Servicetechniker Windenergie
Servicetechniker für Windenergie warten, reparieren und prüfen Windenergieanlagen an Land oder auf See. Die Arbeit findet überwiegend in Höhen von 80 bis 150 Metern statt, oft in wechselnden Einsatzgebieten.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicetechniker Windenergie verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.000 € | 4.700 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.800 € | 57.600 € |
Große Hersteller und Serviceunternehmen zahlen häufig nach Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie oder nach Haustarif, kleinere Dienstleister frei verhandelt und deutlich niedriger. Entscheidend für das tatsächliche Einkommen sind Zulagen: Offshore-Zuschläge, Auslöse, Montage- und Rufbereitschaftspauschalen erhöhen das Monatseinkommen oft um mehrere Hundert bis über tausend Euro.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker Windenergie?
Servicetechniker halten Windenergieanlagen am Laufen. Zu einer planmäßigen Wartung gehört das Prüfen von Schraubverbindungen mit dem Drehmomentschlüssel, das Kontrollieren von Getriebeöl und Ölfiltern, das Schmieren von Lagern, das Sichten von Rotorblättern auf Risse und das Messen von Bremsbelägen. Dazu kommen elektrische Arbeiten: Schaltschränke prüfen, Sensoren und Umrichter tauschen, Fehlerspeicher auslesen, Steuerungssoftware aktualisieren.
Der zweite Teil der Arbeit ist die Störungsbeseitigung. Wenn eine Anlage stillsteht, fährt ein Zweierteam hin, klettert oder nutzt den Serviceaufzug, grenzt den Fehler ein und setzt die Anlage wieder in Betrieb. Größere Komponententauschen - Generator, Getriebe, Rotorblatt - erfordern Kräne und Spezialteams. Jeder Einsatz wird dokumentiert: Prüfprotokolle, Fotos, Rückmeldung an die Leitstelle. Auf Offshore-Anlagen kommen Umstieg vom Schiff auf die Leiter, Arbeit im Turmfuß und mehrtägige Aufenthalte auf Wohnplattformen oder Servicehotels hinzu.
Wie wird man Servicetechniker Windenergie?
Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene technische Ausbildung, meist Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker, Industriemechaniker oder Anlagenmechaniker. Eine eigene Ausbildung "Windenergietechnik" gibt es nicht als anerkannten Beruf; es existieren jedoch Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen zum Servicemonteur oder Servicetechniker Windenergie. Elektrofachkraft-Status ist für viele Stellen Bedingung.
Wer eingestellt wird, absolviert vor dem ersten Einsatz Sicherheitstrainings nach GWO-Standard: Höhenrettung, Erste Hilfe, Brandschutz, manuelles Handling, für Offshore zusätzlich Seenotrettung mit Sprung ins Wasser und Helikopterausstieg. Quereinstieg gelingt Handwerkern mit elektrotechnischer oder mechanischer Grundlage sowie ehemaligen Soldaten und Seeleuten; ohne technische Ausbildung ist der Zugang schwierig.
Was der Beruf verlangt
Höhentauglichkeit ist Pflicht und wird arbeitsmedizinisch geprüft, für Offshore zusätzlich die Seediensttauglichkeit. Wer schwindelfrei ist, aber unter Platzangst leidet, kommt im Turm nicht weit. Körperliche Fitness ist notwendig: Aufstiege über Leitern, Arbeiten in engen Gondeln, Heben von Werkzeug und Bauteilen, Hitze im Sommer und Kälte im Winter.
Die Arbeitszeiten sind unregelmäßig. Onshore bedeutet der Job häufig Montage mit mehreren Nächten pro Woche im Hotel, weite Fahrstrecken und Rufbereitschaft an Wochenenden. Offshore wird im Turnus gearbeitet, etwa zwei Wochen an Bord, zwei Wochen frei. Das lässt lange freie Blöcke, kollidiert aber mit Familienleben und lässt sich nicht kurzfristig verschieben. Wind, Wellen und Gewitter verschieben Einsatzpläne ständig. Sicherheitsregeln sind streng und werden kontrolliert - Nachlässigkeit ist in dieser Branche lebensgefährlich.
Aussichten
Der Ausbau der Windenergie hält an, und jede errichtete Anlage muss über zwanzig Jahre betreut werden. Der Bedarf an Servicepersonal übersteigt in vielen Regionen das Angebot, besonders bei Elektrofachkräften mit Offshore-Erfahrung. Unbefristete Stellen sind die Regel.
Entwicklungswege führen zum Teamleiter oder Site Manager, in die Einsatzplanung, in die Inbetriebnahme neuer Anlagen oder in Spezialbereiche wie Rotorblattreparatur, Endoskopie und Schwingungsdiagnose. Wer die Reisetätigkeit nicht dauerhaft tragen will, wechselt später in Leitstellen, Technische Betriebsführung, Vertrieb technischer Produkte oder mit Weiterbildung zum Meister oder Techniker in planende Funktionen.
Aufgaben
- planmäßige Wartungen an Gondel, Turm und Rotorblättern durchführen
- Schraubverbindungen mit definiertem Drehmoment prüfen und nachziehen
- Öle, Filter und Schmierstoffe wechseln
- Störungen eingrenzen und Anlagen wieder in Betrieb nehmen
- elektrische Komponenten wie Sensoren, Umrichter und Schaltgeräte tauschen
- Sicherheitseinrichtungen, Aufzüge und Steigschutzsysteme prüfen
- Wartungs- und Prüfprotokolle dokumentieren
- Bauteiltransporte und Kraneinsätze vorbereiten und begleiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene technische Ausbildung, etwa Elektroniker, Mechatroniker oder Industriemechaniker
- Höhentauglichkeit nach arbeitsmedizinischer Untersuchung, für Offshore zusätzlich Seediensttauglichkeit
- GWO-Sicherheitstrainings, meist vom Arbeitgeber gestellt
- Führerschein Klasse B, häufig auch BE oder C1
- Bereitschaft zu Montage, Turnusdienst und Rufbereitschaft
- Englischkenntnisse für Dokumentation und internationale Teams
Wo man arbeitet
- Serviceunternehmen für Windenergieanlagen
- Anlagenhersteller mit eigenem Serviceteam
- Betriebsführungsgesellschaften und Windparkbetreiber
- Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee
- Personaldienstleister für technische Montage
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem elektrotechnischen oder metalltechnischen Beruf mit Abschluss vor der Industrie- oder Handwerkskammer. Darauf folgt eine betriebliche Einarbeitung von mehreren Monaten samt GWO-Sicherheitstrainings, teils ergänzt durch eine Weiterbildung zum Servicetechniker Windenergie. Aufstiege führen über Meister, staatlich geprüften Techniker oder ein Studium der Erneuerbaren Energien.
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