Servicetechniker im Bereich E-Mobility
Servicetechniker im Bereich E-Mobility installieren, warten und reparieren Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge oder arbeiten an Hochvoltsystemen in Fahrzeugen. Sie sind meist im Außendienst unterwegs und verbinden Elektrotechnik mit Diagnose- und Netzwerkwissen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicetechniker im Bereich E-Mobility verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.400 € | 5.300 € | 52.800 € |
Entscheidend ist die Branche des Arbeitgebers: Energieversorger und Hersteller zahlen häufig nach Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Tarifvertrag für Versorgungsbetriebe (TV-V) und liegen damit klar über kleineren Installationsbetrieben. Rufbereitschaft, Schicht- und Auslösezulagen sowie Spesen erhöhen das tatsächliche Einkommen oft deutlich über das Grundgehalt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker im Bereich E-Mobility?
Der Beruf hat zwei Ausprägungen, die sich teilweise überschneiden. Ein Teil der Servicetechniker kümmert sich um Ladeinfrastruktur: Wallboxen in Tiefgaragen, AC-Ladesäulen auf Firmenparkplätzen, Schnellladeparks an Autohöfen. Dort werden Anschlüsse gesetzt, Lastmanagement parametriert, Fehlerspeicher ausgelesen, Ladekabel und Steuerplatinen getauscht, Backend-Anbindungen über Mobilfunk oder LAN geprüft und Eichrechtskonformität dokumentiert. Der andere Teil arbeitet an den Fahrzeugen selbst, in Werkstätten oder Flottenstützpunkten: Hochvoltbatterien freischalten und prüfen, Module tauschen, Isolationsmessungen durchführen, Leistungselektronik und Thermomanagement diagnostizieren, Software aufspielen.
Gemeinsam ist beiden Richtungen die Mischung aus Handwerk, Messtechnik und IT. Ein Ladepunkt fällt selten aus, weil eine Schraube locker ist, sondern weil ein Zertifikat abgelaufen ist, das Backend keine Verbindung findet oder der Fehlerstromschutzschalter auslöst. Die Fehlersuche verlangt systematisches Vorgehen und Geduld mit Herstellersoftware, die nicht immer ausgereift ist.
Wie wird man Servicetechniker im Bereich E-Mobility?
Der Standardweg führt über eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, für Betriebstechnik oder zum Kraftfahrzeugmechatroniker, gefolgt von einer Qualifikation für Arbeiten an Hochvoltsystemen. Diese Stufenqualifikation nach DGUV-Information wird von Kammern, Herstellern und Bildungsträgern angeboten und ist für Arbeiten unter Spannung Pflicht. Wer aus der Gebäudetechnik kommt, ergänzt Fahrzeugwissen, wer aus der Kfz-Werkstatt kommt, ergänzt Wissen über Niederspannungsnetze, Zählerplätze und VDE-Normen.
Quereinstiege gelingen häufig aus benachbarten Servicefeldern, etwa von der Aufzugs-, Kälte- oder Automatentechnik, sofern eine elektrotechnische Grundausbildung vorliegt. Ohne diese ist der Einstieg realistisch nur über eine Nachqualifizierung möglich. Ein Studium in Elektrotechnik oder Mechatronik ist kein Nachteil, führt aber meist eher in Planung, Projektleitung oder technischen Support.
Was der Beruf verlangt
Der Außendienst prägt den Alltag. Tagestouren mit mehreren Einsätzen, Fahrzeiten, wechselnde Baustellen, Arbeiten in Tiefgaragen, an Rastplätzen und bei jedem Wetter. Rufbereitschaft am Wochenende ist bei Betreibern von Schnellladeparks verbreitet, weil ausgefallene Ladepunkte Umsatz kosten. Wer bundesweit unterwegs ist, übernachtet regelmäßig auswärts.
Körperlich ist die Arbeit mittelschwer: Kabeltrommeln, Kernbohrungen, Arbeiten in Zwangshaltung. Dazu kommt die Verantwortung beim Umgang mit Spannungen jenseits von 400 Volt und Batteriesystemen, die auch im abgeschalteten Zustand Energie speichern. Fehler haben hier andere Folgen als in der klassischen Installation. Belastend empfinden viele die Dokumentationspflichten und die Abhängigkeit von Ersatzteilverfügbarkeit und Herstellerhotlines. Kundenkontakt gehört dazu, oft mit verärgerten Betreibern oder Fahrern.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst mit dem Bestand an Fahrzeugen und Ladepunkten. Gesucht werden Fachkräfte von Energieversorgern, Ladeinfrastrukturbetreibern, Elektroinstallationsbetrieben, Autohäusern und Herstellern. Der Markt ist gleichzeitig in Bewegung: Betreiber konsolidieren, Servicekonzepte ändern sich, manche Arbeitgeber sind junge Unternehmen mit unsicherer Finanzierung.
Entwicklungswege führen über den Meister oder Techniker in die Serviceleitung und Disposition, in die Planung von Ladeparks, in den technischen Support oder in die Ausbildung anderer Fachkräfte zur Hochvolt-Qualifikation. Wer Netzanschlusstechnik, Eichrecht und Backend-Systeme beherrscht, ist auf dem Arbeitsmarkt gut aufgestellt.
Aufgaben
- Wallboxen, Ladesäulen und Schnellladesysteme installieren und in Betrieb nehmen
- Störungen an Ladepunkten eingrenzen, Bauteile und Steuerplatinen tauschen
- Isolations-, Schutzleiter- und Fehlerstrommessungen durchführen und protokollieren
- Firmware-Updates aufspielen und Backend- sowie Lastmanagementparameter einstellen
- an Hochvoltsystemen von Fahrzeugen spannungsfrei schalten, prüfen und Module tauschen
- Wartungen nach Herstellervorgaben und Prüfungen nach DGUV V3 abarbeiten
- Einsätze dokumentieren, Ersatzteile bestellen und Kunden einweisen
- Rufbereitschaft und Entstörung außerhalb der Regelarbeitszeit übernehmen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf oder als Kraftfahrzeugmechatroniker
- Qualifikation für Arbeiten an Hochvoltsystemen, mindestens Stufe 2S, oder Bereitschaft, sie zu erwerben
- Führerschein Klasse B, häufig Reisebereitschaft über mehrere Tage
- Verständnis für Messtechnik, Netzwerke und Diagnosesoftware
- sorgfältiges Arbeiten und Respekt vor den Sicherheitsvorschriften
- körperliche Belastbarkeit für Arbeiten in Zwangshaltung und im Freien
- Kundenumgang und verständliche Erklärung technischer Sachverhalte
Wo man arbeitet
- Betreiber von Ladeinfrastruktur und Ladeparks
- Energieversorger und Stadtwerke
- Elektroinstallations- und Gebäudetechnikbetriebe
- Autohäuser und Werkstätten mit Hochvolt-Freigabe
- Hersteller von Ladetechnik und Fahrzeugen
- Flottenbetriebe und Verkehrsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, für Betriebstechnik oder zum Kraftfahrzeugmechatroniker mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer. Darauf folgt eine mehrtägige bis mehrwöchige Zusatzqualifikation für Arbeiten an Hochvoltsystemen sowie herstellerspezifische Schulungen. Weiterführend möglich sind Techniker- oder Meisterprüfung.
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