Stellen als Spezialist Finanzierung

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