Sommelier
Sommeliers beraten Gäste in der Gastronomie bei der Weinauswahl, stellen die Weinkarte zusammen und verantworten Einkauf und Lagerung des Weinsortiments. Der Beruf verbindet Fachwissen über Wein mit Verkauf und Gästekontakt am Abend.
12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sommelier verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.800 € | 3.300 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.500 € | 4.300 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.500 € | 6.500 € | 54.000 € |
Entscheidend sind Betriebsart und Standort: In Sternerestaurants, größeren Hotels und Tourismusregionen liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Betriebe, tarifgebunden ist nur ein Teil der Branche über die Tarifverträge des DEHOGA in den einzelnen Bundesländern. Trinkgeld sowie Provisionen im Weinvertrieb können das Einkommen merklich erhöhen und sind hier nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sommelier?
Sommeliers sind für alles verantwortlich, was im Restaurant ins Glas kommt. Sie stellen die Weinkarte zusammen, verkosten Weine bei Händlern und Winzern, verhandeln Einkaufspreise, kalkulieren Verkaufspreise und überwachen den Bestand im Weinkeller samt Temperatur und Lagerbedingungen. Im Service beraten sie Gäste am Tisch, empfehlen Weine zu den Gerichten der Küche, dekantieren, temperieren und servieren. Bei Menüs arbeiten sie eng mit dem Küchenchef zusammen und entwickeln Begleitungen, die zu jedem Gang passen.
Dazu kommt die Arbeit im Hintergrund: Bestellungen aufgeben, Lieferungen prüfen, Inventuren machen, Schwund dokumentieren, Servicepersonal schulen, damit auch die Kollegen Grundfragen beantworten können. Viele Sommeliers betreuen nicht nur Wein, sondern das gesamte Getränkeangebot einschließlich Spirituosen, Bier, Sake, Tee und alkoholfreier Begleitungen, die zunehmend nachgefragt werden.
Wie wird man Sommelier?
Sommelier ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung. Der übliche Weg führt über eine Ausbildung als Restaurantfachkraft, Hotelfachkraft oder Kaufmann im Einzelhandel mit Schwerpunkt Wein, danach einige Jahre Praxis im Service. Darauf setzt die Weiterbildung zum Sommelier auf, angeboten von Industrie- und Handelskammern, Hotelfachschulen und privaten Weinakademien. Die Prüfung zum Sommelier IHK oder zum Weinfachberater ist der gängige Abschluss, international gelten die Stufen der Wine and Spirit Education Trust und der Titel Master Sommelier als anspruchsvollste Nachweise.
Quereinstiege kommen vor, etwa aus dem Weinhandel oder aus dem Weinbau. Ohne belastbare Servicepraxis ist der Einstieg in gehobene Restaurants aber schwierig, weil dort neben Wissen auch Tempo und Souveränität am Tisch verlangt werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dort, wo Gäste essen: abends, an Wochenenden, an Feiertagen. Doppeldienste sind verbreitet, das Privatleben verschiebt sich entsprechend. Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, Kistenschleppen im Keller gehört dazu. Verkostungen bedeuten regelmäßigen Umgang mit Alkohol; ein reflektierter eigener Konsum ist Berufsvoraussetzung.
Gefordert sind ein trainierter Geschmacks- und Geruchssinn, ein gutes Gedächtnis für Jahrgänge, Lagen und Erzeuger, kaufmännisches Denken bei Einkauf und Kalkulation sowie Fremdsprachen, meist Englisch und Französisch. Im Gästekontakt braucht es Fingerspitzengefühl: Empfehlungen sollen zum Budget passen, ohne dass sich jemand vorgeführt fühlt. Wer nur Fachwissen mitbringt, aber ungern mit Menschen redet, wird in diesem Beruf nicht glücklich.
Aussichten
Die Zahl der reinen Sommelierstellen ist begrenzt und konzentriert sich auf Sterne- und Hotelgastronomie in Großstädten und Tourismusregionen. Gleichzeitig sucht die Branche insgesamt dringend qualifiziertes Servicepersonal, was die Verhandlungsposition erfahrener Fachkräfte verbessert. Entwicklungswege führen in die Position des Chef Sommeliers oder Restaurantleiters, in den Weinhandel und Import, in Vertrieb und Außendienst von Weingütern, in die Beratung von Gastronomiebetrieben, in Weinschulungen oder in einen eigenen Weinhandel. Wer den Servicedienst langfristig nicht durchhält, findet im Handel und Vertrieb Tätigkeiten mit geregelteren Zeiten.
Aufgaben
- Gäste am Tisch zur Weinauswahl beraten
- Weinkarte zusammenstellen und regelmäßig überarbeiten
- Weine verkosten, einkaufen und Preise verhandeln
- Weinkeller führen, Bestände und Lagertemperaturen kontrollieren
- Weinbegleitungen zu Menüs mit der Küche abstimmen
- Wein fachgerecht dekantieren, temperieren und servieren
- Servicepersonal in Warenkunde schulen
- Inventuren durchführen und Getränkekalkulation prüfen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung im Gastgewerbe, meist Restaurantfachkraft, plus Berufspraxis im Service
- Weiterbildung zum Sommelier oder vergleichbarer Fachnachweis
- ausgeprägter Geschmacks- und Geruchssinn, gutes Namens- und Jahrgangsgedächtnis
- Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Fremdsprachenkenntnisse, mindestens Englisch
- kaufmännisches Grundverständnis für Einkauf und Kalkulation
- körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Kellerarbeit
Wo man arbeitet
- Restaurants der gehobenen Gastronomie
- Hotels und Resorts
- Weingüter mit Gastronomie und Vinothek
- Weinhandel, Import und Fachgeschäfte
- Kreuzfahrtschiffe
- Catering- und Eventunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist zunächst eine dreijährige Ausbildung im Gastgewerbe, meist als Restaurantfachkraft oder Hotelfachkraft. Nach einigen Jahren Servicepraxis folgt die Weiterbildung zum Sommelier, je nach Anbieter in Vollzeitkursen von wenigen Monaten oder berufsbegleitend über ein bis zwei Jahre, abgeschlossen mit einer Prüfung etwa vor der IHK. Internationale Zertifikate wie WSET-Stufen können darauf aufgebaut werden.
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