Barkeeper
Barkeeper mixen Cocktails, zapfen Bier und schenken Spirituosen aus, bedienen Gäste am Tresen und halten die Bar in Ordnung. Der Beruf spielt sich abends, nachts und am Wochenende ab.
30 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Barkeeper verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.350 € | 2.700 € | 28.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.800 € | 3.300 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.300 € | 40.800 € |
Das Grundgehalt liegt in vielen Betrieben nahe am Mindestlohn oder an den Tarifen des DEHOGA, die je nach Bundesland deutlich auseinandergehen; Trinkgeld, Nacht- und Feiertagszuschläge machen einen erheblichen Teil des tatsächlichen Einkommens aus. Große Hotelketten und tarifgebundene Häuser zahlen verlässlicher als inhabergeführte Bars, dafür ist dort das Trinkgeld oft geringer.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Barkeeper?
Ein Barkeeper steht hinter dem Tresen und versorgt die Gäste mit Getränken. Das reicht vom gezapften Bier über Longdrinks bis zu klassischen und eigenen Cocktails. Dazu gehört das Rühren, Schütteln und Abmessen nach Rezept, das Zubereiten von Sirups, Säften und Garnituren, das Schneiden von Zitrusfrüchten und das Vorbereiten von Eis in der richtigen Form.
Ein großer Teil der Arbeit ist Organisation. Vor der Schicht wird die Bar aufgebaut: Flaschen auffüllen, Gläser polieren, Kühlung prüfen, Wechselgeld zählen, Bestände kontrollieren. Während des Betriebs kommt der Umgang mit Gästen dazu, Bestellungen aufnehmen, kassieren, Empfehlungen geben, bei Bedarf Gespräche führen oder auch beenden. Wer zu viel getrunken hat, bekommt nichts mehr, das durchzusetzen gehört zum Beruf. Nach dem letzten Gast folgt der Abbau: spülen, wischen, Kasse abrechnen, Schwund dokumentieren, Bestellungen für den nächsten Tag notieren.
Je nach Betrieb unterscheidet sich der Schwerpunkt deutlich. In einer Hotelbar zählt ruhige Bedienung und Beratung, in einem Club geht es um Geschwindigkeit und Bierumsatz, in einer Cocktailbar um Handwerk, Rezeptwissen und Produktkenntnis.
Wie wird man Barkeeper?
Barkeeper ist keine geschützte Berufsbezeichnung und kein eigener Ausbildungsberuf. Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie oder zur Hotelfachkraft, mit anschließender Spezialisierung an der Bar. Sehr viele kommen aber als Quereinsteiger, arbeiten sich vom Barback oder Servicekraft hoch und lernen im Betrieb. Private Barschulen bieten Kurse und Zertifikate an, die von Arbeitgebern unterschiedlich ernst genommen werden; entscheidend bleibt, was hinter dem Tresen abrufbar ist. Eine Schulung im Umgang mit Lebensmitteln nach Infektionsschutzgesetz ist Pflicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dann, wenn andere frei haben: abends, nachts, am Wochenende, an Feiertagen, oft bis in die frühen Morgenstunden. Schichten von zehn Stunden im Stehen sind üblich, Pausen fallen bei vollem Haus knapp aus. Die körperliche Belastung wird unterschätzt, Kisten schleppen, Rücken, Handgelenke, dauernd nasse Hände. Lärm und Rauch in manchen Betrieben kommen dazu, ebenso der ständige Kontakt mit Alkohol, der für manche zum Problem wird.
Gefragt sind Schnelligkeit unter Druck, ein gutes Gedächtnis für Bestellungen und Rezepte, Rechnen im Kopf und die Fähigkeit, freundlich zu bleiben, wenn der Gast es nicht ist. Deeskalation gehört dazu. Das Privatleben verschiebt sich, Freundschaften außerhalb der Branche werden mühsam.
Aussichten
Personal wird in der Gastronomie überall gesucht, eine Stelle zu finden ist selten das Problem. Die Fluktuation ist hoch, viele bleiben nur wenige Jahre. Wer bleibt, kann zum Chef de Bar oder Barmanager aufsteigen, für Getränkekarte, Einkauf und Dienstplan verantwortlich werden oder in die Betriebsleitung wechseln. Andere Wege führen in den Vertrieb von Spirituosenherstellern, in die Markenbetreuung als Brand Ambassador, in Barschulungen oder in die Selbstständigkeit mit eigener Bar oder mobilem Cocktailservice. Wettbewerbe und ein Name in der Szene können Türen öffnen, sind aber kein Ersatz für solides Handwerk.
Aufgaben
- Cocktails, Longdrinks und Kaffeespezialitäten zubereiten
- Bier zapfen und Wein sowie Spirituassen ausschenken
- Bar vor der Schicht aufbauen und Mise en Place vorbereiten
- Gäste beraten, Bestellungen aufnehmen und kassieren
- Warenbestände kontrollieren und Getränke nachbestellen
- Gläser spülen, Tresen und Arbeitsgeräte reinigen
- Kasse abrechnen und Schwund dokumentieren
- Jugendschutz durchsetzen und angetrunkene Gäste zurückweisen
Voraussetzungen
- Mindestalter 18 Jahre für den Ausschank von Spirituosen
- Belehrung nach Infektionsschutzgesetz
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit
- Ausdauer für lange Schichten im Stehen
- Schnelles Arbeiten unter Zeitdruck und sicheres Kopfrechnen
- Freundliches Auftreten und Sicherheit im Umgang mit schwierigen Gästen
- Kenntnisse gängiger Cocktailrezepte und Spirituosen, oft auch Englisch
Wo man arbeitet
- Cocktailbars und Szenekneipen
- Hotelbars
- Clubs und Diskotheken
- Restaurants mit Barbetrieb
- Kreuzfahrtschiffe
- Catering- und Eventagenturen mit mobilen Bars
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie oder zur Hotelfachkraft mit anschließender Spezialisierung an der Bar. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg als Barback oder Servicekraft mit Anlernen im Betrieb. Ergänzend gibt es mehrtägige bis mehrwöchige Kurse privater Barschulen mit Zertifikat.
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